Skandal um gekaufte Wählerstimmen auf Sizilien

Eine Woche nach den Regionalwahlen auf Sizilien ist ein Skandal um gekaufte Wählerstimmen auf der Insel entbrannt. Gegen einen neugewählten sizilianischen Regionalparlamentarier, Edy Tamajo, sind Ermittlungen wegen "Wahlkorruption" aufgenommen worden, berichteten italienische Medien am Samstag.

 

Der Mitte-Rechts-Politiker, der in den Reihen des neugewählten Präsidenten Siziliens, Nello Musumeci, in das Regionalparlament gehievt wurde, soll Vorzugsstimmen "gekauft" haben. 25 Euro soll Tamajo pro Wählerstimme gezahlt haben, lautet der Vorwurf.

Tamajo war mit 14.000 Vorzugsstimmen der meistgewählte Kandidat in Siziliens Hauptstadt Palermo. Auf regionaler Ebene landete er auf Platz drei im Ranking der meistgewählten Kandidaten. Der Politiker soll in den nächsten Tagen von den Ermittlern befragt werden. Er wies die Vorwürfe entschieden zurück.

Am Mittwoch war der bei der Regionalwahl auf Sizilien am Sonntag gewählte Abgeordnete Cateno De Luca wegen des Verdachts auf groß angelegten Steuerbetrug unter Hausarrest gestellt worden. Dem 45-jährigen Cateno De Luca wird vorgeworfen, zusammen mit dem Präsidenten eines örtlichen Unternehmerverbandes mittels fingierter Rechnungen 1,75 Millionen Euro am Fiskus vorbeigeschleust zu haben.

Die populistische Fünf-Sterne-Bewegung, deren Kandidat für die Präsidentschaft Siziliens, Giancarlo Cancelleri, im Duell gegen den Vertrauten von Ex-Premier Silvio Berlusconi, Nello Musumeci, unterlegen war, beklagte Wahlbetrügereien auf Sizilien. In den Wahllisten der Mitte-Rechts-Parteien seien unzählige Kandidaten mit Justizproblemen aufgenommen worden. Cancelleri erklärte, er werde für die Parlamentswahlen im kommenden Frühjahr die Entsendung von OSZE-Beobachtern fordern, um Wahlbetrug auf Sizilien zu bekämpfen.

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