Das Atomabkommen wurde im Juli 2015 vom Iran und den fünf UN-Vetomächten sowie Deutschland ratifiziert. Es räumt Teheran das Recht auf friedliche Nutzung der Kernkraft ein, aber nicht den Bau von Kernwaffen. Zudem sah es den Abbau gegen Teheran verhängter Wirtschaftssanktionen vor, doch halten die USA diverse Sanktionen aufrecht.

Irans oberster Führer Ayatollah Ali Khamenei unterstrich die Drohung indirekt. "Wenn unsere jungen Wissenschafter in kurzer Zeit Uran von 3,5 auf 20 Prozent anreichern können, wären sie auch in der Lage, es auf 99 Prozent anzureichern", sagte er laut der Nachrichtenagentur Tasnim. Über 90 Prozent angereichertes Uran kann auch für den Bau von Atombomben genutzt werden.

Bisher wurde das Atomabkommen nicht umgesetzt wie vom Iran erhofft. Schuld dran sind laut Teheran die USA, die besonders Wirtschaftsprojekte mit Europa sabotieren. Über lukrativen Verträge mit europäischen Unternehmen hoffte der Iran auf zahlreiche neue Arbeitsplätze im Land. Doch europäische Großbanken verweigern oft aus Angst vor amerikanischen Strafen die Finanzierung der Projekte. Daher steckt der Iran auch nach dem Abkommen noch in der Wirtschaftskrise.