Alois Schwarz ist neuer katholischer Bischof von St. Pölten

Der Vatikan hat die Ernennung von Alois Schwarz zum neuen römisch-katholischen Bischof von St. Pölten offiziell bekanntgegeben. Der 65-Jährige leitet derzeit die Diözese Gurk-Klagenfurt. Er löst in St. Pölten den 77 Jahre alten Klaus Küng ab, dessen Amtszeit nach Einreichen seines Rücktrittsgesuchs im Jahr 2015 verlängert worden war.

© APA
 

Bekannt gegeben wurde die Bischofsernennung wie üblich zu Mittag in der päpstlichen Presseaussendung, dem Bollettino. Schwarz (65) freut sich auf ein Miteinander in der Diözese. Er wolle den von Klaus Küng eingeschlagenen Weg der Heilung nach so manchen Auseinandersetzungen fortsetzen. Ein wichtiges Anliegen sei ihm die Evangelisierung, sagte er am Donnerstag in einer Pressekonferenz an seiner neuen Wirkungsstätte.

Der gebürtige Niederösterreicher dankte seiner bisherigen Diözese Gurk-Klagenfurt, die er sehr geschätzt habe. Er fühle sich Kärnten, den Menschen und ihrer Kultur sehr verbunden. Das habe es nicht leicht gemacht, den Auftrag anzunehmen, aber er fühle sich im Gebet getragen, sich auf die neue Aufgabe einzulassen, und freue sich, jetzt hier sein zu dürfen. Er freue sich zudem auf die Stifte und Klöster, die geistige Zentren im Bundesland seien. Schwarz, der sich für lebensnahe Seelsorge einsetzt, sprach auch die vielen von Küng gestarteten initiativen in den Pfarren an. Es gelte, mit Vorschlägen in die Regionen zu gehen. Evangelisierung sei ein Grundauftrag, es brauche Erneuerung von unten, ein aufeinander Zugehen.

Ein Datum für die Amtseinführung wurde noch nicht genannt. Man habe keine Eile, stellte der scheidende Diözesanbischof Klaus Küng (77) als Zeithorizont Ende Juni, Juli in den Raum. Er freue sich sehr, dass der Papst nun eine Entscheidung getroffen habe und er, Küng, das Amt in jüngere Hände legen dürfe. 14 Jahre in St. Pölten seien eine lange Zeit, erinnerte Küng, der zuvor als apostolischer Visitator in der damals krisengeschüttelten Diözese eingesetzt war, an die Herausforderungen. Nach verschiedenen Heilungsprozessen sei die Diözese auf einem guten Weg in die Zukunft. Er selbst werde künftig in Wien wohnen und damit "in der Nachbarschaft" bleiben.

Kardinal Christoph Schönborn hat indes dem designierten Bischof von St. Pölten, zu dessen Ernennung gratuliert. Der derzeitige Bischof der Diözese Gurk-Klagenfurt sei ein "umsichtiger Hirte, der weiß, wo der Schuh drückt", sagte Wiens Erzbischof am Donnerstag gegenüber "Kathpress". Schwarz selbst sagte, er freue sich auf ein Miteinander in der Diözese St. Pölten.

Schwarz bringe viel Gespür für gesellschaftliche Veränderungen mit und werde "aus einer starken Gläubigkeit heraus diese gar nicht einfache Aufgabe" angehen, umschrieb der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz den designierten Nachfolger von Bischof Klaus Küng in St. Pölten. Mit Schwarz kehre ein Niederösterreicher nach Niederösterreich zurück. "Er wird für uns ein wirklicher Gewinn sein", so Schönborn.

Besonders hob Wiens Erzbischof die Vielseitigkeit des künftigen St. Pöltner Bischofs hervor. Schwarz sei unter anderem ein "guter Analytiker" und Experte für alle großen Felder der Seelsorge. Dank und Würdigung sprach Schönborn dem scheidenden St. Pöltner Bischof aus. Küng habe diese Aufgabe 2004 "unter wirklich sehr schwierigen Bedingungen" übernommen und sie dann "wirklich bestens gemeistert".

Als besonderen Verdienst hob der Kardinal Küngs Einsatz in der Bischofskonferenz für die Themen Ehe und Familie hervor, das auch nach seiner Emeritierung ein Kernanliegen der Kirche bleiben werde. Ebenso würdigte Schönborn Küngs "umsichtigen, ehrlichen und offenen Umgang" mit dem Thema Missbrauch; seiner "klaren, geraden und ehrlichen Umgangsweise mit diesem schmerzlichen Problem" verdanke die Kirche in Österreich sehr viel.

Auch Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) freute sich am Donnerstag über die offizielle Bestellung des neuen Bischofs für die Diözese St. Pölten. "Mit Alois Schwarz kehrt ein Niederösterreicher nach Niederösterreich zurück". Das Land sage "ein herzliches Willkommen". Gleichzeitig richtete die Landeshauptfrau "ein großes Danke" an den scheidenden Bischof. "Klaus Küng hat die Diözese St. Pölten und damit das Land Niederösterreich in den vergangenen Jahren intensiv geprägt und mitgestaltet." Küng sei in einer besonders herausfordernden Situation nach St. Pölten gekommen und habe "mit Menschlichkeit, Nächstenliebe und der großen Kraft eines tiefen Glaubens für Ausgleich gesorgt." Mikl-Leitner dankte Küng zudem "für das hervorragende Miteinander zwischen Diözese und Land" - etwa bei zahlreichen Denkmalschutzprojekten.

Der erste Besuch des designierten Bischofs Schwarz galt laut "Kathpress" übrigens der Magna Mater Austriae in Mariazell, um dort zu beten. Schwarz machte am Donnerstagvormittag auf seinem Weg von Klagenfurt nach Niederösterreich im Marienwallfahrtsort Station, um innezuhalten und Gott um seinen "Segen für die Gläubigen und alle Menschen in Österreich" zu bitten.

Kommentieren