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Nach dem BrexitBritische Regierung plant ab 2021 neues Einwanderungssystem

Die britische Regierung will nach dem Austritt aus der Europäischen Union ein punktebasiertes Einwanderungssystem für ausländische Arbeitskräfte einführen und die Zuwanderung damit deutlich begrenzen.

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© APA/AFP/TOLGA AKMEN
 

Um künftig ein Arbeitsvisum zu erhalten, müssen Kandidaten besondere Kompetenzen nachweisen, gut Englisch sprechen und ein Jobangebot vorweisen können, wie aus Vorschlägen der Regierung hervorgeht. Das neue Einwanderungssystem werde die Zahl der Zuwanderer senken, erklärte die britische Innenministerin Priti Patel am Dienstagabend. "Wir beenden die Freizügigkeit, holen uns die Kontrolle über unsere Grenzen zurück und kümmern uns um die Prioritäten der Menschen", teilte Patel mit. Sie sprach von einem "historischen Moment". Die Vorschläge der Regierung sollen am Mittwoch vorgestellt werden.

Großbritannien war am 31. Jänner nach 47 Jahren Mitgliedschaft offiziell aus der EU ausgetreten. Bis zum Jahresende gilt eine Übergangsphase, in der das Vereinigte Königreich noch im EU-Binnenmarkt und der Zollunion verbleibt.

Nach Ablauf der Übergangsphase sollen nach den Plänen der britischen Regierung am 1. Jänner 2021 die neuen Einwanderungsregeln in Kraft treten. Das neue System sieht vor, dass Kandidaten eine bestimmte Zahl von Punkten erhalten für ihre Kompetenzen, ihre Qualifikationen und ihr Gehalt.

Das neue System gewährt maximal 20 Punkte, wenn der Verdienst bei mindestens 25.600 Pfund (30.820 Euro) pro Jahr liegt. Jeweils 20 weitere Punkte werden vergeben, wenn "passende Kompetenzen" nachgewiesen oder die Englischsprachkenntnisse auf dem "geforderten Maß" liegen. Fachkräfte in sogenannten Engpass-Berufen können zusätzliche Punkte bekommen. Insgesamt müssen Anwärter mindestens 70 Punkte sammeln.

"Die Visa werden nur an diejenigen vergeben, die genügend Punkte bekommen", teilte die Regierung mit. Damit werde den "besten Talenten" wie "Wissenschaftlern, Ingenieuren und Akademikern" der Vorrang gegeben. Es gilt als sicher, dass das Parlament das neue Einwanderungssystem unterstützt, da die konservativen Tories von Regierungschef Boris Johnson dort die Mehrheit haben.

Die Opposition kritisierte die Pläne scharf. Die Labour-Party verwies darauf, dass einige Branchen auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen seien. Die Regierung werde deshalb zu zahlreichen Ausnahmeregelungen gezwungen sein. Dies mache das Einwanderungssystem "bedeutungslos", erklärte die innenpolitische Sprecherin von Labour, Diane Abbott.

Die Liberaldemokraten erklärten, die Pläne der Regierung basierten auf "Fremdenfeindlichkeit, nicht auf den sozialen und wirtschaftlichen Bedürfnissen unseres Landes". Dass die Neuregelung bereits in zehn Monaten in Kraft treten solle, werde für "Chaos und Verwirrung" sorgen, erklärte Christine Jardine. Die Zeit sei für Unternehmen zu knapp, um sich darauf vorzubereiten.

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Sam125
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Ja die Briten machen es nach dem Brexit, so ähnlich wie es die Australier auch

tun und in Australien werden die ausgesuchten,qualifizierten und für das Land so wichtige Migranten mit einer großen Willommensfeier eingebürgert und mit vielen Austaliern, die sich mit den neuen Mitbürgern herzlich mitfreuen, groß gefeiert!Und ja,auch in Australien sind Qualifikation und vorallem GUTE Englischkenntnisse Voraussetzung,dass man überhaupt einen Fuß auf australisches Hoheitsgebiet setzen darf! Auch WIR bräuchten qualifizierte Migranten mit guten Deutschkenntnissen!
Doch hier bei uns wird über noch mehr Deutschkurse diskutiert,für Menschen die sich gar nicht integrieren wollen!Und dann diskutieren wir noch darüber,dass der Witschaft sehr viele,aber dringend benötigte Facharbeiter fehlen!!.aber wo bekommen WIR diese her?!

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Hazel15
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800.000 Polen

arbeiten im Niedriglohnsektor, von Erntehelfern, Lagerarbeitern Paketzustellern usw., es werden dringend benötigte Hilfskräfte fehlen, oder glaubt jemand, das Facharbeiter mit gutem Englisch diese Arbeiten machen werden, noch weniger die Briten. Was Australien betrifft, da leidet man unter masiven Arbeitskräftemangel in der Landwirtschaft. Australien erlaubt jungen Rucksackreisenden künftig einen längeren Aufenthalt im Land und hofft, damit den Arbeitskräftemangel in der Landwirtschaft eindämmen zu können. Von wegen Fachkräfte, und englischkenntnissen, man braucht nur zwei gesunde Hände und den Willen, zu arbeiten.

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Kristianjarnig
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@Hazel15...

...ok, aber das sind 2 verschiedene Paar Schuhe über die hier diskutiert wird.

Dann wird es eben, so wie z.b. auch in Italien, zig osteuropäische Erntehelfer geben die quasi umsonst ein paar Monate schuften um in erbärmlichen Unterkünften untergebracht zu werden, so wie in Australien oder vermutlich bald im vereinten Königreich UND dann wird es die hochqualifizierten geben die sich einer Daueraufenthaltsbewilligung mit sehr gutem Verdienst sichern werden.

Fakt ist, Billigstarbeiter werden sicher keinen Unterschied machen. Da der Trend sogar zu mehr und mehr Automatisierung geht, nicht zuletzt in der Landwirtschaft, kann man sich ausrechnen das es diesen Arbeitskräftebedarf auf dem Billigstsektor nicht mehr wirklich lange geben wird.

Was fehlen sind gut ausgebildete Fachkräfte. Weltweit. Und um die wird natürlich gebuhlt und gekämpft. Und natürlich wird Australien seine recht rigorosen Einwanderungsbestimmungen nie lockern. Das war vor 20 Jahren so das nur die die benötigt werden reingelassen werden(war selbst für 2 Jahre dort unten) und es wird sicher eher nur noch restriktiver.
Ein paar Rucksackreisende für ein paar Monate im Land zu belassen ist den Australiern natürlich nur recht, kommt denen wesentlich billiger als ein Einheimischer OHNE das man dem Billigarbeiter einen permanenten Aufenthaltstitel zuerkennen muß.

Wird sicher bei den Briten auch so kommen, wobei denen natürlich die vielen Polen und andere Osteuropäer doch sehr fehlen würden.

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UHBP
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Wenn Populisten an der Macht sind,

dann kommen halt solche Sprüche.
Das kennen wir ja schon zur Genüge von unserem Kanzler.
Veto, Steuerquote senken, Patientenmilliarde, usw.
Alles heiße Luft für dein einfachen Wähler, der es noch als Wärme empfindet.

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