Gerechtfertigte Kritik oder Hetzjagd?Kritik von FPÖ, ÖVP und IV an ÖGB-Chef Katzian

Erwartungsgemäß stellte sich die SPÖ mit ihrer Kritik an der Kassenreform hinter ÖGB-Chef Wolfgang Katzian, während Regierung und Industriellenvereinigung kein Verständnis für dessen Kampfansage haben.

INTERVIEW MIT OeVP-GENERALSEKRETAeR NEHAMMER
Karl Nehammer (ÖVP): Warnung vor "Jagd auf Kranke" unangebracht © APA/GEORG HOCHMUTH
 

Auf wenig Gefallen sind die Ausführungen von ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian in der heutigen "Pressestunde" bei FPÖ und Industriellenvereinigung gestoßen. IV-Generalsekretär Christoph Neumayer forderte den Gewerkschaftschef auf zur Sachlichkeit zurückzukehren, der geschäftsführende FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus wollte Klassenkampf erkennen.

Wie der Freiheitliche in einer Aussendung ausführte, sei Katzian auf einer "politischen Hetzjagd", die vollkommen inhaltsleer sei. Vielmehr würden in Sachen Kassenreform und Arbeitszeitflexibilisierung künstliche Katastrophen konstruiert, um die Bevölkerung zu verunsichern. Gudenus bestritt auch, dass die Regierung nicht an der Sozialpartnerschaft interessiert sei. Konstruktive Mitwirkung und Einbringung von Ideen seien jederzeit willkommen.

Neumayer ärgerte sich über eine teilweise vollkommen überzogene und sachfremde Kritik an notwendigen Reformen. Österreichs Unternehmen und ihre Mitarbeiter würden sich jedoch nicht von der Gewerkschaft auseinanderdividieren lassen.

Unterstützung für Katzian kommt dagegen von Parteifreund Max Lercher. "Wolfgang Katzian hat es heute in der ORF-Pressestunde auf den Punkt gebracht: Diese Regierung hat kein Interesse am sozialen Ausgleich. Aktuelles Beispiel ist die Zerschlagung unseres Gesundheitssystems durch die geplanten Einsparungen bei den Sozialversicherungen", schreibt der SPÖ-Bundesgeschäftsführer in einer Aussendung.

Auch die ÖVP hat auf den Auftritt von ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian in der "Pressestunde" verärgert reagiert. Generalsekretär Karl Nehammer meinte in einer Aussendung, die Gewerkschaft setze weiter auf Angstmache und Verunsicherung, wenn hier vor der "Jagd auf Kranke" gewarnt werde. Auch stelle sich Katzian gegen das Wohl der Versicherten.

Kommentare (4)

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Irgendeiner
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Jö, der Herr Nehammer,

er spricht von Angstmache und Verunsicherung,das mag ich, ein gutes Thema.Ich finds ja schon lustig, wenn sich ein Militär als Religionswissenschaftler geriert und nichtmal in der Lage ist Trivia
nachzuschlagen,aber klären wermas.Nehammer sie hatten behauptet, im Ramadan kämen ausgezehrte muslimische Jugendliche in die Schule und da hatten Sie ja unzählige Berichte.Nur wissens, Nehammer,einer der gläubig genug ist fortschriftsmäßig zu fasten, hatten wir hier auch, Nehammer, hieß Christentum, müssens nicht mehr kennen,wird wenn zum gebotenen Fasten ein gebotenes Nachtessen kommt das aus denselben religiösen Gründen auch befolgen , vom Hunger ganz abgesehen,wo dann die halbverhungerten Jugendlichen wohl herkommen? Sie habens postuliert und Sie werdens belegen und nicht das Thema still fallen lassen, ist wie bei Bastis Unfug über die Bodenständigkeit des Kopftuch, wenn ich Märchen will geh ich zu den Gebrüdern Grimm.Und das werdens tun bevor sie bei anderen von Angstmache und Verunsicherung reden, zuerst wird der eigene Hof gekehrt, Vergatterung, junger Mann und bald.

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Lupoo
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So wie sich die

Regierungsvertreter und die angeschlossenen Wasserträger aufführen, wird der Katzian wohl leider zu 99% recht haben.

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hermannsteinacher
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Wolfgang Katzian

überzeugte in der heutigen Pressestunde.

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fortus01
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was erlauben Sie sich Herr Katzian,

das haben Sie nun davon, jetzt gibt's einen Rüffel von seiner Hochwohlgeboren, dem NICHT amtsführenden, aber trotzdem recht gut verdienendem Vizebürgermeister von Wien, seiner Adelkeit John Baptist Björn Gudenus.

Übrigens sollte Herr Rosenkranz, wenn er schon freien Abgeordneten weniger zahlen will, da sie ja keine "Klubarbeit" leisten, zuerst bei seiner Adelkeit John Baptist Björn Gudenus anfangen, der hat gar kein Ressort und kassiert trotzdem.

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