In Leuchtschrift auf BusFahrer bezeichnete Impfen als "Mord": fristlos entlassen

Busfahrer in Oberösterreich änderte Leuchtschrift auf Fahrzeug. Statt dem Fahrziel prangte dort: "Impfen ist Mord". Verkehrsverbund reagierte und entließ den Mann fristlos.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
Busfahrer nach Anti-Impf-Botschaft fristlos entlassen © F16-ISO100 - stock.adobe.com
 

Ein Busfahrer, der Freitagabend in Linz einen Bus des Oberösterreichischen Verkehrsverbundes (OÖVV) mit der Leuchtschrift "Impfen ist Mord" versehen hat, wurde nun ausgeforscht und fristlos entlassen. Dank mehrerer Zeugenaussagen zur Uhrzeit und Bildern, auf denen das Kennzeichen des Fahrzeuges zu sehen war, konnte der Mann eindeutig identifiziert werden, berichtete der OÖVV in einer Presseaussendung.

Der Fahrer war für das Unternehmen Dr.- Richard tätig, das sich von ihm trennte. Beide Verkehrsunternehmen hatten sich gleich nach dem Auftauchen der Bilder von der Botschaft distanziert. Das Bild des Busses kursierte seit Samstag auf Social Media. Wo normalerweise Linien-Nummer und Fahrziel zu lesen sind, prangte in Leuchtschrift "Impfen ist Mord". Die Schrift könne nur vom Lenker in einer Pause oder nach Dienstschluss verändert worden sein, hieß es beim OÖVV. Experten bestätigten die Echtheit des Bildes. Die Gratiszeitung "Heute" (Mittwoch-Ausgabe) sprach mit der 17-Jährigen, die das Foto mit ihrem Handy gemacht hat.

"Öffentliche Verkehrsmittel instrumentalisiert"

Beim OÖVV war man froh, dass sich die Sache geklärt hat. "Wir
akzeptieren und respektieren jede private Meinung und Haltung. Sobald allerdings öffentliche Verkehrsmittel des OÖ Verkehrsverbundes instrumentalisiert werden, um private Meinungen und Ansichten zu verbreiten, müssen wir natürlich handeln und gemeinsam mit dem verantwortlichen Verkehrsunternehmen entsprechende Maßnahmen einleiten", sagte Geschäftsführer Herbert Kubasta.

"Nichtsdestotrotz bedauern wir es sehr, dass die sehr angespannte Corona-Situation Menschen zu solchen Handlungen veranlasst und im konkreten Fall dazu geführt hat, dass ein Lenker in Zukunft keine OÖVV Busse mehr steuern wird", fügte er hinzu.

Pflegeheim-Mitarbeiter bei Demo gegen Impfpflicht

Auch die SZL Seniorenzentren Linz GmbH griff nach einem fragwürdigen Auftritt dreier Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter bei einer Corona-Demo durch: Die Betroffenen waren am Wochenende in Wien mit einem Transparent mit der Aufschrift "Seniorenzentren Linz sagen Nein zur Impfpflicht" aufgetreten. Der Dienstgeber hatte sich distanziert und dienstrechtliche Konsequenzen angekündigt. Der Spruch vereinnahme das Unternehmen "auf schädigende Art und Weise", spiegle "in keiner Weise die Sicht des Unternehmens wider" und konterkariere dessen Bemühungen um eine hohe Durchimpfungsrate zum Schutz der Bewohnerinnen und Bewohner, begründete Vizebürgermeisterin und SZL-Aufsichtsratschefin Karin Hörzing (SPÖ) die dienstrechtlichen Konsequenzen.

Der Linzer Gesundheitsstadtrat Raml sieht das hingegen anders: "Die Entlassung von Pflegekräften ist der falsche Weg aus der Gesellschaftskrise. Demonstrationsteilnehmer vom Arbeitsplatz zu verbannen, ist moralisch und rechtlich nicht vertretbar", kritisierte er. Er hätte eine Ermahnung für ausreichend gehalten und riet den Betroffenen via Presseaussendung, "ihren Betriebsrat zu konsultieren und die Entlassungen oder Kündigungen rechtlich zu bekämpfen". Es gebe in der Pflege ohnehin wenig Personal, das man daher "nicht vor den Kopf stoßen" sollte.

Kommentare (14)
owlet123
0
1
Lesenswert?

und in einschlägigen Gruppen wird er als Held gefeiert

.

deCamps
0
3
Lesenswert?

Hier gehts um ein letztklassige Handlungs- und Verhaltensweise von heute und nicht um Sachen von vorgestern gestern. Die damit in keinem Zusammenhang stehen.

.
Hier gehts aus meiner Sicht und nach meiner Meinung nicht um eine Gesellschaftskrise, sondern ausschließlich um eine Gesundheitskrise mit allen Nachhaltigkeit, mit derzeit bis zu 12.000 Toten und einer fast täglich stattfinden Gemeingefährdung in dieser Zeit.
.
Was er für moralisch und rechtlich nicht vertretbar hält und als Ermahnung für ausreichend gehalten hätte, interessiert niemanden. Das hat im Endeffekt nichts mit dem Mangel an Pflegepersonal zu tun. Sorry, das ist ein mieses Verhalten dieser Menschen. Und widerspricht sicherlich den arbeitsrechtlichen und gesundheitsrechtlichen Bestimmungen.
.
Derartige Klagen und deren Ausgang können, dann präjudiziert werden. Was sich in der Pandemiezeit bereits mehrfach gezeigt hat.

laster
0
4
Lesenswert?

es ist erschreckend,

wie viele Drottel es gibt.
Eine fristlose ist wohl das Wenigste.

Pelikan22
6
10
Lesenswert?

Dr. Richard ...?

Genau die Firma, die 2015 hunderte Demonstranten nach Spielfelt transportierte, wo dann diese Horde Polizisten beflegelte und tätlich angegriffen hat. Mein Neffe hat damals den Dienst quittiert!

EvilC
0
12
Lesenswert?

Sieht so aus als hätte…

… die Firma aus ihren Fehlern gelernt.

cockpit
3
11
Lesenswert?

Pelikan

was hat das Eine mit dem Anderen zu tun?

deCamps
1
0
Lesenswert?

Kann ich nur zustimmen.

Genaugenommen Nichts.

GanzObjektivGesehen
1
7
Lesenswert?

Weil da nachweislich in den Bussen keine Masken getragen wurden.

Da lässt sich dann schon eine Gewisse Tendenz zum zivilen Ungehorsam erkennen......

RonaldMessics
3
96
Lesenswert?

Völlig....

...richtig, uns aus. Erstens ist Meinung nicht Wissen, und zweitens missbraucht er eine Firma für seine abstrusen Gedanken.

samro
5
103
Lesenswert?

mehr als richtig

das kann nur fristlos sein!

frechheit den arbeitgeber mit seinen querdenkerindeen instrumentalisieren zu wollen.

Ennstaler
10
117
Lesenswert?

Absolut richtig….

das geht eindeutig zu weit!! Jeder soll und darf seine Meinung haben, aber sowas geht eindeutig nicht. Umgekehrt fahren ja auch keine Busse herum auf denen steht, dass die fanatischen Leugner und Verweigerer bitte auf eine baldige Spitalsbehandlung verzichten mögen. Obwohl- das würde mehr Sinn machen

meinemeinung63
6
85
Lesenswert?

Kopfschütteln!!

Und das Stempelgeld streichen!

EvilC
1
54
Lesenswert?

Aufgrund der Fristlosen…

… bekommt er im ersten Monat ohnehin kein Geld vom AMS und seine Abfertigung - falls er nicht im neuen System ist - verliert er auch.

styrianprawda
0
8
Lesenswert?

@EvilC

Die MFG wird ihm schon unter die Arme greifen!
Oder vielleicht auch "Dr." Kickl.