Tiroler Volksschauspiele Telfs leiden an "Frauenunterschuss"

Als "Männerspiele" nehmen die Tiroler Volksschauspiele Telfs 2018 den akuten Frauenmangel bei den beiden Hauptstücken "Ladies' Night" und "Die wilde Frau" bewusst in Kauf. "Frauenunterschuss" nannte das Obmann Markus Völlenklee in seinem Statement, das aufgrund seines Berlin-Aufenthaltes vom Regisseur Klaus Rohrmoser bei einer Pressekonferenz am Freitag verlesen wurde. Eröffnet wird am 21. Juli.

 

Sechs zu eins und fünf zu eins. So lässt sich das Mann-Frau-Missverhältnis bei den diesjährigen Hauptstücken auf den Punkt bringen. Das gilt jedoch nur für die Schauspieler auf der Bühne, denn bei "Ladies' Night - Ganz oder gar nicht" hat, erstmalig bei den Tiroler Volksschauspielen Telfs, Astrid Großgasteiger als Regisseurin alle Fäden in der Hand.

In ebendieser Komödie von Stephen Sinclair und Anthony McCarten beschließen sechs arbeitslose Männer, ihr Leben wieder in die eigenen Hände zu nehmen und eine Stripper-Gruppe zu gründen. Das gehe mit "oftmals deftiger Komik" aber auch mit "leisen Momenten und einer Grundmelancholie" vonstatten, beschrieb Großgasteiger die Atmosphäre und den Grundton des Stücks. In der eigens für Telfs bearbeiteten Fassung setze man im Gegensatz zum bekannten Film "Ganz oder gar nicht" aus dem Jahr 1997 verstärkt auf Musik aus den 1980er Jahren und zugleich auf eine zeitgemäßere Ästhetik.

Für die 50-50 Quote auf den Regisseur-Stühlen sorgt in diesem Jahr Klaus Rohrmoser. Dieser führt Regie bei "Die wilde Frau" aus der Feder des Volksschauspiel-Urgesteins Felix Mitterer. In diesem Stück kämpfen fünf Männer um eine stumme Frau, die eines Tages überraschend an deren Tür klopft. Ein sichtlich von Inhalt und Form des Mitterer-Werkes angetaner Rohrmoser nannte dieses "eines der interessantesten, wenn nicht das interessanteste Stück von Mitterer". Es habe "viele Schichten und Ebenen" und außerdem sei seine absolute "Wunschbesetzung" auf der Bühne. Premiere feiert "Die wilde Frau" am 26. Juli im großen Rathaussaal, anders als "Ladies' Night", das im Zirkuszelt am Thöni-Festplatz aufgeführt wird.

Eingerahmt werden die beiden Stücke von einem lesungslastigen Rahmenprogramm. Am Wort sind Uli Bree, Martin Kolozs und Barbara Aschenwald. Außerdem steht eine Art "Best-Of-Programm" des in Tirol bekannten Kabarettisten Markus Koschuh und ein Liederabend mit Judith Keller im Geiste von Edith Piaf am Spielplan. Nicht zuletzt kann man heuer auch mit einem neuen Volksschauspiel-Sujet aufwarten, das zum zweiten Mal vom Tiroler Künstler Anton Christian stammt.

(S E R V I C E - )

Kommentieren