ÖAW stellt historische Landkarten online

Die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) hat fast 400 wertvolle historische Landkarten digitalisiert und online gestellt. Darunter finden sich Unikate wie die "Wieder-Woldan-Karte", die kurz vor der Entdeckung Amerikas entstanden ist. Die hochauflösenden Scans sind georeferenziert, können also mit aktuellen digitalen Karten übereinandergelegt und verglichen werden.

 

Die nun online gestellten Karten stammen aus der "Sammlung Woldan". Der Wiener Jurist und langjährige Leiter der Bibliothek der Geographischen Gesellschaft Erich Woldan (1901-1989) war ein leidenschaftlicher Sammler von Globen, Karten, Atlanten und anderen geografischen Werken. Nach seinem Tod vermachte er seine rund 20.000 Stück umfassende Kollektion - laut ÖAW eine der bedeutendsten mitteleuropäischen Privatsammlungen - der Akademie.

Im Rahmen eines nun abgeschlossenen dreijährigen Projekts sind über 380 Kartenblätter aus dem 15. bis 20. Jahrhundert aus Woldans Sammlung wissenschaftlich aufbereitet und digital frei zugänglich. Die hochauflösenden Scans können eingesehen und heruntergeladen werden. Sie sind georeferenziert, wurden also punktgenau den geografischen Koordinaten zugewiesen.

So kann man etwa einen in den Jahren 1769 bis 1772 erfassten, wandgroßen Stadtplan Wiens beispielsweise mit OpenStreetMap übereinanderlegen und vergleichen, wie weit etwa die Ausdehnung der Stadt zur Zeit Maria Theresias ging. Auch wenn ein solcher Vergleich auf globalem Maßstab nicht möglich ist, vermitteln die alten Karten den damaligen Wissensstand, vorherrschende politische Weltbilder und Visionen. Etwa die sogenannte Wieder-Woldan Weltkarte aus dem Jahr 1485, auf der der Indische Ozean als Binnenmeer, Jerusalem im Zentrum und am östlichen Kartenrand das Paradies dargestellt wurde.

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