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Debatte über "Luft-100er" für Elektroautos

Laut einem Bericht der deutschen Wochenzeitschrift "Auto Bild" plant Österreich das Tempolimit für Elektroautos beim "Luft-100er" mit Jahresbeginn 2019 abzuschaffen. Das Umweltministerium dementierte dies gegenüber der APA. Natürlich gebe es "Überlegungen, ob Ausnahmen möglich sind", sagte Daniel Kosak, Sprecher des Umweltministeriums. Allerdings gebe es dafür noch keinen Zeitpunkt.

© APA
 

Denn für eventuelle Ausnahmen "müssen viele rechtliche Fragen geklärt werden". Noch sei es "verfrüht, die Überlegungen mit einem Datum zu versehen", sagte Kosak.

Die "Auto Bild" berichtete, dass ein entsprechendes Gesetz des Ministeriums bereits im kommenden Jahr in Kraft treten soll. Demnach sollen E-Autos auf rund 300 Kilometern, in denen in Österreich die Geschwindigkeitsbegrenzung nach dem Immissionsschutzgesetz für Luft (IG-L) von 100 km/h gilt, künftig 130 km/h fahren dürfen.

Der Verfassungsgerichtshof (VfGH) hat bereits zweimal entschieden, dass Elektroautos für saubere Luft bremsen müssen. Bereits 2011 hat das Höchstgericht ausgesprochen, dass ein Tempolimit nach IG-Luft, das nicht nach Fahrzeugarten und Schadstoffausstoß unterscheidet, nicht unsachlich ist. Diese Position wurde vom VfGH im Februar 2017 bekräftigt. Anlass des Beschlusses war die Beschwerde des Besitzers eines E-Autos. Er machte geltend, dass sein Fahrzeug keine Luftschadstoffe ausstoße und ein entsprechendes Tempolimit auf der Westautobahn bei Linz ihn daher nicht betreffe. Der Gerichtshof widersprach.

Auch Lenker von Elektroautos müssen auf Autobahnen die Tempolimits gemäß dem Immissionsschutzgesetz-Luft (IG-L) einhalten. Denn unterschiedliche Tempolimits für Pkw würden den Verkehrsfluss beeinträchtigen und damit die Verkehrssicherheit gefährden. Außerdem käme es zu einem "ungleichmäßigen Geschwindigkeitsverlauf". Außerdem betonte der Gerichtshof, dass dadurch "die Geschwindigkeitsbeschränkung aber ihren emissionsreduzierenden Effekt wenigstens teilweise verlieren" würde.

Kommentare (1)

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scionescio
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Der produzierte Feinstaub durch den Reifenabrieb ist bei E-Autos deutlich höher als bei Fahrzeugen mit konventionellen Antriebsstrang...

... weil durch das höhere Drehmoment und die Rekuperation mehr Gummi auf der Straße bleibt bzw. in die Luft gelangt. Zusammen mit dem Bremsenabrieb gibt es keinen nennenswerten Unterschied zwischen Verbrenner und Stromer, weil der Feinstaub durch die Abgase mittlerweile mittels Filter gut im Griff ist und damit mengenmäßig in Relation kaum noch relevant.
Aber die Lobby muss natürlich dafür sorgen, dass eine Nischen- und Sackgassentechnologie gepusht wird, damit niemand auf den gewaltigen Investitionskosten sitzenbleibt ... aber das wird so oder so nicht zu verhindern sein, weil die Statistik ganz klar zeigt, dass rational denkende Menschen, die sich aus Neugier auf einen Stromer eingelassen haben, beim Nachfolgefahrzeug mehrheitlich lieber wieder auf einen Verbrenner setzen.
In unserem Fuhrpark gibt es mittlerweile genau Null Interesse einen der beiden vorhandenen Stromer als Dienstauto zu nehmen ... zu gravierend sind die Nachteile im Alltagsbetrieb!

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