Dossier
NR-Wahlergebnis 2017

Ausgangslage für die Nationalratswahl 2019

Wie ist die Ausgangslage für die Nationalratswahl am 29. September 2019? Verschaffen Sie sich einen Überblick. Hier finden Sie die wichtigsten Ergebnisse der letzten Nationalratswahl 2017 in einem Dossier zusammengefasst.

Foto © APA. Das Parlament am Dr.-Karl-Renner-Ring in Wien wird derzeit umgebaut. Die Nationalratssitzungen finden inzwischen im Parlamentsausweichquartier (Bild) nahe der Hofburg statt.

Bei den Nationalratswahlen 2017 schafft die ÖVP mit ihrem Spitzenkandidaten Sebastian Kurz einen Zugewinn von 7,5 Prozentpunkten und wird mit 31,5 % stimmenstärkste Partei. Die SPÖ mit ihrem Spitzenkandidaten Christian Kern stagniert bei 26,9 % (+/–0 %) und kann Platz zwei nur knapp gegenüber der FPÖ mit HC Strache als Spitzenkandidaten und einem Ergebnis von 26,0 % (+5,5 %) behaupten. Die großen Verlierer sind die Grünen mit ihrer Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek, die mit einem Minus von 8,6 Prozentpunkten auf nur 3,8 % kommen und damit den Einzug in das Parlament verfehlen. Die Neos mit Parteichef Matthias Strolz können sich um 0,3 Prozentpunkte leicht steigern und kommen auf 5,3 %. Peter Pilz, der sich mit seiner Liste Pilz von den Grünen abgespaltet hat, schafft mit 4,4 % beim ersten Versuch den Einzug in das Parlament.

Jetzt werden die Karten wieder neu gemischt. Wie sich die politischen Ereignisse der vergangenen Wochen und Monate im Land auf das Wahlergebnis am Sonntag den 29. September 2019 auswirken, bleibt offen. Bis dorthin wird es auf jeden Fall ein intensiver, aber auch spannender Wahlkampf.

Countdown zur Nationalratswahl 2019:

 

Prozente

Ergebnis 2017 in Prozent

Die ÖVP mit Sebastian Kurz schafft es, die SPÖ zu überholen, und wird stimmenstärkste Partei. Die Grünen erleiden ein Wahldebakel und fliegen aus dem Parlament. Neu im Parlament: die Liste Pilz.

Die Grünen – 2013 noch bei 12,4 Prozent – verfehlen 2017 mit 3,8 Prozent den Parlamentseinzug. Neu hingegen im Parlament die Liste Pilz mit 4,4 Prozent. Die FPÖ landet knapp hinter der SPÖ auf Platz 3. Die Neos bleiben stabil mit leichtem Zugewinn.

Die ÖVP mit einem Plus von 7,5 Prozentpunkten und die FPÖ mit einem Zugewinn von 5,5 Prozentpunkten sind die Gewinner der Nationalratswahl 2017. Die großen Verlierer sind die Grünen mit einem Minus von 8,6 Prozentpunkten.

Vergleicht man das Ergebnis von 2017 mit dem Ergebnis von 2002, dann wird sichtbar, dass die beiden Großparteien zusammen 20,5 Prozentpunkte gegenüber 2002 verloren haben. Wobei den größeren Verlustanteil die ÖVP mit minus 10,8 Prozentpunkten einfährt. Die SPÖ verliert im gleichen Zeitraum 9,7 Prozentpunkte. Davon profitiert die FPÖ (plus 15,5 Prozentpunkte). Die Grünen kommen auf minus 5,7 Prozentpunkte gegenüber 2002 und sind nicht mehr im Nationalrat vertreten.

Stimmen

Ergebnis 2017 in Stimmen

Bei der Nationalratswahl 2002 können die beiden Großparteien SPÖ und ÖVP zusammen noch rund 3,869 Millionen Stimmen für sich verzeichnen. 2017 sind es zusammen nur noch rund 2,957 Millionen. Das ist ein Minus von rund 912.000 Wählerstimmen.

Von den Verlusten der beiden „Großen“ profitiert vor allem die FPÖ, die 2017 rund 1,316 Millionen Stimmen (+354.129 Stimmen) verbuchen kann. Neos, Liste Pilz und die Grünen kommen 2017 zusammen auf 684.696 Stimmen. 2017 werden gesamt 5.120.881 Stimmen abgegeben.

Mandate

Ergebnis 2017 in Mandaten

Teilen sich 2013 noch sechs Parteien die 183 Mandate, so sind es 2017 fünf Parteien, welche Mandatare ins Parlament entsenden. Die Zahl der Abgeordneten von ÖVP und SPÖ schrumpft im Vergleich zu 2002 von zusammen 148 auf 114 nach der Wahl 2017.

Die Mandatsverteilung im Parlament hat sich seit 2017 durch Parteienwechsel oder Austritte verändert.

Nur SPÖ und Neos können ihren Mandatsstand von 2017 halten. ÖVP und FPÖ haben je einen Abgeordneten, die Liste Pilz (geändert auf Jetzt) hat zwei Abgeordnete an die Fraktionslosen verloren.

Landkarte

Politische Landkarte Österreichs 2017

Die politische Bundesländer-Landkarte in Österreich wird 2017 von Türkis (Liste Sebastian Kurz – die neue Volkspartei) dominiert. Die SPÖ kann nur noch in Wien und im Burgenland die Mehrheit halten. Die FPÖ schafft 2017 eine Bundesländermehrheit – in Kärnten.

Bei den Bezirksergebnissen ein ähnliches Bild – Türkis (Liste Sebastian Kurz – die neue Volkspartei) dominiert. Schafften 2013 auch die Kleinparteien ein paar Bezirksmehrheiten, so können 2017 nur noch die SPÖ und die FPÖ die türkise Dominanz durchbrechen.

 

Wahlbeteiligung

Wahlbeteiligung im Vergleich

Die Wahlbeteiligung ist 2017 gegenüber der Nationalratswahl 2013 gestiegen und liegt bei 80,00%. Von 6,401 Millionen Wahlberechtigten finden 5,121 Millionen Stimmbürger den Weg in das Wahllokal.

Obwohl die Wahlbeteiligung 2017 wieder zugenommen hat, nimmt sie im langfristigen Vergleich ab. Von den 5.120.881 abgegebenen Stimmen waren 5.069.929 gültig. 50.952 Österreicher haben ungültig gewählt.

 

Bundesländer

Bundesländerergebnisse 2017

So schnitten die Parteien in den Bundesländern bei der Nationalratswahl 2017 ab. Amtliches Endergebnis 2017 in Prozent.

Foto ©

 

Impressum

Impressum

Text und Grafik: Günter Pichler; Quellen: BMI – Bundesministerium für Inneres, APA; Fotos: AdobeStock/Fotolia, Kleine Zeitung; Technik: Erich Schicker; © Kleine Zeitung 2019