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Streit mit AstraZeneca"Wir wollen wissen: Was wurde produziert und wohin wurde es geliefert"

Im Streit um verminderte Impfstoff-Lieferungen zwischen der EU und dem Hersteller-Konzern AstraZeneca fordert Gesundheitsminister Anschober "volle Transparenz".

CORONA: PK SOZIALMINISTERIUM 'B.1.1.7 - SEQUENZIERUNGEN, MODELLIERUNGEN UND MASSNAHMEN'
Gesundheitsminister Rudolf Anschober © APA/GEORG HOCHMUTH
 

Im Streit um verminderte Impfstoff-Lieferungen zwischen der EU und dem Hersteller-Konzern AstraZeneca fordert Gesundheitsminister Anschober im Ö1-Morgenjournal "volle Transparenz": "Europa verhandelt derzeit absolut einig mit AstraZeneca, denn das geht nicht, man kann nicht Verträge abschließen, Vorfinanzierungen genießen und dann diese nicht umsetzen oder nur zum Teil umsetzen", so der Minister. Es habe am Freitag die erste Verhandlungsrunde der EU mit AstraZeneca gegeben, gestern zwei weitere: "Morgen geht es weiter, und wir wollen vor allem volle Transparenz, wir wollen wissen, was wurde produziert und wohin wurde es geliefert."

Er zeigt wenig Verständnis für die Vorgänge: "Es war ja auch paktiert, dass vorproduziert wird, wo sind diese Mengen. Diese Transparenz gehört auf den Tisch und wir wollen konkrete Liefertermine und Liefermengen. Diese Informationen brauchen wir, um unsere Impfpläne umsetzen zu können. In einem Teilbereich habe es ja gestern funktioniert, ein erster Teilbereich sei gelungen, wir wissen jetzt die Mengen für Februar und wann sie genau kommen."

"Produktionsschwierigkeiten"

Über die Art der Produktionsschwierigkeiten, die ja sehr kurzfristig aufgetaucht seien, wisse man nicht viel. Sie beträfen angeblich eine Produktionsstätte in Belgien. Auch das sei ein Teil der Informationen, die auf den Tisch gehörten, und zwar lückenlos.

Ob sich die zugesagten Lieferungen nur verzögern, bis wann und wie sehr das den heimischen Impfplan zurückwerfen wird, seien die Fragen, die noch offen seien, so Anschober. Die EU habe AstraZeneca jetzt noch einmal aufgefordert, bis morgen diese Details vorzulegen. Man habe nur die Daten der Lieferungen für den Februar, das seien 342.000 Dosen statt 650.000 Dosen, also eine massive Reduktion, und das Entscheidende sei jetzt: „Sind das Lieferungen, die reduziert sind oder die aufgeschoben wurden. Wir kämpfen jetzt darum, dass diese Dosen zumindest im zweiten Quartal auf jeden Fall nachgeholt werden müssen."

Transparenzregister

Auf die Frage, ob es Anzeichen gäbe, dass das gelingen könne, meint Anschober: „Die Verhandlungen laufen, und solange Verhandlungen noch nicht beendet sind, gibt es Hoffnung. Wir machen Druck genau in diese Richtung unter anderem auch mit diesem Transparenzregister, das die EU jetzt kurzfristig einführen wird, damit man erkennen kann, ob es zu Exporten kommt.“

Österreichs Impfplan für Über-80-Jährige wird derzeit überarbeitet, die Ergebnisse sollen in den nächsten Tagen präsentiert werden. Das hat Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Dienstag im ORF-Ö1-"Morgenjournal" gesagt. Man wolle hier "volles Tempo beibehalten, unter Einbeziehung der Lieferschwierigkeiten". Aber Pfizer/Biontech und auch Modena seien mit ihren Impfstoff-Lieferungen "im Großen und Ganzen" im Plan.

Anschober hatte bereits in der vergangenen Woche ein Präzisierung des Impfplans angekündigt. Dies soll nach der für Ende dieser Woche vorgesehenen Entscheidung der Zulassung der Europäische Arzneimittelagentur (EMA) über Astrazeneca erfolgen.

Bei den Impfungen in Alters- und Pflegeheimen sei man sehr weit. "Wir haben mittlerweile 180.000 Impfungen in Österreich durchgeführt", betonte Anschober Dienstagfrüh gegenüber "Ö1". Ein Großteil der Menschen in Alters- und Pflegeheimen sei durchgeimpft. Die zweite Runde der Impfungen sollen in der zweiten Februarhälfte abgeschlossen sein, "wir brauchen ja zwei Stiche".

Zu Fragen des weiteren Vorgehens beim Lockdown nach dem 8. Februar wollte Anschober nicht ins Detail gehen. Der Epidemiologe Gerald Gartlehner hatte sich nach dem Auftauchen von Clustern neuer Virusvarianten für eine Schließung von Skiliften und Seilbahnen stark gemacht. "Diese Woche ist die Woche der Analyse", sagte der Gesundheitsminister. Dann würden die Tage der Entscheidung folgen. Das große Fragezeichen seien die Mutationen.

 

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Danke für Ihr Verständnis.

hfg
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Hier kann man sehen

Wie die EU sich vom Pharmariesen an der Nase herumführen lässt. 340 Millionen „Anzahlung“ leisten und kein vertragliches Recht, zur begleitenden Liefer- und Produktionskontrolle für den vorausfinanzierten Impfstoff zu vereinbaren, das ist eine Meisterleistung im negativen Sinn. Hier hat die EU kläglich versagt. Im nachhinein eine Kontrolle zu fordern ist recht lustig - Astra wird die lange Nase zeigen und sich insgeheim einen runterlachen. Hier kann man wieder deutlich sehen - die Unfähigkeit des Beamtenapparates. Die Engländer bekommen den georderten Impfstoff und sogar noch mehr. Die EU kann drohen, bitten, verhandeln aber vermutlich vergebens.

Kaiserfisch
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AstraZeneca Indien

AstraZeneka Lieferproblem. Dieser Impfstoff wird vom weltgrösten Impfstoffhersteller dem Unternehmen Serum Institut of India (SII) produziert. Indien hat am 03.01.2021 eine Notfall Zulassung für diesen Impfstoff gemacht. Am 16. Jänner war Impfstart in Indien. 190000 Menschen wurden an diesem ersten Tag geimpft. Nachdem SII nicht nur Verträge mit EU über AstraZeneca sonder natürlich auch mit Indien und weiteren Staaten hat, kann man sich vielleicht vorstellen wieviel Dosen produziert werden müssen. Um diesen Bedarf zu decken hat SII die Produktionsanlage in Pune (Indien) erweitert. Am 21. Jänner 2021 ist in diesem Neubau ein Großfeuer bei dem 5 Arbeiter ihr Leben liesen ausgebrochen. Dies wird wahrscheinlich der Grund der Lieferprobleme sein.

gb355
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na ja..

typisch, und zum Kotzen!
Überall wird geimpft und bei uns gibts die größten Streitereien!
Vollkommener Schwachsinn!

lacrima
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Ich möchte auch wissen.....

......wer bekam das Steuergeld und wieviel??? Die SPÖ möchte das schon lange und ich glaube auch, dass der Steuerzahler das Recht dazu hat.......!!!!!!

SoundofThunder
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🤔

210 Millionen Euro nur für Eigenwerbung und Propaganda.

Expat
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Einen Impfstoff mit einem Wirkungsgrad von 8-10% bei älteren Menschen

kann sich spritzen lassen wer will, ich sicher nicht.
Und die Regierung sollte es sich gut überlegen auf eine Lieferung der vertraglich zugesagten Menge zu bestehen, es könnte nämlich sein, dass die Impfdosen mangels Impfwilligen nicht benötigt werden.
Zu hinterfragen wäre auch, ob bei den Verhandlungen wohl ein vertraglich festgelegter Wirkungsgrad vereinbart wurde, wenn nicht ist es nur ein weiterer Beweis des Versagens der Chefverhandler der EU.
Na Herr Kurz, wer ist den der "Chefverhandler" ?

Claudia1965
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Lieferverzögerung

Werden halt nicht EU-Länder kurzfristig mehr bezahlt haben

Irgendeiner
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Das wißma auch nicht,außerdem haben die Länder die wirklich Not

haben die Knete nicht für eine breite Versorgung ihrer Bevölkerung,Und soweit ich sehen kann hat nur Indien,das selbst nicht reich ist,für andere mitgedacht und gibt eigenen Impfstoff gratis an die ab,Wenn die auf uns herabsehen haben die recht,weil hier sind bekanntlich Gewissen ganz anders strukturiert als im Rest der Welt.

GanzObjektivGesehen
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Schön dass das jemand beachtet.

Auf der einen Seite Kanada, das jeden seiner Bürger mehr als 4 x impfen könnte (9,5 Impfdosen / Einwohner. Auf der anderen Seite ärmere Länder, die Liste wäre wohl bei der 1500 Zeichen Beschränkung zu lange in diesem Forum, die praktisch nichts bekommen....

Irgendeiner
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Ja,richtig,sie röcheln alle

gleich und ein Lungenkollaps ist immer gleich schrecklich,wir aber greifen nichtmal dorthin wo wir es leicht könnten.

Irgendeiner
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Ja,natürlich sind die logistischen Fragen zu klären,natürlich müßma wissen wievielma kriegen und wo es hakt,dabei wärs auch hilfreich wenn der Kanzlerimitator zwischen Minder- und Mehrlieferungen zu unterscheiden wüßte,das ist eine der Voraussetzung von Geschäftsfähigkeit.Und so wie nach außen haben wir es auch nach innen zu halten,ich will daß jede einzelne Charge mit Impfstoff auch in der Verteilung restlos

dokumentiert wird,ich hatte das schon gefordert bevor diverse Bürgermeister eine feeding frenzy Richtung Jaukerl bekamen,denn ich kenn Land und Leute.Trotzdem Anschober,trotzdem ist das ein Nebenschauplatz,die Zukunft ist eine unsichere Bank,mit oder ohne Impfung,wir haben uns alle Mutanten geholt die urlauben wollten,die Grenzen erst angepaßt als Bojo eine Pressekonferenz gab,da wars schon da,die Sequenzierei ist eine Unverschämtheit,die AGES hängt methodisch offenbar noch im Human Genome Project fest,wir finden nix oder nicht in der Zeit,in Tirol machens wieder lustig weiter mit dem Schifahren auch wenns was neues haben,Dazu ist R zu hoch,wir kommen nicht ins tracing das wir brauchen wie einen Bissen Brot und zumindest die britische Variante wird uns demnächst um die Ohren fahren, daß es nur so rauscht..Derweil sind wir das einzige Land das leugnet, daß Kinder streuen und Schulen Verteiler sind und wo man sich an einer frechen kontrafaktischen Lüge ergötzt.Kommens in die Gänge und seiens ein bißchen rücksichtsloser,was keinen Tau hat schiebt man zur Seite,wir rennen gegen die Zeit und man wirds ihnen hinschieben,das Berufsunschuldslamperl wird auch das nicht schultern,wos doch mit dem Auto kommt,das böse Virus.

scionescio
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Da kommt der nächste Sündenbock gerade Recht, um wie immer vom eigenen Versagen abzulenken!

Wenn Kurz/Anschober tatsächlich so überzeugt von AstraZeneca wären, hätten sie mit einer nationalen Notfallzulassung schon lange in Österreich mit diesem (momentan eher schlecht beleumundeten) Impfstoff die Bevölkerung durchimpfen können - es ist nicht notwendig, auf die Zulassung der EMA zu warten.

Aber der Herr Kurz putzt sich lieber bei der EU ab und schreibt einen Brief, dass die weniger genau prüfen sollen und schneller freigeben sollen, damit er nicht selbst Verantwortung übernehmen muss.

Jetzt, wo sich immer mehr abzeichnet, dass der Herr Kurz, wie mittlerweile üblich, in seiner Unerfahrenheit aufs falsche Pferd gesetzt hat, versucht er halt irgendwie aus der Nummer rauszukommen und schickt wie immer den naiven Herrn Anschober ins Feuer.

hfg
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Die EU hat 300 Millionen

Vorweg überwiesen. Aber die Verträge scheinen nicht gut genug zu sein. Es gibt auch noch keine Zulassung in der EU - daher kann AstraZeneca ihren Impfstoff verkaufen wohin sie wollen. Wenn sie die Zulassung weiterhin verzögern-sie brauchen nur die entsprechenden Daten nicht liefern-finden sie genug Abnehmer in der ganzen Welt, die wesentlich bessere Preise zahlen. So oder ähnlich läuft es vermutlich wirklich.
Ich denke nicht das die EU Beamten die nötige Professionalität hatten -würde mich wundern. Anschober wird sich wie Tanner seinerzeit bei den Eurofightern „die werden mich kennen lernen“ in der Industrie die Zähne ausbeißen. Dort arbeiten nämlich Profis und keine Laien.

hfg
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340 Millionen

Bar überwiesen-ohne laufende Kontrollvereinbarungen und klare Lieferbedingungen ohne Pönalevereinbarungen usw. Fraglich nur wer da noch die Provisionen kassiert hat.

SoundofThunder
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🤔

Oder die EU hat KurzIV‘s Populistische Aktionen nicht vergessen und nicht verziehen. Und jetzt stehen wir wie Ungarn weit hinten in der Rangliste. Die Ungarn haben deswegen schon den russischen Impfstoff gekauft weil von der EU nichts kommt.

hbratschi
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"anschober fordert..."

...das erinnert ein bisserl an unsere grandiose verteidigungsministerin, die hat ja auch "gefordert". vor der tanner hat ja eads wahrlich gezittert. genauso wie die pharamriesen vor irgendwelchen forderungen zittern. die sind (auch von der politik geduldet) viel zu mächtig gemacht worden. leider...

herwag
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:-)))

immer "gefordert" hat eigentlich nur die pam !

SoundofThunder
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🤔

Und nicht gehandelt hat immer nur der Bafti. Opposition und Regierung ist ein Unterschied.

hbratschi
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lieber herwag,...

...bist beim lesen des artikels nicht über den ersten satz hinausgekommen? aber eh kein wunder, bei deiner pathologischen pamphobie...😉😁

umo10
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Haha, volle Transparenz:-)

Wo bleibt die innerstaatliche Transparenz? Wo ist das Impfportal? Wo bleibt die Aufklärung vom AstraZeneca Wirkungsgrad? Dr. Kremsner hat es gestern im ORF III klar und deutlich gesagt: AstraZeneca eignet sich nicht für eine Erstimpfung! Er würde sie nach einem Jahr als Auffrischung empfehlen, aber nur die mRNA Impfung von biontech u Moderna sind hochwirksam; auch für Mutanten

tubaman58
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Vertrauen

Mein Vertrauen in die Pharmakonzerne schwindet immer mehr. Es werden Lieferverträge nicht eingehalten - geliefert wird aber genug an jene Länder, die am meisten bezahlen. Wenn Abmachungen nicht mehr gelten, bezweifle ich auch ob man sich auf die versprochene Wirksamkeit und Verträglichkeit dieser Produkte verlassen kann. Oder vielleicht hoffen diese Pharmakonzerne auf einen Placeboeffekt. Man sollte sich doch einmal mit dem verächtlich abgetanem, nicht in unser westlich politisches Weltbild passenden Impfstoff Sputnik befassen. Wird wahrscheinlich auch nicht schlechter sein.

Patriot
1
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@tubaman58: Mein Vertrauen in die Pharmaindustrie war nie vorhanden!

.

GanzObjektivGesehen
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So läuft es:

„AstraZeneca-Chef Soriot prangerte unterdessen beim Weltwirtschaftsforum (WEF) das egoistische Vorgehen einiger Länder bei der Beschaffung von Coronavirus-Impfstoffen an. Die Entwicklung der Vakzine hätte ein Grund zum Feiern sein können, sagte Soriot bei der virtuellen Veranstaltung am Montag. Stattdessen hätten sich einige Länder vorgedrängelt und eine „Ich zuerst“-Mentalität vertreten, fügte er hinzu.“

Abgesehen von dieser unschönen Tatsache, wer liefert denn den Impfstoff an die
„Ich zuerst“ Länder ? Ganz normale Marktwirtschaft. Auf ein Wunder müssen wir weiter warten....

Cveno
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Stornieren.

Die Gelegenheit nützen und den zweitklassigen Impfstoff stornieren. Man hat eindeutig aufs falsche Pferd gesetzt. Wer diesen Impfstoff bestellt, soll sich auch damit impfen lassen.

georgXV
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bitte NICHT vergessen !!!

und was ist mit den bereits an AstraZeneca überwiesenen einigen Hundertmillionen € ?
Die sind dann höchstwahrscheinlich auf nimmer Wiedersehen verschwunden.

harri156
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Macht nur festen Druck auf die Firma

Vielleicht strecken sie dann das Serum mit H2O bis die Menge wieder passt? 35 statt 70% Sicherheit ist auch schon Wurscht!

 
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