Schächten nur im SchlachthofRegierung mit Erlass gegen unkontrollierte Schlachtungen

Die Regelung tritt kurz vor dem islamischen Opferfest in Kraft. Die FPÖ will gegen die tierquälerische Tötung von 25.000 Schafen pro Jahr abseits von Kontrollen vorgehen. Rituelles Schächten in Schlachtbetrieben ist weiter erlaubt.

© APA/Barbara Gindl
 

Kurz vor Beginn des islamischen Opferfests (heuer von 21. bis 24. August) setzt die Bundesregierung eine Regelung in Kraft, mit der "illegale Hinterhofschlachtungen" unterbunden werden sollen. Der Erlass des Sozialministeriums gilt ab 15. August. Wie man bei der FPÖ meint, soll damit die tierquälerische und hygienisch gefährliche Tötung von rund 25.000 Schafen pro Jahr ein Ende finden.

Nicht eingegriffen werde damit in rituelle, ordnungsgemäß durchgeführte Schächtungen an dafür geeigneten Orten wie etwa koscheren Schlachtbetrieben, wurde von freiheitlicher Seite betont. Die Regelung werde schon länger vorbereitet. Im Mai hätten die Landestierschutzreferenten das Sozialministerium aufgefordert, die bestehende Ausnahmeregelung in Hinblick auf eine bessere Kontrolle des illegalen Schächtens zu überarbeiten.

Konkret geht es darum, dass die Schlachtung von Tieren für den häuslichen Eigenbedarf des Tierhalters unter bestimmten Bedingungen von der Schlachttier- und Fleischuntersuchung ausgenommen ist. Seit 2006 werde dies so ausgelegt, dass das auch gilt, wenn ein Tier an den neuen Besitzer übergeben und dann unmittelbar in den Räumen des Züchters geschlachtet werde. Es gebe einen Betrieb, der 2017 bei 3.000 Schafen so vorgegangen sei, weitere hätten mehr als 100 Tiere so - und damit ohne behördliche Kontrolle - vermarktet, so die FPÖ.

In Zukunft soll die Ausnahme nun wirklich nur noch für den Eigenbedarf gelten. Eine Weitergabe des getöteten Tiers ohne Beschau soll nicht mehr möglich sein, und auch die rituelle Schlachtung für den Eigenbedarf wird verboten. Die Bundesländer werden aufgefordert, dies zu kontrollieren.

FPÖ-Chef Vizekanzler Heinz-Christian Strache zeigte sich mit der Regelung in einer schriftlichen Stellungnahme zufrieden. "Die FPÖ als Tierschutzpartei hat immer versprochen, das Tierleid bei illegalen Schlachtungen zu verhindern. Mit diesem Erlass wird dem überhandnehmenden Problem der illegalen Hinterhofschlachtungen ein Ende gesetzt", meinte er.

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Danke für Ihr Verständnis.

Mein Graz
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"Die FPÖ als Tierschutzpartei"

Vorwiegend von der FPÖ geschützt: Kellerasseln 😉😂

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exilgrazer
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Und schon gar nicht

für Hunde mit Migrationshintergrund! FPÖ, die Lügenpartei.

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CuiBono
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Danke

X22
Jetzt wissen wir besser, wovon wir reden.

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Mein Graz
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Tierschutz ist in unserer Gesellschaft wichtig, und es ist gut,

dass es hier strenge Regelungen gibt.
Es stellt sich allerdings die Frage: wie kommt die FPÖ auf die Zahl von 25.000 Schafen? Weiter unten im Text ist dann von viel weniger Tieren die Rede.

Des weiteren: die illegale Schlachtung von Schafen will die FPÖ in den Griff bekommen, was gut und wichtig ist.
Das Argument "Tierschutz" ist m.E. aber aus der Luft gegriffen, stellt diese "Tierschutzpartei" doch eine Reitertruppe auf, wo bekannt ist, dass Pferde Fluchttiere sind und niemals freiwillig in ein für sie gefährliches Terrain gehen würden. Wo bleibt hier der Tierschutz?

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GordonKelz
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Es gibt ....

.....in einem kath.Land wie Österreich ,gibt es keinen Bedarf am Schächten .Jene ,die glauben ,kein auf herkömmliche Art geschlachtetes Fleisch essen zu können ,soll es sich in seiner Heimat besorgen ! Die Mehrfachehe gibt es ja bei uns auch nicht ,obwohl diese Religionen es erlauben und bei uns leider nicht nur anerkannt ,sondern mit besonderem Status versehen wurden ....?
Gordon Kelz

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Sam125
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Gordonkelz

Ja, da muss ich ihnen vollkommen recht geben! Ich verstehe einfach nicht, warum manche Mitbürger ständig und von jedem Thema nur eine Partei verteufeln und sogar dann noch, wenn es um ILLEGALES und somit sowieso VERBOTENES SCHÄCHTEN geht! Die FPÖ wird sogar, da noch angegriffen und wo bleibt die ÖVP? Ich verstehe es nicht wie verbohrt und dumm so manche Mitbürger sind! Noch mal: hier geht es sogar eigentlich um eine Strafbare Handlung, der Schächter und Käufer! Noch was, für mich geht es immer um das jeweilige Thema und um keine RECHTE, oder LINKE Partei! Ist einfach lächerlich dieses Treiben auf dem Portal! Ich bin froh und hoffe, dass diese Grausame und völlig unnötige Tierqual endlich aufhört!!

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Mein Graz
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@GordonKelz

Du siehst da keinen Bedarf? Du willst also Menschen, die aus religiösen Gründen bestimmte Ernährungsformen einhalten, diese verbieten.

Wenn du keinen Fisch magst, verbietest du dann gläubigen Christen ihren Fisch am Freitag?

Vegetarier sehen keinen Bedarf, überhaupt Tiere zu töten. Verzichtest du dann auf deinen Schweinsbraten, weil die Vegetarier dieselbe Forderung stellen wie du jetzt?

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exilgrazer
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Aha, und was ist mit Juden und Muslime?

Beide Angehörige von in Österreich anerkannten Religionsgemeinschaften! Also,...? Aber hoffentlich schmeckt Leuten wie ihnen ihr Billigfleisch Schnitzerl!

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X22
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"Mit diesem Erlass wird dem überhandnehmenden Problem der illegalen Hinterhofschlachtungen ein Ende gesetzt"

Ja soviel zu Heinzis realem Weltbild der bäuerlichen "Eigen" vulgo "Schwarz" Schlachtungen.
Ja jetzt bekommt ein jeder Betroffene eine Aufsichtsperson, der schaut ob das abkrageln des Hühnerhalses dem Gesetz entspricht.

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X22
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ENTBLUTEN VON TIEREN (derzeitiges Gesetz)

ENTBLUTEN VON TIEREN
I. Generelle Vorschriften zum Entbluten von Tieren
1. Bei betäubten Tieren ist so bald wie möglich nach dem Betäuben mit dem Entbluten zu
beginnen; es ist dafür zu sorgen, dass rasch eine starke Blutung eintritt, die zum
vollständigen Entbluten führt. Auf jeden Fall muss das Entbluten erfolgen, solange das
Tier noch empfindungs- und wahrnehmungsunfähig ist. Hinsichtlich der Höchstdauer
zwischen Betäuben und Entbluten sind die Zeitvorgaben von Anhang C maßgeblich.
2. Bei allen betäubten Tieren wird das Entbluten durch Anstechen mindestens einer der
beiden Halsschlagadern (Arteria carotis) bzw. der entsprechenden Hauptblutgefässe
eingeleitet. Nach Durchführung der Entblutungsstiche dürfen keine weitere Zurichtung
oder Stromstöße erfolgen, bis das Entbluten abgeschlossen ist.
3. Die für das Betäuben, Anschlingen, Hochwinden und Entbluten von Tieren zuständige
Person muss die betreffenden Arbeitsgänge erst an ein und demselben Tier vornehmen,
bevor sie diese an einem anderen Tier beginnt.
4. Wird Geflügel durch Halsschnittautomaten entblutet, so muss manuell eingegriffen
werden können, damit die Tiere bei Versagen der Automatik sofort geschlachtet werden
können. Ungenügend betäubte Tiere müssen vor der Entblutung nachbetäubt werden.

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X22
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II. Besondere Vorschriften für rituelle Schlachtungen Ergänzend zu den Bestimmungen in § 32 Abs. 5 des Tierschutzgesetzes ist bei rituellen Schlachtungen Folgendes zu beachten (derzeit gültiges Gesetz)

1. Die Fixierung der Schlachttiere muss ohne unnötige Beunruhigung, wenn notwendig
unter Zuhilfenahme einer entsprechenden Vorrichtung, in der Weise erfolgen, dass in
gestreckter Kopf- Hals-Haltung die sichere Ausführung eines entsprechenden
Schächtschnittes ermöglicht wird und gewährleistet ist, dass die Wunde während und
nach dem Schnitt offen bleibt.
2. Vor dem Schnitt zur Eröffnung der Blutgefäße hat jene Person, die gemäß § 32 Abs. 5
Z 5 die unmittelbar anschließende Betäubung durchführt, ihre erforderlichen
Vorbereitungen abzuschließen und die entsprechende Position zur Durchführung der
Betäubung einzunehmen.
3. Der Schächtschnitt darf nur von einer Person, die durch ein Zertifikat einer gesetzlich
anerkannten Religionsgemeinschaft nachweisen kann, dass sie dazu berechtigt ist,
durchgeführt werden.
4. Der Schnitt zur Eröffnung der Blutgefäße im Halsbereich ist unmittelbar nach Abschluss
der Ruhigstellung zügig und unter Verwendung eines sauberen und glatten
Edelstahlmesser durchzuführen, das mindstens zweimal so lang ist wie der Hals des zu
tötenden Tieres, nicht zugespitzt sein darf und unmittelbar vor dem Schnitt auf seine
Glätte und Schärfe zu überprüfen ist. Die beiden Halsschlagadern dürfen dabei nicht
gedehnt werden.
5. Mit der weiteren Manipulation (zB Hochziehen, Auswurf aus einer Fixiereinrichtung),
sowie der Bearbeitung des Schlachtkörpers darf erst nach Beendigung des Ausblutens,
frühestens jedoch fünf Minuten nach dem Schächtschnitt begonnen werden..

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