Rumpold ist laut Programmheft der erste Künstler, der diese Rolle sowohl im Sprechstück von Jean Poiret - in einer Produktion der Schaubühne Wien - als nun auch im Musical von Jerry Herman verkörpert. Und er tut dies famos mit überzeugend gestalteter Intensität, ohne allzu sehr zu outrieren. Matthias Schuppli als Georges erreicht diesen Level nicht ganz, eher blass trotz tuntig-bunten Treibens bleiben auch die meisten Mitwirkenden, bis auf Stefan Konrad als extrem überkandidelter Butler.

Prinsloo, der auch die routinierte, aber wenig mitreißende Choreografie beigesteuert hat, verlegt die Handlung in die 1970er-Jahre, also in die Entstehungszeit des Theaterstücks - und behält zugleich sämtliche Klischees von anno dazumal ungebrochen bei. Die Ausstatterin Monika Biegler bedient sich an entsprechenden Retro-Tapetenmustern, Monotonie erzeugen a la longue die permanenten Revuelichter, Aron Kitzigs Videokonzept sorgt mit kitschiger St. Tropez-Vedute, wogendem Meer und im Sturm wiegender Palme wenigstens für etwas Ironie - eine Qualität, die der Aufführung sonst leider viel zu wenig zuteilwird.

Musikalisch bemüht man sich redlich, wenngleich manche Stimme hörbar schwächelt und die vom Dirigenten Michael Zehetner eingeschlagenen Tempi meist sehr verhalten sind. Und mit über dreieinviertel Stunden ist der Abend insgesamt schlicht zu lang geraten. Immerhin: 29 Jahre nach der österreichischen Erstaufführung des Musicals in Amstetten hat nun auch die Kurstadt Baden nachgezogen.