Festnahme angeblich gewalttätiger Migranten der "Diciotti"

Nach der Landung des Schiffes "Diciotti" der italienischen Küstenwache im sizilianischen Trapani beharrt der italienische Innenminister Matteo Salvini auf seiner Forderung nach der Festnahme angeblich gewalttätiger Migranten, die sich an Bord befanden. Unterdessen soll sich Medienberichten zufolge Präsident Sergio Mattarella eingeschaltet haben, damit die Migranten das Schiff verlassen können.

© APA (AFP)
 

"Eine Anzeige genügt nicht. Ich dränge, bis die Verantwortlichen festgenommen werden", sagte Salvini am Freitag. Die Polizei soll italienischen Medienberichten zufolge zwei Menschen an Bord als Schlepper identifiziert haben. Die Staatsanwaltschaft von Trapani verlangte demnach, alle Passagiere als Zeugen anzuhören.

Salvini hatte der "Diciotti" am Mittwoch zunächst das Anlegen in einem italienischen Hafen verweigert. An Bord befanden sich 58 Männer, drei Frauen und sechs Kinder. Sie waren zunächst vom italienischen Schiff "Vos Thalassa" vor der libyschen Küste an Bord genommen worden. Einige der Flüchtlinge sollen jedoch auf der "Vos Thalassa" gegen die Crew vorgegangen sein. Medienberichten zufolge schlossen sich die Besatzungsmitglieder daraufhin im Kommandoraum ein und verständigten die Rettungszentrale in Rom.

Der italienische Innenminister hatte umgehend die Festnahme der angeblich gewalttätigen Migranten gefordert - bis dahin sollten alle Flüchtlinge das Schiff nicht verlassen. Staatschef Mattarella soll sich daraufhin persönlich eingeschaltet haben, um den Migranten in Trapani das Verlassen des Schiffes zu erlauben, berichteten italienische Medien. Der Vizepremier und Chef der regierenden Fünf-Sterne-Bewegung, Luigi Di Maio, sagte, die Entscheidung des Präsidenten müsse respektiert werden. Dies soll Salvini irritiert haben. Schlussendlich dementierte er aber, dass sich Mattarella in seine Kompetenzen eingemischt habe.

Salvini kündigte zudem Einsparungen bei den Ausgaben für die Versorgung der Asylsuchenden in Italien an: "Mein Ziel ist jährlich 500 Millionen Euro einzusparen, die für mehr Sicherheit in Italien ausgegeben werden sollen."

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