"O-Töne" Festival: Auftakt mit Seethaler und Gamillscheg

"Es gibt nichts schlimmeres als zu lange Lesungen". So begann der Autor Robert Seethaler am Donnerstagabend seinen Auftritt. "Ich frag dann einfach, ob es reicht." Seethalers Lesung markierte den Auftakt des Literaturfestivals "O-Töne", das heuer bereits zum 15. Mal im Wiener Museumsquartier stattfindet.

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Bereits eine Stunde vor Beginn des Programms waren bei freiem Eintritt die rund 300 Sitzplätze restlos besetzt. Der Sänger Stefan Sterzinger stimmte im Trio musikalisch auf den Abend ein. Ihm folgte Marie Gamillscheg, eine junge Grazer Autorin, die in Berlin lebt. Sie stellte als Erste von insgesamt 18 Autoren ihr Buch auf der Bühne im Haupthof vor. "Alles was glänzt" heißt ihr 2018 erschienener Roman - es geht um eine Handvoll Menschen, die in einer ehemaligen Bergbaugemeinde leben. Über dem Gemurmel im Museumsquartier las Gamillscheg von einem Dorf, dessen Bewohner, und einem Todesfall, der "mitten ins Herz trifft".

Dann gab Robert Seethaler sein Debüt beim Wiener O-Töne Festival. Durch den Roman "Der Trafikant" bekannt geworden, las der 51-Jährige aus seinem aktuellen Buch "Das Feld" vor. Das einleitende Gespräch mit der Moderatorin Katja Gasser war kurz - "Ich glaube, dass zu viel gequatscht wird auf der Welt", merkte der Autor an. Er las vier kurze Geschichten aus seinem Buch, Erzählungen aus dem Grabe. In ihnen geht um die letzten Tage des Lebens, um prägende Ereignisse, Freundschaft und Liebe. "Ein Buch über die Schönheit und Schrecklichkeit des Lebens", so Gasser.

Am 19. Juli lesen Arno Geiger ("Unter der Drachenwand") und Yara Lee ("Als ob man sich auf hoher See befände") Ausschnitte aus ihren Werken.

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