Demo in Istanbul erinnerte an Gezi-Proteste vor fünf Jahren

Hunderte Gegner des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan sind am Donnerstag in Erinnerung an die Massenproteste vor fünf Jahren in Istanbul auf die Straße gegangen.

 

Unter Beobachtung eines Großaufgebots an Sicherheitskräften zogen die Demonstranten in Richtung des Taksim-Platzes im Zentrum von Istanbul, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Größere Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Polizei gab es nicht.

Die damaligen Proteste hatten Ende Mai 2013 begonnen und richteten sich zunächst gegen Pläne zum Bau eines Einkaufszentrums auf dem Gelände des Gezi-Parks in Istanbul, einer der wenigen Grünflächen der Metropole. Die Proteste schlugen jedoch schnell in Wut gegen den damaligen Ministerpräsidenten Erdogan um und weiteten sich aufs ganze Land aus. Acht Menschen wurden bei den Protesten getötet.

"Wir sind die Gezi-Demonstranten, sie (die Regierung) werden gehen", war bei der Kundgebung am Donnerstag auf Spruchbändern und Plakaten zu lesen. "Die Dunkelheit wird gehen, Gezi wird bleiben", hieß es auf einem anderen. Den Gezi-Park selbst erreichten die Demonstranten nicht - dieser war bereits im Vorfeld von der Polizei abgeriegelt worden.

Beobachter sind sich einig, dass die Gezi-Proteste von 2013 und der Putschversuch von 2016 einen Wendepunkt in der jüngeren Geschichte der Türkei dargestellt haben. Massenproteste sind inzwischen selten, nicht genehmigte Versammlungen werden oft gewaltsam aufgelöst.

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