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Wien"Walküre" an der Staatsoper: Ein Abend zu Ehren von Adam

Es wurde ein Abend für den großen, am Donnerstag im Alter von 92 Jahren verstorbenen Theo Adam an der Wiener Staatsoper: Die Wiederaufnahme von Wagners "Walküre", jenem Stück, in dem der deutsche Bassbariton am Haus 24 Mal als Wotan zu erleben war, wurde ihm am Samstag gewidmet. Und würdevoller kann eine Ehrung wohl nicht ausfallen als mit Tomas Konieczny in der Partie des Göttervaters.

Die Wiener Staatsoper
Die Wiener Staatsoper ©  APA/AFP/JOE KLAMAR (JOE KLAMAR)
 

Der 47-Jährige, der seit 2013 der Stamm-Wotan im Wiener "Ring" ist, hat seinen Gott mittlerweile zu einem zweifelnden Mann vor den Trümmern seines Lebenswerks ausgebaut. Koniecznys Wotan ist ein differenzierter Charakter der lauten und leisen Töne. In dieser Tonalität glänzte an seiner Seite auch Sophie Koch bei ihrem Rollendebüt an der Staatsoper als Fricka. Ihre Wotansgattin ist nicht wie sooft die reine Karikatur einer zänkischen Xanthippe, sondern verletzte Ehefrau. Das Streitgespräch mit dem Göttervater gerät so zum berührenden Dialog eines Paares in seiner Endphase.

Ein kraftvolles Hausdebüt lieferte abseits der Götterebene Tobias Kehrer als Hunding mit seinem bronze-schimmernden Bass ab. Da verwundert Sieglindes flugser Wechsel zu Siegmund an diesem Abend beinahe - zumal Christopher Ventris die für die erkrankte Catherine Naglestad eingesprungene Martina Serafin nicht in seiner stimmlich besten Form bezirzen konnte.

Die volle Energie herrschte indes im Graben. Axel Kober nimmt als Wiener "Ring"-Debütant auch im zweiten Teil der Tetralogie ein forsches, beinahe angriffiges Tempo, bei dem man sich nicht wundert, wenn Siegmund nach der Jagd durch Hundings Rotte vollends atemlos erscheint, die Rösser der Walküren nach dem Landen auf dem Zahnfleisch gehen oder die Winterstürme im Orkantempo dem Wonnemond weichen.

Dieser frische Ansatz gerät nur dann stellenweise zum Problem, wenn die Sänger wie Ventris stimmlich nicht ihren besten Tag haben. Zurückhaltung im Sinne der Akteure auf der Bühne ist Kobers Sache nicht. Andererseits kann der Generalmusikdirektor der Deutschen Oper am Rhein durchaus immer wieder auch gezielte Generalpausen setzen, die Tragik des Moments nachklingen lassen - und Lust auf den "Siegfried" am Mittwoch machen.

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