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In staatsnahen Betrieben Kern will Managergehälter mit 500.000 Euro deckeln

Neuer Vorstoß der SPÖ zum Thema Einkommen. Bundeskanzler Christian Kern will, dass in staatsnahen Betrieben eine Gehaltsgrenze für Manager eingeführt wird.

SPÖ-Chef Christian Kern © APA/HERBERT PFARRHOFER
 

Gegen die Stimmen der ÖVP hat die SPÖ am Mittwochabend im Nationalrat die Angleichung der Rechte von Arbeitern und Angestellten auf die Tagesordnung der nächsten Nationalratssitzung am 12. Oktober gebracht. FPÖ und Grüne unterstützten die SPÖ. Bundeskanzler Christian Kern bezeichnete das Donnerstagvormittag als "sehr erfreulich" und kritisierte die ÖVP, welche die Gleichstellung in ihrem Wahlprogramm hat. "Da sieht man was solche Ankündigungen wert sind", sagte Kern, der von "ideologischen Gründen" spricht.

Der SPÖ-Chef thematisierte am Donnerstag das Thema Einkommen und forderte erneut einen Mindestlohn von 1500 Euro, aber auch eine Begrenzung von Managergehältern. "Das Durchschnittseinkommen eines ATX-Vorstandes ist 51 Mal so hoch wie das eines durchschnittlichen Arbeiters in diesen Betrieben." Hier habe es in den vergangenen Jahren einen deutlichen Anstieg gegeben, Anfang der 2000er-Jahre lag das Verhältnis noch bei 24:1. Kerns Vorschlag: "Managergehälter dürfen nur bis maximal 500.000 Euro als Betriebsausgabe abgesetzt werden. Das muss so bleiben."

"Erwarte keine Gratulationsanrufe"

Kern fordert auch eine Deckelung von Gehältern in Unternehmen, bei denen die Republik mit mehr als 51 Prozent beteiligt ist - so etwa Verbund, Post oder auch Nationalbank. Hier schwebt ihm eine Grenze von 500.000 Euro vor. Eine, die wohl für wenig Begeisterung sorgen wird. "Ich erwarte mir keine Gratulationsanrufe der Topmanager", sagt Kern. Der Aufsichtsrat von Unternehmen müsse ein angemessenes Verhältnis zwischen Manager- und Mitarbeitergehältern bestimmen, zum Beispiel 1:20, heißt es weiter.  Kern betonte, dass er in seiner früheren Tätigkeit als ÖBB-Chef  auch so um "kein Prozent weniger motiviert" gewesen wäre.

Auch zu dem mutmaßlich Dossier, das ihn als "Prinzessin" bezeichnet, äußerte sich Kern kurz. Er kenne das Papier nicht, finde sich darin aber nicht wieder. "Der Autor ist nicht auf der Payroll der SPÖ." Der Mitarbeiter sei einst für Alfred Gusenbauer tätig gewesen, zu dem Kern heute wieder hörbar auf Distanz ging.

Notenbank-Chef verdient weniger als von Kern gefordert

Die Unternehmen mit Bundes-Mehrheit zeigen sich indes verwundert über Kerns Vorstoß. Denn für das Direktorium der Nationalbank gelte seit Mitte der 1990er-Jahre das Bezügebegrenzungsgesetz, sagte Sprecher Christian Gutlederer zur APA.

Notenbank-Gouverneur Ewald Nowotny darf daher nicht mehr als der Bundeskanzler verdienen. Das sind derzeit rund 300.000 Euro - während Kern Managerbezüge mit 500.000 Euro deckeln will. Auch in den unteren Ebenen liege die Entlohnung entsprechend unter diesem Wert. Kern hatte als Beispiele für die Begrenzung ÖBB und Verbund genannt, auf Nachfrage aber bestätigt, dass auch die Nationalbank unter das Regime fallen sollte.

Die NEOS kritisierten indes, dass sich der Kanzler nur auf Bundesunternehmen versteife. Hier sehe man wieder, dass sich Kern in der eigenen Partei - insbesondere in der SPÖ-Hochburg Wien - mit seinem eigenen Wahlprogramm nicht durchsetzen könne, meinte die Wiener Spitzenkandidatin Beate Meinl-Reisinger. Sonst hätte er eine Deckelung doch gleich auch für alle Beteiligungen der Länder fordern können. Im roten Wien habe man seit Ewigkeiten unfassbar hohe Gehälter in den stadteigenen bzw. stadtnahen Betrieben: "Bislang hat sich die SPÖ Wien mit Händen und Füßen dagegen gewehrt, diese auch nur irgendwie anzutasten."

 

Kommentare (12)

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Goofy17
0
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Super

Wo gehn die besten Leute hin?????

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gerhi9
9
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Immer wieder

immer wieder immer wieder Neidreflex

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Hansi83
13
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Gilt auch für Prinzen/essinen

....

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schteirischprovessa
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Auch das ist noch zu viel!

Denn diese Jobs bekommt man nicht, weil man der am besten Qualifizierte ist sondern wenn man der richtigen Partei nahesteht. Wer glaubt, Kern hätte seinen Job als ÖBB-Boss (kolportierte 700.000 Gage) ohne sein Naheverhältnis zu SPÖ bekommen, ist ein Illusionist.

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gintonicmiteis
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Dodelsichere Jobs...

In staatsnahen Betrieben sollten noch geringere Managerlöhne gezahlt werden, denn das sind sowieso Dodelsichere Jobs: egal, welche Fehler die machen, der Steuerzahler wird es ausbaden (inklusive großzügiger Entschädigung für die geschassten Manager...).

Und auch wenn das ein lieber netter Versuch ist, die Unglaubwürdigkeit der SPÖ in der Gerechtigkeitsdebatte zu retten, sollte er mal mit Experten sprechen: die finden ein Verhältnis zw. CEO- und Arbeitergehalt von maximal 7:1 gerecht! Aber von 10.000 Euro könnte sich Kern eben nicht so schicke Slim-Fit-Anzüge kaufen... ;)

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astso
5
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wieviel sie von Wirtschaft verstehen

zeigt, dass ihnen nur der Schnittmuster von Kerns Anzug dazu einfällt.
Die Manager die vor Kern bei den öbb waren, angeblich so top Manager, haben alle versagt.
Erst Kern hat die öbb operativ ins Plus gedreht.
Einen Betrieb mit 40000 MitarbeiterInnen leitet man nicht wenn man eine Pfeife ist.
Staatsnahe Betriebe sind nicht gleich die schlechteren Unternehmen.
Das lehrt uns die historische Erfahrung aus der Wirtschaft.

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VwieVendetta
18
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Heuchler

In seiner Zeit bei der ÖBB und beim Verbund lag sein Einkommen immer über dieser Grenze. Wenn er das jetzt als korrekturbedürftig für andere (er selbst ist ja davon nicht mehr betroffen) ansieht, ist das das nichts anderes als wahltaktische Heuchelei. Niemand hätte in gehindert in seiner aktiven Zeit bei diesen Unternehmen auf Einkommensteile zu verzichten. Daher braucht er jetzt, wo seine Felle davonschwimmen, nicht den Klassenkämpfer zu spielen.
Gleiches gilt für die Distanzierung zu Gusenbauer.
Jetzt, da es eng wird und gewisse Dinge über diesen Herrn öffentlich bekannt werden leitet der (Noch) Kanzler die Absetzbewegung von seinem Freund ein.
Da fallen mir sofort Judas und Brutus ein.

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schadstoffarm
1
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die selbe Empfehlung wie unten

lesen macht schlau. und Caesar hat Brutus nicht erstochen.

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VwieVendetta
15
4
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Re: die selbe Empfehlung wie unten

@schadstoff
Lesen macht nur dann schlau, wenn man den Text versteht, sonst hilft es nix.
Ich hab die Unterscheidung zwischen privaten und öffentlichen Unternehmen durchaus gelesen.
Dahinter steht aber in beiden Fällen der Gedanke des (Noch) Kanzlers, dass niemand im Management mehr als
€ 500.000 verdienen sollte. Nur in einem Fall kann die öffentliche Hand das selber richten, in den anderen Fällen wird das über höhere Steuerlasten geregelt.
Wenn man solche Gehälter aber als verwerflich ansieht, und das tut der Herr Kern jetzt offenbar, ist es doch pikant, wenn man solche Bezüge (und zwar sogar deutlich höhere) in der Vergangenheit ohne Skrupel eingesteckt hat.
Sehr durchsichtig dieses Maneuver, Klassenkampfpopulismus in Reinkultur.
Und übrigens: Der Dativ ist dem Akkusativ sein Tod 🤣

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pesosope
13
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ist ja komisch, als er noch der Chef der ÖBB war hat ihn das nicht interessiert

jetzt, 3 Wochen vor der Wahl, kommt er plötzlich drauf, dass er den Wähler doch noch ein wenig manipulieren kann.

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astso
9
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Kern ist gerade einmal 1,5 Jahre Politiker

er ist auch kein Berufspolitiker wie Kurz, der noch nie gearbeitet hat außer in seiner Partei .
Mit 31 Jahren keine besondere Leistung.
Auch ist es keine Leistung 10 Jahre auf Staatskosten zu studieren und das Studium letztendlich abzubrechen.
Passt ja eigentlich gar nicht zum main stream der övp - nur Leistungssteigerung sind was Wert.

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schadstoffarm
8
18
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Artikel lesen dann posten

als ÖBB-Chef macht man keine Gesetze und das Gehalt wäre auch gleich geblieben, dem Unternehmen hätte es nur mehr gekostet.

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