Georgischer Ex-Präsident Saakaschwili in den Niederlanden

Der georgische Ex-Präsident Micheil Saakaschwili hat sich nach seiner Abschiebung aus der Ukraine nach Polen am Mittwoch in die Niederlande begeben. Das berichteten mehrere niederländische Medien. Saakaschwili ist mit der Niederländerin Sandra Roelofs verheiratet.

© APA (AFP)
 

Wie die Zeitung "de Volkskrant" (Online) berichtete, hatte Saakaschwili über seinen Anwalt beim Ministerium für Sicherheit und Justiz einen Antrag auf Familienzusammenführung eingebracht. Der Einwanderungs- und Einbürgerungsdienst (IND) soll im Dezember erklärt haben, dass Saakaschwili dafür infrage kommen würde.

Saakaschwili war von 2004 bis 2013 Staatschef von Georgien. Nach zwei Amtszeiten durfte er nicht wieder kandidieren. Er wanderte zunächst in die USA aus. In seiner Heimat Georgien wird wegen Vorwürfen diverser Amtsvergehen - darunter Machtmissbrauch rund um die Niederschlagung von Anti-Regierungs-Protesten - gesucht. Ende 2015 war ihm daher die georgische Staatsbürgerschaft entzogen worden. Saakaschwili, Anführer der "Rosenrevolution" 2003, hatte in Georgien aber auch Reformen umgesetzt und gerade in der Korruptionsbekämpfung Erfolge erzielt.

Nach der Zeit in den USA zog Saakaschwili in die Ukraine. Dort wurde er 2015 Gouverneur der Schwarzmeerregion Odessa, überwarf sich dann aber mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko. Dieser wirft dem staatenlosen Ex-Präsidenten einen Putschversuch vor und ließ Saakaschwili mehrmals festnehmen. Am Montag wurde er dann nach Polen abgeschoben. Von dort aus kam Saakaschwili im September des Vorjahres zuletzt über die Grenze in die Ukraine.

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