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Schauspielhaus Salzburg setzt auf zeitgenössische Literatur

Das Schauspielhaus Salzburg legt in der Spielzeit 2019/20 einen Schwerpunkt auf die zeitgenössische Literatur und Förderung österreichischer Autoren. Zu den besonderen Programmpunkten zählen die Uraufführung von Michael Köhlmeiers neuestem Theaterstück "Lamm Gottes" und die Aufführung zweier Texte von Edouard Louis und Stephanie Chaillou, die auch die Gelbwesten-Bewegung in Frankreich beleuchten.

 

Eröffnet wird die Spielzeit im Saal des Schauspielhauses am 18. September mit der Dramatisierung des Bestseller-Romans "Tyll" von Daniel Kehlmann und am 12. September im Studio mit Mark St. Germains Beziehungskomödie "Die Tanzstunde". Am 8. November folgt die Premiere von "Dogville" nach Lars von Trier unter der Regie von Max Claessen. Der mehrfach ausgezeichnete Film über die Gefahren der Gruppendynamik und Mechanismen der Macht ist seit Kurzem auch am Theater zu sehen, vor allem in Deutschland.

Am 28. November geht die Doppelpremiere der beiden französischen Texte "Wer hat meinen Vater umgebracht" von Edouard Louis und "Der Vater" von Stephanie Chaillou über die Bühne. Es handelt sich um eine Koproduktion mit dem "Festival der Regionen" in Oberösterreich. Regisseur Gerhard Willert, langjähriger Schauspielchef am Landestheater Linz, wird Louis' Erfolgstext mit jenem von Chaillou ergänzen, wobei es sich bei Chaillous "Der Vater" um eine österreichische Erstaufführung handelt. "Für uns ist diese Doppelpremiere etwas Neues und Spezielles", sagte der Intendant des Schauspielhauses, Robert Pienz, am Mittwoch bei einem Pressegespräch. In den Texten werde der aktuelle gesellschaftliche Aufruhr in Frankreich thematisiert und "spürbar" gemacht.

Köhlmeiers neuestes Theaterstück "Lamm Gottes" ist ab 2. April zu sehen. Das Auftragswerk wird gemeinsam vom Theater Kosmos in Bregenz und dem Schauspielhaus Salzburg produziert. Thematisiert wird der Kreislauf des Lebens und Sterbens. Zur "Österreichischen Autorenpflege" des Schauspielhauses zählt auch die zeitgenössische Komödie "Die Niere" von Stefan Vögel, die am 23. April Premiere hat. Regie führt Jerome Junod. Das Schauspielhaus setzt aber auch weiterhin auf Klassiker wie Arthur Schnitzlers "Reigen", der in einer Vier-Personen-Variante von der Luxemburger Regisseurin Anne Simon ab 1. Februar im Studio interpretiert wird. Als weiterer Klassiker wird Molieres Komödie "Der Menschenfeind" in einer Inszenierung von Peter Raffalt gezeigt, Premiere ist 18. Dezember. Für das junge Publikum wird u. a. Torbergs "Der Schüler Gerber" auf die Bühne gebracht (Premiere: 30. September), und zur Adventzeit inszeniert Intendant Pienz "Eine Weihnachtsgeschichte" von Charles Dickens. Den Saisonabschluss bildet Fitzgeralds Sittenbild der 1920er Jahre, "Der große Gatsby", unter der Regie von Michael Schachermaier.

Intendant Pienz zog eine für ihn erfreuliche Bilanz über das Schauspieljahr 2018/19. "Wir blicken auf ein sehr erfolgreiches Theaterjahr zurück." Zu den Erfolgsproduktionen zählte auch Dürrenmatts "Die Physiker", die 2020 wieder aufgenommen wird. Bereits die Saison 2017/18 sei ein Erfolgsjahr mit fast 44.000 Besuchern gewesen, daran könne man anknüpfen, wobei eine leichte Steigerung an Besuchern zu erwarten sei. Die Zahl der Abonnenten sei gestiegen und liege derzeit bei rund 1.500.

Das im Jahr 2018 neu eingeführte Abo mit dem Mozarteumorchester wird fortgesetzt. Beliebt sind auch die Partnerabos mit dem Salzburger Landestheater und der Kulturvereinigung. Neu eingeführt wird in der Spielzeit 2019/20 ein Schul-Abo. Die "Sonderbar" im Säulenfoyer habe sich als Raum für neue und unmittelbare Theaterformen in entspannter Atmosphäre etabliert, mit drei Produktionen habe man 1.500 Besucher neu ansprechen können, sagte Pienz.

Das Jahresbudget des Schauspielhauses liegt derzeit bei rund 2,7 Millionen Euro. Die Stadt Salzburg schießt eine Förderung von 746.000 Euro zu (plus 50.000 Euro), das Land 700.000 Euro und der Bund 328.000 Euro. Die beiden Räume des Schauspielhauses sind laut Pienz zu 80 Prozent ausgelastet. Die Spielpläne des Schauspielhauses würden in der Theaterbranche als sehr gut befunden, betonte der Intendant. In diesem Jahr läuft noch ein großes Investitionsprojekt. Das Schauspielhaus bekommt eine neue Publikumstribüne um rund 100.000 Euro. Sorgen bereitet dem Intendanten allerdings der "nicht unproblematische Mietvertrag" für die Probebühne in Elsbethen, weil die Kündigungsfrist nur sechs Monate beträgt. Ein Schauspielbetrieb mit rund 100 Mitarbeitern könne nicht innerhalb von sechs Monaten einen alternativen Standort finden, adaptieren und beziehen, meinte Pienz.

(S E R V I C E - Informationen über den Spielplan 2019/20 und den Abonnements stehen auf der Homepage )

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