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''Titanic''"Baby Hitler" Kurz: Kein Verfahren gegen Satire-Magazin

Laut Generalstaatsanwaltschaft Berlin wurden die Ermittlungen gegen das deutsche Satiremagazin "Titanic" eingestellt.

Das auf Twitter verbreitete Bild von Kurz hat für das Magazin keine juristischen Folgen. © Twitter/Titanic
 

Das deutsche Satiremagazin "Titanic" muss wegen seines "Baby-Hitler töten!"-Bildes über Bundeskanzler Sebastian Kurz keine Konsequenzen fürchten. Wie die Generalstaatsanwaltschaft Berlin der APA sagte, wurden die diesbezüglichen Ermittlungen eingestellt. Eine "Öffentliche Aufforderung zu Straftaten" sieht die Behörde nicht. Für ein Verfahren wegen Beleidigung fehlte ein Strafantrag des Kanzlers.

Das Verfahren ging auf Oktober zurück. Damals war Kurz noch Außenminister und hatte gerade die Nationalratswahl gewonnen. "Titanic" veröffentlichte daraufhin ein Bild des ÖVP-Chefs mit einer Zielscheibe und der Schlagzeile: "Endlich möglich: Baby-Hitler töten!" Die österreichischen Behörden leiteten die Causa an die Kollegen in Deutschland weiter. Dort wurde der Fall geprüft, die Ermittlungen aber eingestellt.

Offensichtlich kein ernsthafter Mordaufruf

Wie der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Berlin, Martin Steltner, der APA sagte, wurde der Verdacht der "Aufforderung zu Straftaten" verworfen, weil das Bild offensichtlich keinen ernsthaften Mordaufruf darstelle. Und ein Verfahren wegen Beleidigung sei nicht möglich gewesen, weil Kurz keinen Strafantrag gestellt habe.

Überraschend kommt die Einstellung des Verfahrens nicht, denn Medienrechtler haben von Anfang an darauf hingewiesen, dass Leser des Satiremagazins in dem "Baby-Hitler"-Bild keinen ernsthaften Aufruf zu einem Attentat erkennen würden. Entsprechend entspannt zeigte sich auch das Magazin und wärmte den Hitler-Gag mehrmals auf - zuletzt mit Geburtstags-Glückwünschen für Kurz am 20. April.

Kommentare (9)

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Irgendeiner
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Naja, es war nicht übermäßig witzig

und als Mordaufruf hats wohl keiner gelesen,aber den Baby-Hitler hätte er doch klagen können,das hätte ich mit Spannung gesehen,ich mein bei Köhlmeier hat er sich sogar gegen Vorwürfe gewehrt die gar nicht erhoben wurden.Ich finde, gewissen Dinge sollte man doch klären, ist ja so, als würde einer behaupten NGOs hätten geschleppt und den Beweis schuldig bleiben, nicht.

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selbstdenker70
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...

Das Urteil ist eine Frechheit und ein Freibrief für alle anderen.

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paulrandig
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selbstdenker70

Stimmt. Denn dann könnte auch H.C. ein Satiremagazin gründen und endlich völlig rechtens und ungestraft alles behaupten, was er will.
Er müsste dann nur seine Funktion als Vizekanzler mit "W" schreiben und vor das "z" ein "t" einfügen.

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wussly
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Paule!

Deswegen schaut's vor Ihrer Türe gar so ungekehrt aus.
Egal was links des Meridians passiert, löst ein reflexhaftes "aber die Anderen" aus.
Die Scheiben in Ihrem Glashäuschen dürften auch schon recht lädiert sein. 😀😀😀

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paulrandig
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wussly

Ojeoje. Da habe ich anscheinend meine Kritik-Ebenen nicht ganz durchdacht und nicht zur Genüge ausgeführt:

Ich wollte zeigen, dass es auch Satire übertreiben kann und trotz Freiheit der Kunst keine Brachialität brauchen sollte um ihre Inhalte zu transportieren.
Andererseits wollte ich zeigen, dass Satire als solche immer noch berechtig ist Dinge zu tun, die zum Beispiel der Politik verwehrt sein müssten, dass also jedes Metiér seinen eigenen Sprachkodex hat und "Satire ;-)" nicht als plumpe Rechtfertigung dienen soll, beleidigt einen (und nicht nur einen!) politischen Faux-Pas zu rechtfertigen.

Entweder man macht Satire oder man ist staatsführend. Die beiden Pole sind seit Jahrtausenden miteinander verwoben, leben aber von der gegenseitigen Unvereinbarkeit und Spannung.

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aral66
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Der Titel

würde aber sehr gut passen 🤣🤣🤣

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Sam125
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Der Titel

Also ich finde das gar nicht lustig, den als damals über Mohamed eine Satiere verfasst wurde, kamen die Morddrohungen gegen die Verfasser und sie mussten polizeilich geschützt werden!!
Da Satiere, nun mal Satiere bleiben soll, und es auch keine Strafen deswegen geben darf, bin ich allerdings schon der Meinung, dass wir uns alle hinter Herrn Kurz stellen! Den mit dieser Frechheit wuden wir ALLE angegriffen und als Hitlerfreunde dargestellt, nicht nur der österreichische Bundeskanzler, den ja bekanntlich das VOLK gewählt hat!! Und soetwas dürfte und sollte auch kein "Gegner" , des Bundeskanzlers gutheißen!!

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paulrandig
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Sam125

Da wäre ich jetzt sehr neugierig, zu welcher Familie die Satiere zoologisch gesehen gehören.
Beim Rest bin ich mir nicht im Klaren, was Sie meinen:
Satire soll Satire bleiben. Okay. Warum soll ich mich dann als ihn nicht gewählt habender Volksbestandteil hinter ihn stellen, wenn er Opfer der Satire wird, die ja nicht bestraft werden soll?
Da nützen auch zwei Rufzeichen nix, ich versteh's nicht.

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Sam125
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Paulrandig

Leider hat sich ein Fehler eingeschlichen!
Ich hab auch keine der beiden Redierungsparteien gewählt! Wenn wir jetzt anfangen , alles auch "Satire" unter Strafe zu stellen, dann darf öffentlich bald gar nichts mehr gesagt werden!! ZB muss dann auch der Villacher Fasching verboten werden! Egal jetzt, ob der überhaupt noch Zeitgemäß ist, nur zum als Beispiel!

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