Zu einer wahren Zerreißprobe für die Nerven einer jungen  Frau wurde ihre Heimfahrt nach einem Studienaufenthalt von Berlin nach Graz. Keine Rede von „Nerven sparen, Bahn fahren!“ wie der bekannte Slogan verheißt. Rund zwölf Stunden hätte die Fahrt mit der Bahn dauern sollen, fast 24 Stunden sind es geworden. Dazwischen lag eine wahre Odyssee. Vor Fulda blieb der Zug der Deutschen Bahn plötzlich stehen, die junge Frau verpasste deshalb ihren Anschluss. Der nächste Zug hatte wieder technische Probleme, fuhr zuerst nur mit halber Geschwindigkeit, blieb dann gänzlich liegen; alle Passagiere musste in einen Ersatzzug umsteigen. In München musste die Studentin zuerst fünfeinhalb Stunden warten, wurde dann aber irrtümlich in einen falschen Zug gesetzt. Dieser fuhr gar nicht wie angekündigt über Schwarzach St. Veit. „Die Deutsche Bahn hat mir ein falsches Ticket ausgestellt und mir einen falschen Zug zugewiesen!“, berichtet die Frau. Die österreichischen Bundesbahner halfen dann zwar freundlich weiter; zu Hause angelangt, war die Studentin aber dennoch fix und fertig.

Halbe Ticketkosten

Nach ihrer Beschwerde wurden der Frau die Hälfte des Ticketpreises und Telefonkosten, sprich 60 Euro (siehe Info), angeboten. „Es kann doch nicht sein, dass die Bundesbahn in so einem krassen Fall den Kunden derart gering finanziell abfertigt. Ganz abgesehen von der physischen wie auch psychischen Belastung!“, wandte sich der Vater an den Ombudsmann. „Grundsätzlich sind wir für Verspätungen, die sich außerhalb von ÖBB-Bahnnetzen ereignen, nicht verantwortlich und zuständig“, erklärte Christoph Posch von den ÖBB.

„Ich kann Ihrer Leserin aus Kulanzgründen einen Gutschein von 100 Euro und zwei Upgrades für die 1. Klasse als einmalige Entschädigung anbieten“, so der Pressesprecher, der der jungen Frau außerdem riet, „weitere erlittene Unkosten mit der Deutschen Bahn über die dortigen Fahrgastrechte abklären zu lassen“. „Herzlichen Dank für Ihren Einsatz. Wir nehmen das Angebot an“, war der Vater erfreut.