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Bosnien geht gegen Migranten auf Balkanroute vor

Die bosnische Regierung hat neue Maßnahmen gegen Hunderte Migranten an der Grenze zu Kroatien eingeleitet, die auf der Balkanroute Richtung Westeuropa unterwegs sind. Mehrere Busse mit Menschen auf dem Weg in das Nachbarland seien zurück in die Hauptstadt Sarajevo geschickt worden, sagte Sicherheitsminister Dragan Mektic am Mittwoch.

© APA (AFP)
 

Knapp 100 weitere Menschen seien an Bord eines Zuges festgehalten worden, bis dieser ebenfalls in die Hauptstadt zurückgekehrt sei. Sollte die Zahl der in Bosnien-Herzegowina gestrandeten Migranten weiter wachsen, werde er Polizisten aus anderen Teilen des Landes zur Verstärkung einsetzen, so der Minister. Die Behörden bemühten sich laut Mektic, existierende Unterkünfte zu erweitern und die Registrierung und Fürsorge für die Migranten an einem Ort zu vereinen.

Zuvor war es an der Grenze zwischen Bosnien-Herzegowina und dem EU-Staat Kroatien erneut zu Zusammenstößen zwischen Migranten und der bosnischen Polizei gekommen. Mehrere Hundert Migranten durchbrachen eine Polizeiabsperrung und versuchten, über eine Brücke nahe dem Grenzort Velika Kladusa nach Kroatien zu gelangen. Eine zweite Polizeieinheit hatte sie am Überschreiten der Grenze gehindert. Kroatien errichtete unterdessen einen Zaun auf der Brücke. Auf der kroatischen Seite der Grenze warteten weitere Polizisten in Bereitschaft.

Am Dienstag kamen rund 400 Flüchtlinge, darunter viele Frauen und Kinder, in die Nähe des Grenzübergangs, wo sie etwa 200 Meter vor der Grenze von der bosnischen Polizei aufgehalten wurden. Die Nacht verbrachten sie am Rand einer Straße im Freien oder in Zelten, wie Medien berichteten. Bereits am Dienstag kam es zu Rangeleien, als Flüchtlinge versuchten, die Grenze zu überqueren.

Vor drei Jahren waren über die Balkanroute mehr als eine Million Migranten nach Westeuropa und vor allem nach Deutschland und Österreich gekommen. Seit zwei Jahren ist dieser Transitweg durch Grenzzäune und den verstärkten Einsatz von Polizei und Militär weitgehend blockiert. In den vergangenen Monaten waren die Flüchtlingszahlen aber wieder leicht gestiegen. Sowohl Bosnien-Herzegowina als auch Kroatien gehen seitdem mit harter Hand gegen die Migranten vor.

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