Erste ReaktionenNord- und Südkorea planen Gipfeltreffen Ende April

Nord- und Südkorea befinden sich seit dem Krieg auf der Halbinsel Anfang der 50er-Jahre offiziell immer noch im Kriegszustand. Zuletzt fand 2007 ein Gipfeltreffen statt.

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Chung Eui-yong und Kim Jong-un © APA/AFP/KCNA VIA KNS/STR
 

Erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt kommt es zu einem Gipfeltreffen beider koreanischen Staaten. Die Begegnung Ende April werde im Grenzort Panmunjom stattfinden, sagte der Leiter einer südkoreanischen Regierungsdelegation, Chung Eui-yong, nach der Rückkehr aus Pjöngjang. Dort hatten die Südkoreaner Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un getroffen.

Nordkorea habe sich zu Gesprächen mit den USA bereit erklärt, um über eine Denuklearisierung zu sprechen, sagte Chung. Der Norden habe zudem erklärt, dass es keine Notwendigkeit für eine Aufrechterhaltung seines Atomprogramms sehe, solange es nicht militärisch bedroht werde und die Sicherheit seiner Führung gewährleistet sei. US-Präsident Donald Trump sprach von möglichen Fortschritten im Atomkonflikt.

Solange es Gespräche gebe, wolle Nordkorea auch keine Atom- oder Raketentests vornehmen, sagte Chung, der Sicherheitsberater des südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in ist. Um die Kommunikation zu verbessern, sei der Aufbau einer Hotline zwischen den Staatschefs beider Länder geplant. Kim sagte nach dem Treffen der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA zufolge, er sei fest entschlossen, die innerkoreanischen Beziehungen und die Bemühungen für eine Wiedervereinigung voranzubringen.

In einer ersten Reaktion erklärte Trump auf Twitter zu Medienberichten über die Vereinbarung: "Wir werden sehen, was passiert!" Später fügte er hinzu: "Zum ersten Mal seit vielen Jahren gibt es ernsthafte Anstrengungen aller Beteiligten". Möglicherweise mache man sich "falsche Hoffnungen". Aber die USA seien bereit, hart in jede Richtung zu gehen.

"Alle Optionen offen"

Vizepräsident Mike Pence zeigte sich unnachgiebiger. Die USA würden kontinuierlich mit "maximalem Druck" auf eine atomare Abrüstung dringen. Die Haltung der USA gegenüber Nordkorea werde sich nicht ändern, bis es "glaubwürdige, nachweisbare und konkrete Schritte hin zur Denuklearisierung" gebe. Weiterhin seien alle Optionen offen.

Nord- und Südkorea befinden sich seit dem Krieg auf der Halbinsel Anfang der 50er-Jahre offiziell immer noch im Kriegszustand. Zuletzt fand 2007 ein Gipfeltreffen statt. Damals traf der südkoreanische Präsident Roh Moo-hyun den damaligen nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-il. Kim Jon-un hatte Moon im Rahmen der Olympischen Spiele im südkoreanischen Pyeongchang zu einem Besuch in den Norden eingeladen. Die Spiele im Februar hatten zu einer leichten Entspannung in den Beziehungen zwischen den beiden koreanischen Staaten geführt. Eine ranghohe Delegation aus dem Norden besuchte damals Südkorea, auch US-Vizepräsident Pence war dort zu Gast.

In den Monaten zuvor hatten sich Nordkorea und Trump wiederholt verbale Schlagabtausche geliefert und gegenseitig mit der Vernichtung gedroht. Im Februar erließ Trump gegen Nordkorea weitere Strafmaßnahmen und drohte mit einer Eskalation des Konflikts, sollten die Sanktionen nicht wirken. Diese Phase werde "sehr hart und für die Welt sehr, sehr unerfreulich". Nordkorea wiederum erklärte, Raketen zu entwickeln, die Atomwaffen an jeden Ort in den USA bringen könnten.

"Wachsamkeit"

Ungeachtet der jüngsten Kontakte zum Norden rief Südkoreas Moon das Militär seines Landes zur Wachsamkeit auf. "Wir müssen mit dem Norden darüber sprechen, die Halbinsel atomwaffenfrei zu machen", sagte Moon bei einer Veranstaltung der Streitkräfte. Zugleich müsse das Militär all seine Kraft zur Stärkung der Verteidigungsbereitschaft gegen Nordkoreas Atomwaffen- und Raketenprogramm einsetzen. Moon kündigte an, das gemeinsame Abwehrsystem mit den USA auszubauen.

Auf der Seite Nordkoreas steht China, obwohl es auch hier Spannungen gibt. Die Regierung in Peking begrüßte das geplante Spitzentreffen. Das Außenministerium rief beide Seiten auf, konstruktiv an der Lösung der Probleme auf der koreanischen Halbinsel zu arbeiten und die Denuklearisierung voranzutreiben. China sei bereit, seine Rolle dabei zu spielen.

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