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Die Neuen im EU-ParlamentEU-Wahl: Strache müsste bis 2. Juli auf Mandat verzichten

Wenn Heinz-Christian Strache auf sein EU-Mandat verzichtet, sind exakt die Hälfte der österreichischen EU-Parlamentarier weiblich. 13 der 18 Sitze werden neu besetzt.

EU-WAHL: HAUS DER EU: GRUPPENFOTO
© APA/HERBERT NEUBAUER
 

Gibt es nicht noch eine große Vorzugsstimmen-Überraschung, sind 13 der 18 bei dieser Wahl gekürten österreichischen Abgeordneten neu im Europaparlament. Ganz fest steht die neue Riege allerdings noch nicht: Denn der über "Ibizagate" gestolperte Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) hat noch nicht mitgeteilt, ob er das ihm über die Vorzugsstimmen überraschend zugefallene Mandat annehmen wird.

Strache hatte auf seinem Facebook-Auftritt zunächst gepostet, das Mandat anzunehmen, dies aber nach wenigen Minuten wieder gelöscht. Im Hintergrund dürfte ein Poker zwischen Strache und seiner Partei laufen, die ihn zum Verzicht bewegen will. Ein Parteiausschluss stand Dienstagvormittag aber außer Frage, habe Strache doch trotz "Ibizagate" zu viele Anhänger unter den FPÖ-Wählern.

Entscheidung über EU-Mandat bis 2. Juli

Unternimmt Strache bis zur konstituierenden Sitzung des neuen EU-Parlaments am 2. Juli nichts, erhält er automatisch das Mandat. Nimmt Strache sein Mandat tatsächlich an, hätte das zwei Auswirkungen: Die ohne ihn hohe Frauenquote der Österreicher-Riege von 50 Prozent würde auf 44 Prozent sinken. Denn Straches Einzug ginge zulasten der FPÖ-Abgeordneten Petra Steger - und die FPÖ hätte dann eine Frauenquote von Null. Und da Steger auch deutlich jünger ist als Strache - der demnächst den 50er feiert - stiege das Durchschnittsalter um ein Jahr auf etwas über 48.

Der älteste heimische EU-Parlamentarier ist übrigens ÖVP-Delegationsleiter Othmar Karas, und zwar sowohl an Jahren (mit 61) als auch an Erfahrung (er ist seit 1999 EU-Parlamentarier). Ob er Delegationsleiter bleibt, ist nach dem sich abzeichnenden Vorzugsstimmenergebnis offen - denn da hat laut bisher vorliegenden Zahlen Listenzweite Karoline Edtstadler die Nase vorne.

Jüngster Europaparlamentarier

Der künftig jüngste österreichische Europaparlamentarier kommt über das Vorzugsstimmenmodell der ÖVP nach Straßburg: Der niederösterreichische Bauernbündler Alexander Bernhuber (eigentlich Elfter auf der Liste) ist erst 27 Jahre alt. Ebenfalls ihren vielen Vorzugsstimmen verdankt die Tiroler Wirtschaftsfbündlerin Barbara Thaler, dass sie vom 8. Listenplatz den Sprung nach Straßburg schafft - obwohl die ÖVP nur sieben Mandate hat. Dass sich Bernhuber und Thaler durchsetzten, brachte den Ex-ORF-Star Wolfram Pirchner und den Burgenländer Christian Sagartz (auf Platz 6 und 7) um die Mandate.

Mit vier Frauen hat die ÖVP künftig die höchste Frauenquote - nämlich 57 Prozent. Die SPÖ bringt es nur auf 40 - verpasste Julia Herr auf Platz 6 doch den Einzug. Die FPÖ käme mit Steger auf 33 Prozent, mit Strache auf null. Die Grünen besetzen ihre zwei Mandate zur Hälfte weiblich - und das eine NEOS-Mandat gehört Spitzenkandidiatin Claudia Gamon.

 

Neue Österreich-Riege

Die voraussichtliche neue Österreich-Riege im EU-Parlament:

ÖVP: Othmar Karas, Karoline Edtstadler, Angelika Winzig, Simone Schmiedtbauer,  Lukas Mandl, Barbara Thaler, Alexander Bernhuber

SPÖ: Andreas Schieder, Evelyn Regner, Günther Sidl, Bettina Vollath, Hannes Heide

FPÖ: Harald Vilimsky, Georg Mayer, Petra Steger oder Heinz-Christian Strache

Grüne: Werner Kogler, Sarah Wiener

Neos: Claudia Gamon

Kommentare (14)

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100Hallo
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Geld

wer kann eigentlich mit 100 % iger Sicherheit sagen dass Herr Strache es so gesagt hat. Innerhalb 2 Jahren ist Manpolation auch hier leicht möglich.

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Leberknoedel
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In Brüssel sollte man

schon mal vorsichtshalber alles anschrauben was irgendwie einen Wert darstellt.
Was wird er diesmal den Russen verkaufen wollen? Das Manneken Pis?

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3770000
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"Unser Geld für unsere Leut..."

Wenn Strache dieses Mandat annimmt, das er offenbar der Vorzugsstimmenkampagene der rechtsextremen Identitären verdankt, dann wird über Jahre sein peinlicher Auftritt in Ibizza in Erinnerung bleiben. Ich nehme an, Strache nimmt das Mandat - und damit das enorme Honorar eines EU-Abgeordneten und versorgt auch gleich seine Gattin mit...

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schteirischprovessa
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Jetzt bekomme ich aber Angst,

Wenn dem wirklich so ist, dass di Identären für 44.000 Vorzugsstimmen verantwortlich sind. Ich hab immer gedacht, das sind grad ein paar hundert Idioten, du solltest die restlichen 43.500 sofort dem BVT melden.

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Gairwolf
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Er sollte verzichten

und dafür diesen Platz dem EU Bauern überlassen,
der braucht das Geld dringender.

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Dogsitter
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auch das ist Demokratie

wenn es solche Möglichkeiten gibt, ohne Kriminelle zu verhindern, dann ist es eben so.Le Pen hat ja EU-Gelder unterschlagen und das war den Wählern auch genau wurscht, obwohl sie dazu verdonnert wurde es zurück zu zahlen, kamen sonst keine Konsequenzen. Da kann Strache doch locker das Mandat annehmen...nach dem Motto und ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert.

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schulzebaue
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Und

Junker schenkt den Großkonzernen Milliarden und keinen juckt es.

Die Sozialisten ändern in Rumänien Gesetze um nicht ins Gefängnis zu kommen.

Aber Sie kommen über einen Post rechts böse links gut offenbar nicht hinaus.

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schteirischprovessa
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Ich würde es für richtig halten, wenn Strache das unverhoffte

Amt ablehnt. Doch finde ich eine Annahme aufgrund des Wunsches von über 40000 Wählern noch immer hygienischer als es in Wien mit der abgehalfterten Stadträtin passiert ist, für die mit Steuergeld ein neuer hochbezahlter Posten geschaffen wurde.

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mEmeinesErachtens
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wenn ich diese Inhalte lese frage ich mich

wer hat hier Anstand, sie aber nicht, denn sie haben keine Ahnung was tatsächlich Anstand ist, letztklassige Kommentare ärmlich bereits erbärmlich

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Irgendeiner
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Tja, Eure unendliche Weisheit hat Strache auch noch belohnt,

jetzt ist die Frage ob er es nimmt.Nun ich weiß das natürlich nicht,aber wenn er es tut wird es kein gutes Licht auf die Blauberger werfen.Andererseits kann er sich darauf berufen daß ihr das in Kenntnis der Sachlage getan habt, welche Großdenker ihr doch seid und es ist wohl die letzte Chance auf ein politisches Amt und er hat nichts mehr zu verlieren.Ich tippe darauf er nimmt es, wer hält dagegen?

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cockpit
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Da kann ich leider nicht dagegen halten

.

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walter1955
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der strache

muss auch von irgendwas leben
114000,. pro Jahr sind kein pappenstiehl
wenn er Anstand hat dann lehnt er ab.

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kris01
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Wähler

Strache ist aber eher den etwa 35000 Wählern, welche ihm ihre Vorzugsstimme gegeben haben, verpflichtet, als der Partei - also muss er fast annehmen.

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dude
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Lieber Walter!

Wie recht Sie haben!
Aber: Strache und ANSTAND..........???

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