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Massengrab von jesidischen IS-Opfer im Nordirak geöffnet

In der Sinjar-Region im Nordirak ist erstmals ein Massengrab mit jesidischen Opfern der Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) geöffnet worden. Die Zeremonie in der Ortschaft Kojo fand am Freitag im Beisein von Friedensnobelpreisträgerin Nadia Murad statt, die aus dem Ort stammt. Die 25-Jährige erhielt die Auszeichnung vergangenes Jahr für ihren Einsatz gegen sexuelle Gewalt in Konflikten.

 

Nach der Eroberung durch die IS-Miliz im August 2014 waren dort womöglich Hunderte Männer und Frauen ermordet worden, während mehr als 700 Frauen und Kinder entführt wurden. Auch Murad wurde damals als Sexsklavin verschleppt und mit einem Dschihadisten verheiratet. In den nach 2014 vom IS kontrollierten Gebieten im Norden und Zentrum werden mehr als 200 Massengräber mit bis zu 12.000 Toten vermutet. Nur eine kleine Zahl wurde bisher geöffnet.

Der Leiter einer UNO-Untersuchungskommission zu den IS-Verbrechen, Karim Asad Ahmad Khan, sagte, die Exhumierung der Toten in Kojo sei "ein bedeutender Moment". Die UNO prüft derzeit, ob die Massaker an den Jesiden einen Völkermord darstellen. Die vor allem im nordirakischen Sinjar-Gebirge ansässige kurdischsprachige monotheistische Minderheit wird seit langem wegen ihres Glaubens von radikalen Islamisten angefeindet und verfolgt.

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