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Ars Electronica LinzBerlioz-Klänge und Roboter-Tanz

Die Ars Electronica ist vieles - auch Konzertveranstalter. Die 2003 eingeführte Große Konzertnacht zählt zu den erfolgreichen Formaten dieses vielseitigen Festivals. Die Gleishalle beim Linzer Hauptbahnhof war ausverkauft, als zum erneuten Treffen der digitalen mit der musikalischen Welt geladen wurde. Das Resultat war nicht immer überzeugend.

Große Konzertnacht in der Gleishalle beim Linzer Hauptbahnhof © Ars Electronica
 

Josef Klammer und Jaap Blonk starteten gemeinsam noch vor Sonnenuntergang in diese Konzertnacht: Mit menschlicher und künstlicher Stimme, humaner Erfindungsgabe und elaborierten Algorithmen führten sie in die Welt des Lautgedichts in der Ära von Siri, Alexa & Co. - unterhaltsames kreatives Kauderwelsch auf der Höhe der Zeit.

Deutlich größer der Aufwand, doch deutlich kleiner die Wirkung beim Hauptact des Abends, "The Berlioz Project". Das Bruckner Orchester trat unter seinem Chefdirigenten Markus Poschner in Regimentsstärke an, doch wie Berlioz' "Symphonie fantastique" nun tatsächlich interpretiert wurde, ließ sich kaum beurteilen. Einerseits gab es mit recht herkömmlichen Visuals und den Bewegungen von drei menschlichen Tänzern allerlei Ablenkendes zu sehen, andererseits konnte sich Industrieroboter KUKA KR 600 trotz seiner 2,5 Tonnen zwar beeindruckend bewegen, machte dabei aber ein sirrendes Geräusch, das dem Musikgenuss deutlich zuwiderlief.

Hatte man schon beim Einsatz einiger mit Motorhilfe rotierender roter Kleider in Ursula Neugebauers den zweiten Satz begleitender Installation "Tour en l'air" Zweifel, ob es sich dabei um mehr als sich bedeutungsvoll gebenden Schnickschnack handelte, wurden die Bedenken beim anschließenden gemeinsamen Ballett der Menschen mit der Maschine nicht geringer. Einen Industrieroboter als Turngerät zu verwenden, gereicht der ansonsten so elaborierten Ars nicht wirklich zur Ehre. Und auch das von Poschner am Tablet gesteuerte abschließende Trommelduell zwischen seiner Percussiongruppe und fünf Vibrationsstampfern war wohl mehr Effekthascherei als Erkenntnisstreben geschuldet. Das Publikum, das bereits zwischen den Sätzen eifrig applaudiert hatte, dankte dennoch mit Standing Ovations.

Rot blieb die Signalfarbe auch nach der Pause, als der Italiener Gabriele Marangoni mit einem präparierten Akkordeon zu Visuals von Maja Smrekar "Red Noise" machte - ungewöhnliche Klänge zwischen Atem, Musik und Geräusch. Die richtige Überleitung zu Electric Indigo. Susanne Kirchmayr jagte Material aus ihrem ersten Album "511593" über die Regler und verwandelte die Post City in eine beeindruckende Mischung aus Industriehalle, Hubschrauberlandeplatz und Club.

Das Electronic Solo "Into the sun" von Elisabeth Schimana sowie eine Zehn-Minuten-Performance von Bernhard Breuer, Didi und Chris Bruckmayr sowie Stefan Fuchs, bei der sie als "The Vibrationeers" die Vibrationsstampfer erneut als Instrumente miteinbezogen, sollten den Abend abrunden. In welcher Weise diese Konzertnacht dem

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