Innenminister bleibt hartItalien verweigert "Aquarius" erneut die Einfahrt in den Hafen

Italiens Innenminister bleibt bei seiner harten Linie gegenüber Hilfsorganisationen im Mittelmeer. Das Rettungsschiff "wird sicher nicht in einem italienischen Hafen anlanden".

Rettungsschiff "Aquarius"
Rettungsschiff "Aquarius" © (c) APA/AFP
 

Italiens Innenminister Matteo Salvini bleibt bei seiner harten Linie gegenüber Hilfsorganisationen im Mittelmeer. Das Rettungsschiff "Aquarius", das am Freitag 141 Menschen von Holzbooten rettete, "wird sicher nicht in einem italienischen Hafen anlanden", sagte der Chef der rechten Lega. Die Hilfsorganisationen Ärzte ohne Grenzen und SOS Mediterranee sind derzeit wieder mit dem Schiff in der Such- und Rettungszone vor Libyen unterwegs und wollen zunächst weiter in dem Gebiet patrouillieren. Die "Aquarius" ist derzeit das einzige zivile Rettungsschiff in der Region. Nach Angaben von SOS Mediterranee sind die Hälfte der am Freitag geretteten Migranten minderjährig.

Bei der letzten Mission der "Aquarius" hatten Italien und Malta dem Schiff die Einfahrt in einen Hafen verwehrt. Angesichts der Ungewissheit, ob eine erneute Blockade droht und in welchem Hafen sie dieses Mal Gerettete an Land bringen können, hatten die Seenotretter Vorräte an Bord aufgestockt. Die Weigerung Italiens und Malta hatte im Juni die Debatte um Migrationspolitik innerhalb der EU wieder kräftig angeheizt. Seither ist Spanien Hauptzielland für Menschen, die sich über das Mittelmeer in Richtung Europa aufmachen.

Unterdessen hat der italienische Premier Giuseppe Conte die Resultate des neuen, verschärften Einwanderungskurses seines seit zwei Monaten amtierenden Kabinetts hervorgehoben. Seit seinem Amtsantritt sei die Zahl der Ankünfte von Asylwerbern gegenüber dem Vergleichszeitraum 2017 um 85 Prozent zurückgegangen, erklärte der Premier am Samstag auf Facebook.

Conte betonte, dass Italien beim EU-Gipfeltreffen in Brüssel Ende Juni einen strukturierten Vorschlag zur Bekämpfung der illegalen Einwanderung vorgelegt habe. "Mit unserem Beitrag haben wir de facto einen neuen Umgang mit der Migrationsproblematik durchgesetzt", sagte Conte, der von einem "historischen Resultat" sprach.

Italien verweigert Rettungsbooten von Hilfsorganisationen seit einigen Wochen das Einlaufen in seine Häfen. Aufgrund der erschwerten Bedingungen arbeiten weniger Seenotretter im Mittelmeer ist, die Zahl der Toten ist in diesem Zeitraum signifikant gestiegen, was Conte jedoch nicht thematisierte.

Die neue Regierung in Italien höre auf die Bedürfnisse der Bürger. Sie stelle die "Interessen der Bürger und nicht die eigenen in den Mittelpunkt", meinte der Premier. Ziel der Regierung sei es, konkrete Antworten auf die Bedürfnisse der Bürger zu finden.

Zu den wichtigsten Resultaten der Regierung zähle auch die Verabschiedung eines Maßnahmenpakets zur Bekämpfung unsicherer Arbeitsverhältnisse diese Woche. "Wir bekämpfen die Unsicherheit, die viele unserer Jugendlichen belastet. Wir garantieren ihnen stabilere Arbeitsplätze", erklärte Conte.

Kommentare (3)

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pesosope
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Gott sei Dank bleiben die hart und verweigern die Einfahrt

Allerdings noch besser wäre, wenn man die Einfahrt zulässt, aber den Eignern, Kapitänen und Matrosen der Schiffe die volle Verantwortung für die Flüchtlinge überträgt, also denen die Vorgabe erteilt, für das weitere Leben (Nahrung, Unterkünfte, Ausbildung, Gesundheitsversorgung usw.) der Flüchtlinge aufzukommen. Da bin ich dann neugierig, wie viele Rettunsschiffe es nach einem Monate noch gibt ....ich schätze 0

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Irgendeiner
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Herr im Himmel, ich glaub

ja nicht an Dich,aber wenn du da oben bist,gib mir nur einmal zehn Minuten die ausreichende Macht, dann schick ich den bärtigen empathie- und intelligenzbefreiten Unmenschen auf eine Dauerreise über die Ozeane bei der der fliegende Holländer blaß wird vor Neid,learning by doing.Und Gudenus wird der Schiffsjunge.

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Irgendeiner
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Addendum:Und ich sehe, ich habe

noch 14 die anheuern wollen,man lacht schallend.

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