Politischer Aschermittwoch eröffnete Kärntner ÖVP-Wahlkampf

Die ÖVP Kärnten ist am Mittwochabend offiziell in den Wahlkampf gestartet. Rund 1.300 Funktionäre aus allen Teilen Kärntens waren zum "politischen Aschermittwoch" in die Klagenfurter Messehalle gekommen. Bundesparteichef Sebastian Kurz und einige Bundespolitiker gaben das Motto für die kommenden Tage bis zum 4. März aus: "Laufen, laufen, laufen."

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Neben Kurz waren die Minister Elisabeth Köstinger, Juliane Bogner-Strauß und Josef Moser nach Klagenfurt gekommen, Wahlkampf-Stimmung verbreitete auch Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.

Mit Spannung erwartet und schon zu Beginn mit Standing Ovations bedacht wurde die Rede von Kurz - wer sich markige Wahlkampftöne und ein Pointenfeuerwerk erwartet hatte, wurde aber enttäuscht. In seinem elfminütigem Beitrag machte Kurz dafür vor allem den "neuen Stil" der Volkspartei verantwortlich, man wolle mit eigenen Ideen überzeugen. Die Landtagswahl in Kärnten wolle man ebenso wie die in Tirol und Salzburg gewinnen, sagte Kurz, der vor allem über die Beschlüsse der neuen Bundesregierung referierte, aber Kärnten auch Unterstützung für die Zukunft zusicherte.

Landesparteiobmann und Spitzenkandidat Christian Benger sprach davon, dass er Kärnten "nach vorne bringen und verändern" will. Er warf einen sorgenvollen Blick auf das Land: "Die Arbeitslosigkeit ist überdurchschnittlich, die Abwanderung groß, das Sozial- und Gesundheitswesen können wir nicht mehr finanzieren, die Betriebsgründungen sind überschaubar, die Schulden exorbitant." Vor diesem Hintergrund machte Benger eine "Koalitionsansage": "Für mich ist entscheidend: Reformen müssen stattfinden. Das ist die Koalitionsbedingung für die ÖVP."

Zu diesem Zweck stellte er auch eine überparteiliche Reformkommission vor. Die Mitglieder: Gottfried Haber für den Gesundheitsbereich, Werner Wutscher als Wirtschaftsexperte, Helga Berger als Finanzexpertin und für den Bereich Sicherheit die Kärntner Landespolizeidirektorin Michaela Kohlweiß. Weitere Schwerpunkte müssten die Bereiche "Jugend, ländlicher Raum und Bildung" sein, für "Straßenverkehr und Datenverkehr" gelte es, eine Infrastruktur-Milliarde sicherzustellen. "Wir könnten diese Milliarde - auf die Legislaturperiode gerechnet - selbst finanzieren", sagte Benger und nannte erneut die Bereiche Gesundheit und Soziales, sowie die Verwaltung als Beispiele mit Einsparungspotenzial, Benger bezifferte dieses mit 140, beziehungsweise 70 Millionen Euro pro Jahr.

Bei der Wahl will die ÖVP so viele Stimmen und Mandate erreichen, um "aus eigener Kraft am Verhandlungstisch" zu sein: "Mit eurer Kraft, mit meiner Entschlossenheit, mit dem gemeinsamen Willen und der Freude zu gewinnen werden wir erfolgreich sein", rief Benger den Mitstreitern im Saal zu.

"Ich war schon oft in Kärnten, aber so viele ÖVPler auf einem Fleck habe ich noch nie gesehen", startete Mikl-Leitner in ihr Bühnen-Interview, "es müssen aber noch viel mehr werden, um Kärnten verändern zu können." Sie verwies auf ihren Wahlkampf unter dem Motto "Miteinander", man müsse Ideen bündeln und zu besten Lösungen zu machen. Sie sei in Kärnten, um das "Feuer weiterzugeben, das in mir brennt, eine Wahl zu schlagen und zu gewinnen": "Laufen, laufen, laufen, es ist alles drin", lautete ihre Motivation für die Funktionäre.

Abgeschlossen wurde der Abend gleich mit drei Hymnen: Dem Kärntner Heimatlied, der österreichischen Bundeshymne, bei der so manchem Saalgast noch die töchterfreie Version durchrutschte. Und schließlich mit Rainhard Fendrichs "I am from Austria".

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