Türkische Truppen nähern sich PKK-Hochburgen im Nordirak

Wenige Wochen vor den Wahlen in der Türkei hat die türkische Armee eine neue Offensive gegen die PKK-Guerilla im Nordirak gestartet. Die Armee stehe davor, die Hochburgen der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) in den Kandil-Bergen einzuschließen, sagte der türkische Innenminister Süleyman Soylu am Montag der amtlichen Nachrichtenagentur Anadolu.

© APA (AFP/Archiv)
 

Mehrere Gebiete seien bereits unter Kontrolle und Kandil sei "kein fernes Ziel" mehr. Es sei nicht eine Frage des ob, sondern des wann, sagte Soylu. "Kandil wird für die Türkei eine Sicherheitszone werden. Die Armee stehe rund 26 Kilometer vor den PKK-Bastionen in den Kandil-Bergen, doch gebe es Gefechte und die Armee stoße auf Sprengsätze, sagte Soylu. Erst vergangene Woche waren laut der Armee vier Soldaten bei Kämpfen mit der PKK im Nordirak getötet worden.

In den Kandil-Bergen werden die PKK-Führer Murat Karayilan und Cemil Bayik vermutet. Der PKK-Gründer Abdullah Öcalan war 1999 festgenommen worden und sitzt derzeit eine lebenslange Freiheitsstrafe auf einer Insel bei Istanbul ab. Die PKK kämpft seit 1984 mit Gewalt gegen den türkischen Staat. Seit dem Zusammenbruch einer zweijährigen Waffenruhe im Juli 2015 wurden in dem Konflikt mehr als 3.000 Menschen getötet.

Die türkische Armee fliegt regelmäßig Luftangriffe auf PKK-Stellungen im Nordirak und verfügt zudem über mehrere Stützpunkte. Ministerpräsident Binali Yildirim sagte am Wochenende, die Türkei habe elf Militärbasen im Nordirak errichtet und die Zahl ihrer Bodentruppen verdoppelt. Die Türkei hatte im April die syrische Region Afrin von der kurdischen YPG-Miliz erobert. Seitdem droht Ankara immer wieder mit einer Offensive im Nordirak.

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