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Neue Linzer Brucknerhaus-Orgel wird eingeweiht

Mit einem Konzert der lettischen Organistin Iveta Apkalna wird am Montagabend die neue Orgel im Großen Saal des Linzer Brucknerhauses künstlerisch eingeweiht. Das neue Instrument löst die vor 44 Jahren mit der Eröffnung des Brucknerhauses errichtete alte Orgel ab. Diese entsprach nach Ansicht der Fachleute von Beginn an nicht wirklich den Anforderungen an einen Konzertbetrieb.

© APA
 

Die alte Orgel war - so der Orgelbauer des neuen Instruments, Wendelin Eberle, am Montag bei einer Presseführung im Brucknerhaus - "eine Kirchenorgel im Konzertsaal". Wegen der extrem hohen Stimmung mit 447 Herz war sie von Anfang an ungeeignet für das Zusammenspiel mit Orchestern und inzwischen technisch in einem ganz schlechten Zustand. Auch statisch war das alte Instrument "höchst problematisch", so Orgelbauer Eberle. Seine Orgelbaufirma Rieger aus Schwarzach in Vorarlberg erhielt Anfang Mai dieses Jahres den Auftrag für den Neubau. Dieser musste innerhalb von vier Monaten, bis zum Brucknerfest, abgeschlossen sein. Für die insgesamt rund 17.000 Arbeitsstunden wurden in der Orgelbauanstalt alle 64 Mitarbeiter eingesetzt. Die Montage und Intonation in Linz erfolgte dann durch sechs Mitarbeiter, meist im Tag- und Nacht-Betrieb. Gesamtkosten netto ca. eine Million Euro.

Von der alten Orgel blieben - wegen des Denkmalschutzes - nur die fürs Publikum sichtbaren Frontpfeifen erhalten. Alle fast 3.800 Pfeifen, verteilt auf 51 Register, wurden neu hergestellt, dazu sämtliche Holzarbeiten. Dafür wurden rund zehn Festmeter verschiedene, meist heimische Hölzer verarbeitet. Im Gegensatz zum alten Instrument ist das Innenleben der neuen Orgel gut zugänglich, was für Reinigung und Service wichtig ist. Die rein mechanische Spielweise auf drei Manualen und Pedal wird mit heute zur Verfügung stehender Elektronik unterstützt. Die neue Orgel verfügt auch über eine Speichermöglichkeit, mit der Konzerte auf einem Stick aufgezeichnet werden können und so für die Nachwelt erhalten bleiben. Dabei werden nicht die Töne der Orgel aufgezeichnet, sondern die mechanischen Bewegungen. Die bisher den Organisten oder die Organistin bei großen Kompositionen unterstützenden Registranten sind im Brucknerhaus ihren Job los - alle nötigen Registerzüge können im Voraus elektronisch gespeichert und dann abgerufen werden.

Die neue Brucknerhaus-Orgel, so ihr Erbauer Wendelin Eberle, ist "ein symphonisches Instrument mit viel mehr Fundament und Klangfarben, und geeignet für die Orgelliteratur von Bach bis in die Moderne". Einzige für das Publikum sichtbare Ergänzung sind rechts und links der Orgel an der Wand befindliche 32 Fuß große Holzpfeifen, sichtbar allerdings sind nur fünf Meter, während die Pfeifen verdeckt bis zu zehn Meter in die Tiefe reichen.

Die Stimmung des neuen Instruments mit 440 Herz ermöglicht also das Zusammenspiel mit Orchestern und Singstimmen. Zunächst freilich wird die Orgel solistisch in mehreren Konzerten vorgestellt.

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