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Lehrervertreter gegen Kostenneutralität bei Schulreform

Soll die Schulautonomie Verbesserungen bringen, müsse sich die Regierung vom "Dogma 'Kostenneutralität'" verabschieben, forderten die Unabhängigen Lehrergewerkschafter (ÖLI-UG) am Dienstag. Ohne Zusatzpersonal für autonome Schwerpunkte, Integration, Inklusion, Sprachgruppen etc. müsse nämlich jede kleinere Lerngruppe und jedes Zusatzangebot durch Verzicht auf Klassenteilungen "finanziert" werden.

© APA
 

"Es ist verantwortungslos, eine Schulreform zu machen, ohne die Ressourcen dafür zur Verfügung zu stellen", kritisiert Reinhart Sellner, der für die ÖLI-UG im Vorstand der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) sitzt, im Gespräch mit der APA. Die Unabhängigen Lehrergewerkschafter fordern deshalb zusätzliche Ressourcen, die nach der sozialen Zusammensetzung der Standorte (Umgangssprache, Bildung und berufliche Stellung der Eltern etc.) vergeben werden sollen.

Wichtig sei auch, dass die versprochene Entpolitisierung tatsächlich umgesetzt und bei der Entscheidung über die künftige Leitung der Schulen bzw. Cluster (aus bis zu acht Standorten) Rechte der Lehrer gestärkt werden. Derzeit ist etwa vorgesehen, dass nicht die Lehrer der betreffenden Schulen, sondern Vertreter der politisch besetzten Zentralausschüsse bei der Personalwahl mitentscheiden.

Kritisch sehen die Unabhängigen Lehrervertreter außerdem, dass vorerst gemeinsame Cluster aus Pflichtschulen (v.a. Volks-, Neue Mittelschule/NMS) und Bundesschulen (AHS, BMHS) nicht möglich sein sollen. Dieses "unverminderte Nebeneinander" sei "eine Bastion gegen Gesamtschul-Modellregionen und jede Zusammenarbeit von Landes- und BundeslehrerInnen an einem Standort", wie es in den Presseunterlagen heißt.

Von der GÖD erwartet Sellner nun, dass sie aktiv auf mehr Mittel für die geplante Reform drängt und außerdem "stärker an die Interessen der Kollegen an den Schulen denkt". Hoffnung setzt Sellner auch auf die Verhandlungen der Regierung mit den Grünen, um die für zahlreiche Reformpunkte notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament zu bekommen: Am Ende müsse es nicht nur mehr Mitsprache für Direktoren und Clusterleiter geben, sondern auch für Schüler, Eltern und Lehrer.

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