Der junge Mann soll bereits vor Jahren unter Depressionen gelitten haben, berichten Bekannte. Die Mutter einer Klassenkameradin von Lubitz sagt zu Medien, dass er ihrer Tochter anvertraut habe, er habe sich eine Auszeit nehmen wollen. "Offenbar hatte er ein Burn-out, eine Depression." Als ihre Tochter Lubitz vor Weihnachten gesehen habe, sei jedoch alles in Ordnung gewesen. Sie glaubt nicht, dass der 28-Jährige die Tat über längere Zeit vorbereitet hatte. "Das kann nicht geplant gewesen sein, obwohl es ja eigentlich wie ein Amoklauf war."

 Auch die "Passauer Neue Presse" schreibt, dass Lubitz psychisch labil gewesen sein soll. Ein Bekannter habe der Zeitung berichtet: "Er ist ein Freak, er wollte unbedingt Pilot werden, aber er ist psychisch labil, hatte deshalb auch seine Ausbildung für einige Monate unterbrochen." Auslöser dafür sei ein "Aussetzer" gewesen, wie der Bekannte sagt. Lubitz sei vom Fliegen förmlich besessen gewesen. Sein ganzes Zimmer sei mit Bildern von Flugzeugen und Emblemen von Lufthansa tapeziert gewesen.

Co-Pilot mehrfach überprüft

Bei den routinemäßigen Sicherheitsüberprüfungen des Germanwings-Co-Piloten hat die Luftaufsicht keine Auffälligkeiten festgestellt. Das teilte die Düsseldorfer Bezirksregierung am Donnerstag mit. Zuletzt sei dem 28-Jährigen Ende Jänner bescheinigt worden, dass keine strafrechtlichen oder extremistischen Sachverhalte gegen ihn vorliegen.

Die Luftaufsicht habe ihn im Jahr 2008 zum ersten Mal sicherheitsüberprüft und zum zweiten Mal 2010, auch die beiden vorigen Male ohne jede belastende Erkenntnis. Die Sicherheitsüberprüfungen finden jetzt alle fünf Jahre statt, früher alle zwei Jahre.

Die Luftaufsicht überprüft sämtliches Boden-, Kabinen- und Cockpitpersonal der im Rheinland ansässigen Airlines, sowie alles Personal, das den Sicherheitsbereich der Flughäfen Köln/Bonn, Düsseldorf und Weeze betreten darf.

Wonsitze werden durchsucht

Ermittler haben mit der Durchsuchung der Düsseldorfer Wohnung des verdächtigen Germanwings-Kopiloten begonnen. Sie betraten am Donnerstag das Haus am Stadtrand, in dem der 27-Jährige wohnte. Grundlage ist ein Ersuchen der französischen Justiz. Der Kopilot steht im Verdacht, die Germanwings-Maschine mit weiteren 149 Menschen an Bord am Dienstag vorsätzlich zum Absturz gebracht zu haben. Kriminalbeamte suchen nun nach Hinweisen auf ein mögliches Motiv oder Anzeichen für eine psychische Erkrankung. Auch die Durchsuchung des Wohnsitzes in Montabaur in Rheinland-Pfalz steht unmittelbar bevor. 

Die Luftaufsicht gab unterdessen bekannt, dass bei den routinemäßigen Sicherheitsüberprüfungen des Copiloten keine Auffälligkeiten festgestellt wurden. Zuletzt sei dem 28-Jährigen Ende Jänner bescheinigt worden, dass keine strafrechtlichen oder extremistischen Sachverhalte gegen ihn vorliegen. Auch bei den vorherigen zwei Überprüfungen blieb Andreas L. ohne jede belastende Erkenntnis.

Absturz absichtlich herbeigeführt

Der Absturz der Germanwings-Maschine in den französischen Alpen ist nach Ermittlungen der französischen Staatsanwaltschaft vom Kopiloten mit Absicht verursacht worden. Andreas Lubitz war 27 Jahre alt und stammte aus dem rheinland-pfälzischen Montabaur. Lubitz wuchs  in der Westerwald-Kommune Montabaur auf, in einem ruhigen Wohngebiet im Süden der Stadt, inmitten von Einfamilienhäusern mit Gärten und nicht weit von einem Freizeitbad. Dort war er auch noch teilweise zu Hause, auch in Düsseldorf soll er gewohnt haben.

Er war seit September 2013 als Pilot bei der Lufthansa-Tochter Germanwings beschäftigt und hat 630 Flugstunden absolviert. Vorher war er nach Lufthansa-Angaben während einer Wartezeit Flugbegleiter. "Er war 100 Prozent flugtauglich, ohne Einschränkungen und Auflagen", sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr. Als Absolvent kam Lubitz frisch von der Verkehrsflieger-Schule der Lufthansa in Bremen zum Kölner Unternehmen. Er habe seine Ausbildung zum Piloten für mehrere Monate unterbrochen, dies sei aber nicht unüblich. Zu den Gründen sagte Spohr nichts.

"Netter, lustiger und höflicher Mensch"

Lubitz lernte das Fliegen im Luftsportclub Westerwald (Montabaur) lieben. Lange Jahre stieg er dort in die Flieger und landete sie sicher. Im vergangenen Jahr habe er seine sogenannten Scheinerhaltungsflüge gemacht, sagte der Vereinsvorsitzende Klaus Radke. "Da habe ich ihn als sehr netten, lustigen und höflichen Menschen kennengelernt", sagte er weiter.

Seinen "Traum vom Fliegen", den habe er sich erfüllen können und teuer mit seinem Leben bezahlt - so hieß es in der Traueranzeige für den Kopiloten des LSC Westerwald. Die Internet-Seite des Luftsportclubs war nach den Meldungen aus Frankreich nicht mehr abrufbar.

Der Kopilot ist als Absolvent der Verkehrsflieger-Schule der Lufthansa in Bremen zum Kölner Unternehmen gekommen. Die Bremer Schule gibt es seit 1956. Sie gehört nach eigenen Angaben zum Unternehmen Lufthansa Flight Training mit insgesamt acht Standorten. Die Ausbildung zum Flugkapitän dauert 29 bis 33 Monate. Nach den ersten sechs Monaten Theorie geht es für vier Monate nach Phoenix in Arizona zum ersten Fliegen mit einmotorigen Maschinen. Nach der Rückkehr nach Bremen wird am Flugsimulator geübt, später fliegen die Flugschüler mit einer Cessna Citation. Der Abschluss mit einer Musterschulung auf einen bestimmten Flugzeugtyp ist in Frankfurt. Flugkapitäne werden in Bremen nicht nur für die Lufthansa, sondern für verschiedene Airlines ausgebildet.