Neue Vorwürfe von Erdogan gegen die USA

Im Streit mit den USA hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan neue Vorwürfe gegen die Regierung in Washington erhoben. "Sie bedrohen uns", sagte Erdogan am Samstag vor Anhängern in der Provinz Ordu am Schwarzen Meer. Er kündigte an, dass die Türkei nicht nachgeben werde: "Man kann diese Nation nicht mit Drohungen zähmen."

© APA (AFP)
 

Hintergrund ist das Tauziehen um den US-amerikanischen Pastor Andrew Brunson, der wegen des Verdachts auf Spionage und Terrorvorwürfen in der Türkei unter Hausarrest steht. Die USA fordern seine Freilassung. "Schande, Schande! Sie ziehen einen Pastor einem strategischen NATO-Partner vor", rief Erdogan seinen Anhängern zu.

Die Türkei beschuldigt Brunson, Verbindungen zu dem im US-Exil lebenden türkischen Geistlichen Fethullah Gülen zu haben. Ankara macht Gülen für den fehlgeschlagenen Putsch vom Juli 2016 verantwortlich und fordert bisher vergeblich seine Auslieferung.

In dem Konflikt haben beide Länder gegenseitig Sanktionen gegen einzelne Regierungsmitglieder verhängt. Der Streit zwischen den NATO-Verbündeten setzt vor allem die türkischen Finanzmärkte und die Landeswährung stark unter Druck. Die Türkische Lira war am Freitag auf neue Tiefstände zum US-Dollar und zum Euro gesunken. US-Präsident Donald Trump heizte die Währungskrise bewusst weiter an. Er ordnete an, ab Montag die Strafzölle auf Stahl aus der Türkei von 25 auf 50 Prozent zu verdoppeln.

Die Regierung in Ankara kündigte umgehend Vergeltung an. "Allen Schritten gegen die Türkei wird wie bisher die notwendige Antwort gegeben werden", teilte das Außenministerium mit. "Die USA sollten wissen, dass sie mit solchen Sanktionen und Druck keine Ergebnisse erzielen werden." Das türkische Handelsministerium kritisierte nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu, die neuen Strafzölle seien ein Verstoß gegen Regeln der Welthandelsorganisation WTO.

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