Essay: Das Jahr 2022Das Aushalten der Gegensätze macht uns zur Gemeinschaft

Früher konnte man anderer Meinung sein - und trotzdem Mensch. Heute führen wir leichtfertig Feldzüge der Verächtlichmachung. Im neuen Jahr sollten wir einander wieder besser zuhören.

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Illustration: Margit Krammer © Margit Krammer/Bildrecht Wien
 

Die Jahreszahl 2022 enthält drei Zweier. Das gab es seit 800 Jahren nicht mehr (zuletzt anno 1222), und man könnte es für ein Zeichen halten. Denn Zweifel, Zwietracht und Entzweiung hängen wie dunkle Wolken über der Gesellschaft. Dreimal „Zwei“ als Zustandsbild des Gemeinwesens, das um seine Einheit ringt.

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HASENADI
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Diese Bestandsaufnahme über den derzeitigen Zustand...

der österreichischen Gesellschaft wäre weniger ernüchternd ausgefallen, hätten die aufgedeckten Unsäglichkeiten der korruptionsverdächtigen ÖVP das Land nicht gelähmt und uns zusätzlich den Atem geraubt. Die Pandemie und der Kampf in der Klimakrise hätten alle verfügbaren Kräfte des Staates erfordert. Aber die Regierungs-ÖVP ist seit zwei Jahren nur mit selbst und ihren zur Last gelegten Schurkenstücken beschäftigt. Unverzeihlich, denn das Volk war in dieser Zeit praktisch führungslos den zwei globalen Lebensbedrohungen ausgesetzt. Das daraus folgende Abgleiten von Teilen unserer Zivilgesellschaft in anarchistische Widerstandsbewegungen kann auch als Mahnung und Probelauf gesehen werden für zukünftige Krisen. Diese erforderten nämlich funktionierende Regierungen, die, nicht selbstverschuldet und juristisch belastet, ihre volle Einsatzfähigkeit zum Wohl des Landes und seiner Bevölkerung beweisen müssen.