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Tiergarten SchönbrunnPartner für Panda-Weibchen Yang Yang angekommen

Das sehnlich erwartete Panda-Männchen Yuan Yuan ist am Dienstagabend im Tiergarten Schönbrunn angekommen. Zoologin Eveline Dungl und Zootierarzt Thomas Voracek waren am Wochenende nach China gereist, um ihn nach Wien zu begleiten.

Yuan Yuan
Yuan Yuan © APA (TIERGARTEN SCHÖNBRUNN)
 

"Yuan Yuan hat Bambussprossen gefressen, geschlafen und immer wieder neugierig aus der Kiste geschaut", verriet Zoologin Eveline Dungl über die Reise des Panda-Männchens. Sein vertrauter Pfleger Dong Li ist mitgereist und bleibt zwei Wochen in Wien, um ihm die Eingewöhnung zu erleichtern. Er beschreibt Yuan Yuan als "gemütlichen Bären". "Wir freuen uns sehr, dass Yuan Yuan da ist, und hoffen, dass er sich in seinem neuen Zuhause schnell wohlfühlt", betonte Tiergartendirektorin Dagmar Schratter.

Nach der Landung in Wien: Yuan Yuan in Transportbox Foto © APA/DANIEL ZUPANC

Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP): "Noch müssen wir uns etwas gedulden, aber ich freue mich sehr für den Tiergarten und seine Besucher, dass Yuan Yuan nun da ist." Sie wünscht sich, dass der Tiergarten mit dem neuen Männchen an seine bisherigen Panda-Zuchterfolge anknüpfen kann.

Neuer Partner für Yang Yang

Yuan Yuan wurde am 23. August 1999 geboren. Nun wurde er als neuer Partner für die 18 Jahre alte Yang Yang ausgewählt. Bis Ende Mai bleibt er zur Quarantäne in der Innenanlage, die in dieser Zeit geschlossen bleiben wird. Ende Mai wird er offiziell den Besuchern vorgestellt. Yang Yang kann zwischen Innen- und Außenanlage frei wählen. Ist sie im Haus, ist vorübergehend kein Panda zu sehen.

Erwachsene Große Pandas sind Einzelgänger. Yang Yang und Yuan Yuan bewohnen getrennte Anlagen. Aber sie können einander sehen und riechen. Schratter: "Yang Yang hat durch die Glasscheibe schon einen Blick auf ihn geworfen. Wir hoffen, dass er ihr gefällt." Auch Yuan Yuan markiert schon eifrig, um zu zeigen, dass wieder ein Männchen im Haus ist. Aufeinandertreffen werden die beiden erst in der Paarungszeit im kommenden Frühjahr.

Im Dezember 2016 war das Panda-Männchen Long Hui im Alter von 16 Jahren verstorben. Er hatte ein bösartiges Gallengangskarzinom. 2003 sind Yang Yang und Long Hui von China nach Wien übersiedelt. Viermal haben sie für Nachwuchs gesorgt, zuletzt waren es sogar Zwillinge.

Pandas gehören China

Die Großen Pandas sind Eigentum der Volksrepublik China und werden im Rahmen von Forschungskooperationen an Zoos geschickt. 2013 unterzeichneten der Tiergarten Schönbrunn und die China Wildlife Conservation Association den zweiten Zehn-Jahres-Vertrag, in dem Details wie Forschung, Unterstützung der Panda-Reservate und Infos zu den Tieren festgehalten sind. Dieser wurde nun mit den Details zu Yuan Yuan ergänzt.

Einfach tierisch: Was Sie über Pandas wissen sollten

Für ihre Arbeit mit Pandas unternahm Ami Vitale im Laufe von drei Jahren mehrere Reisen nach China und lernte dort Menschen kennen, die sich bemühen, die Pandas zu retten. Auch begegnete sie den Bären selbst – und lernte sogar, wie ein Panda zu denken. Hier sehen wir sie bei der Arbeit...

SCHON GEWUSST?  Pandas haben einen sechsten Finger – um Bambus besser greifen zu können.

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Um den Menschengeruch zu überdecken, besprühen
Forscher und Wärter ihre Kostüme mit dem Urin und Kot
von Pandas. Diese Verkleidung hilft den Tieren, ihre Wildheit zu bewahren, und verhindert, dass die Tiere sich zu sehr an die Menschen gewöhnen un ihre natürliche Scheu verlieren. Denn das wichtigste Ziel lautet: auswildern, auswildern, auswildern.

SCHON GEWUSST? Pandas brüllen nicht wie andere Bären. Sie meckern wie Ziegen, trompeten, fauchen oder bellen, um zu kommunizieren.

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Es ist schwer vorstellbar, dass Pandas für den Menschen einst
so geheimnisvoll und rätselhaft waren wie Bigfoot. Obwohl sie seit Millionen Jahren existieren, erfuhr die westliche Welt erst im vorigen Jahrhundert von ihnen. Der erste Panda wurde 1936 lebend gefangen.

SCHON GEWUSST? Heute leben nur noch weniger als 2000 Große Pandas in der Wildnis.

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Junge Pandas sind liebenswerte Fellknäuel, die kreischen und
quieken. Diese gefährdete Spezies ist enorm schwer zu züchten und in Gefangenschaft zu halten. In den 1960er-Jahren überlebten nur 60 Prozent der in Zuchtzentren geborenen Pandajungen. Heute liegt die Überlebensrate bei 90 Prozent.

SCHON GEWUSST? Wer heute einen Bären tötet, muss mit 20 Jahren Gefängnis rechnen. Bis in die 1960er Jahre war die Jagd auf Pandas erlaubt.

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Ein Jungtier bleibt in seinen ersten beiden Lebensjahren bei der Mutter. In dieser Zeit wird es allmählich an die Wildnis gewöhnt. Nach etwa einem Jahr kommen die beiden in ein großes eingezäuntes Gehege in den Bergen, wo die Mutter sich weiter um ihren Nachwuchs kümmern kann, bis er ausgewildert wird – sofern er dafür geeignet ist. Dazu muss ein junger Panda unabhängig sein, sich vor anderen Tieren und vor Menschen in Acht nehmen und imstande sein, ohne Hilfe Futter und einen Unterschlupf zu finden.

SCHON GEWUSST? Pandas gehören zu den am schnellsten wachsenden Säugetieren: Im ersten Lebensmonat nimmt ihr Gewicht von 500 auf 1800 Gramm zu.

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Gao Xiao Wen mit dem ausgestopften Leoparden, den die
Wärter im Naturreservat Wolong verwenden, um junge Pandas mit ihrem größten Feind in der Wildnis bekannt zu machen. Die Reaktion eines Jungtieres auf das »Raubtier« und sein Knurren, das auf Band aufgezeichnet wird, helfen den Wärtern dabei zu entscheiden, ob der Panda in der Wildnis überleben könnte.

SCHON GEWUSST? Baby-Pandas riechen wie nasse Hundewelpen.

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Blind, fast nackt, quiekend ... Ein Pandababy ist 900-mal kleiner als seine Mutter und so hilflos, wie ein Baby es nur sein kann. Etwa die Hälfte der Pandageburten in Gefangenschaft sind Zwillingsgeburten. Aber die meisten Mütter kümmern sich nur um ein Junges. Deshalb sind dann die Pfleger gefragt. Sie tauschen die Jungen alle paar Stunden – oder alle paar Tage, wenn sie älter sind – aus, damit die Kleinen eine Chance haben, eine Bindung zur Mutter aufzubauen. In der Wildnis würde wahrscheinlich nur ein Jungtier überleben.

SCHON GEWUSST: Jeder Panda verzehrt bis zu 36 Kilo Bambus am Tag.

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"Es ist immer noch eine Menge Arbeit, Forschung und ein Zusammenwirken von politischen Entscheidungen, Gesetzen und wissenschaftlichen Erkenntnissen notwendig, um die Auswilderung der Großen Pandas zu bewerkstelligen und die Umwelt zu schützen, die sie zum Überleben brauchen. Während diese Arbeit voranschreitet,sehe ich ein China, das einer zunehmend wachsenden Population stolz eine Heimat bietet – dem wunderbaren schwarzweißen Bären, der dazu beiträgt, die Welt für uns alle ausgewogener und
schöner zu machen," sagt Ami Vitale.

SCHON GEWUSST? Auch wenn sie tollpatschig wirken, die knuffigen Bären sind gute Kletterer und machen häufig ein Nickerchen in halsbrecherischen Positionen.

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Pandas schlafen gerne, etwa zehn Stunden am Tag und jedes
Mal zwei bis vier Stunden am Stück. Sie schlafen überall, in
Baumwipfeln ebenso wie auf dem Waldboden. Dabei liegen
sie auf dem Rücken, auf der Seite oder auf dem Bauch.

SCHON GEWUSST? Die globale Erwärmung wird in den nächsten 70 Jahren den Lebensraum der Pandas um fast 60 Prozent verkleinern.

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BUCHTIPP: "Pandas – Das verborgene Leben der großen Bären", von Ami Vitale,  Hardcover, 160 Seiten, 20,60 Euro.

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