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Neos-Chef WiederkehrWird ein Franzose Vizebürgermeister von Wien?

Neos-Spitzenkandidaten Christoph Wiederkehr wählte bei letzter Präsidentenwahl Emmanuel Macron. Wiederkehrs Mutter ist Französin, er ist von Geburt an österreichisch-französischer Doppelstaatsbürger. Ganz legal.

Wiederkehr im Podcast der Kleinen Zeitung
Wiederkehr im Podcast der Kleinen Zeitung © (c) Christoph Kleinsasser (Christoph Kleinsasser)
 

Wer vor der letzten Nationalratswahl - je nach Sichtweise - die Hoffnung oder die Befürchtung geäußert hatte, ins Kanzleramt würde bald eine türkis-grüne Koalition einziehen, wurde als Utopist, politischer Naivling abgetan. Am Sonntag wählt Wien. Glaubt man den Meinungsforschern, kann Bürgermeister Michael Ludwig künftig zwischen drei Partnern wählen. Die Wahrscheinlichkeit einer Koalition mit der ÖVP scheint gering zu sein, die Marschroute gibt nicht der schwarze Wirtschaftskammerchef  Walter Ruck, sondern Gernot Blümel vor. Nicht auszuschließen, dass sich Blümel nach geschlagener Wahl als Koalitionspartner anbietet, allerdings den Preis in lichte Höhe treibt. Was dieser sein könnte? Die Forderung nach einem türkisen Finanzstadtrat.

Die Fortsetzung von Rot-Grün scheint – aus heutiger Sicht – die wahrscheinlichste Option zu sein. Zwar hat man in den mächtigen roten Flächenbezirken die Nase voll von Pop-up-Radwegen und anderen Projekten, die der Verkehrsberuhigung dienen. Auch hängt der Lobautunnel wie ein Damoklesschwert über Rot-Grün. Andererseits scheint Ludwig nicht ein Freund großer Experimente zu sein, was gegen die dritte Option spricht.

Ganz legaler Doppelstaatsbürger

Würde Ludwig mit den Neos koalieren, hätte Wien erstmals einen österreichisch-französischen Doppelstaatsbürger als Vizebürgermeister. Christoph Wiederkehrs Vater stammt aus Ungarn, seine Mutter aus Frankreich. Wer von Geburt an beide Staatsbürgerschaften besitzt, kann, so die französischen wie auch die österreichischen Bestimmungen, beide behalten. Ganz legal. Wiederkehr gab bei der Stichwahl in Frankreich seine Stimme für Emmanuel Macron ab.

Die Forderungen der Neos für einen Eintritt in die Wiener Regierung sind nicht unüberwindbar: Schule und Bildung als großer Schwerpunkt, Senkung der Gebühren, Klimaschutz, Belebung der Grätzel und die Ausweitung der Prüfkompetenz des Landesrechnungshofs auf alle Wiener Parteikassen. Letzteres ist ob der historisch gewachsenen roten Verfilzungen schmerzhaft für die SPÖ, ein Schulterschluss mit den Neos würde aber bildungspolitisch einen neuen Aufbruch signalisieren.

VVoraussetzung ist natürlich, dass sich Rot-Pink ausgeht. Kommt die SPÖ auf 42 Prozent und schaffen die Neos mehr als sieben Prozent, könnte diese Allianz nach Mandaten das Licht der Welt erblicken. Damit die Neos auch den Vizebürgermeister stellen, müsste der Stadtsenat vergrößert werden. Was ab ungefähr sieben Prozent möglich wäre.

 

Kommentare (3)

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DergeerderteSteirer
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Hr. Jungwirth, das steht in keiner "Glaskugel",.....

wage Vermutungen, wage Spekulationen sind fehl am Platz da der Wähler im Normalfall am Zug ist, ausser es entstehen Mogeleien bei der Briefwahloption........ ausschließen kann man bei der gewissen politischen Korruptionskultur eigentlich nichts, für mich gilt da "Vertrauen ist gut aber Kontrolle ist da besser", natürlich durch Leute ohne Befangenheit!!

BernddasBrot
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2
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angesichts der Tatsache , dass Wien

seit 1945 die größte Wirtschaftskrise bevorsteht , nur logisch......

Civium
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Der Strudelteig und der Kaffee kommt aus der Türkei, kann mir Wien ohne Strudl und Melange nicht vorstellen!

Warum nicht??der Vater von

Hans Moser waren auch Franzose und Mosers Geburtsname ist Julier .
Kann man sich Hans Moser als Franzose vorstellen? Glaube kaum, urwienerisch geht's wohl nimmer!
Wir Österreicher haben alle etwas vom ganzem Kontinent, das ist das was uns ausmacht!!
Das Wiener Telefonbuch ist ein europäisches und spiegelt unsere Geschicbte!!!