CoronaOberösterreich will mit 2,5-G, Impflotterie und Gurgel-Angebot Inzidenz von 1000 vermeiden

Oberösterreich führt die 2,5-G-Regel ein, wird ein eigenes Gurgeltest-Angebot ausrollen und startet eine Impflotterie. Das hat Landeshauptmann Thomas Stelzer heute angekündigt. Der blaue Koalitionspartner sieht 2,5-G kritisch.

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Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) will mit 2,5-G, mehr PCR-Tests und einer Impflotterie die Corona-Zahlen senken und die Impfbereitschaft steigern.
Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) will mit 2,5-G, mehr PCR-Tests und einer Impflotterie die Corona-Zahlen senken und die Impfbereitschaft steigern. © APA/FOTOKERSCHI.AT/ANTONIO BAYER
 

Der nachlassende Schutz bei doppelt Geimpften in Kombination mit der aggressiven Delta-Variante sowie der Einkehr des Winters treibt die Infektionszahlen in lichte Höhen. Heute wurden in Österreich nach einer Datenkorrektur 8.594 Neuinfektionen gemeldet. Österreichs Sorgenkind Nummer eins, Oberösterreich, meldete 2.317 neue Fälle und steuert auf eine Inzidenz von mehr als 1000 zu. Das geht aus der wöchentlichen Prognose des von der Regierung eingesetzten Corona-Konsortiums hervor.

Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) und Gesundheitslandesrätin Christina Haberlander (ÖVP) haben daher in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz - ohne Beisein eines Vertreters des blauen Koalitionspartners - Verschärfungen angekündigt: In vielen Bereichen kommt 2,5-G, das PCR-Testangebot wird ausgebaut, auch ein eigenes Gurgel-Angebot soll eingeführt werden. Mit einer Impflotterie soll die Impfbereitschaft gesteigert werden.

2,5-G und eigenes Gurgelangebot

Ab Montag gilt in Oberösterreich in Gastronomie, Hotellerie, bei körpernahen Dienstleistern, in Kultureinrichtungen, Theatern, Kinos und Pflegeeinrichtungen 2,5G. Man muss folglich nachweisen, dass man geimpft, genesen oder PCR-getestet ist. Bei Veranstaltungen mit mehr als 500 Teilnehmern soll 2-G gelten.

Dafür will man das PCR-Testangebot ausbauen. Beginnen will man damit im besonders stark betroffenen Innviertel. Mit Mittwoch kommender Woche wird ein eigenes Gurgeltest-Angebot ausgebreitet werden. Man habe dafür per Ausschreibung eine geeignete Firma gefunden, erklärte Stelzer. Bislang gehört Oberösterreich zu den Schlusslichtern bei der Zahl der PCR-Tests.

Sollte der Bund Oberösterreich zuvorkommen, gelten natürlich die bundesweiten Regeln. "Bei der Lage, die wir haben, verlasse ich mich aber lieber auf mich selber", sagt der Landeshauptmann. Man werde daher bereits am morgigen Freitag die entsprechende Verordnung beschließen.

Erhöhte Impfbereitschaft durch Impflotterie

Oberösterreich will vor allem auch die Impfquote steigern. "Das wichtigste G ist geimpft", sagt Haberlander und ruft erneut zur Impfung auf. Es seien noch viele Impftermine frei, auch der dritte Stich sei wichtig, um die Schutzwirkung zu gewährleisten.

"Man kann sagen, die Impfung liegt wie ein Geschenk auf dem Silbertablett, aber es wird nicht zugegriffen", sagt Stelzer. Um die Impfung noch attraktiver zu machen, soll für alle geimpften Personen eine Impflotterie Mitte des Monats starten. Details dazu sollen in den kommenden Tagen präsentiert werden. Die Impflotterie im Burgenland hatte erst am Mittwoch ihr Ziel von 10.000 zusätzlichen Impfungen erreicht.

Allen, die jetzt "eine Hintertüre suchen", um die neuen Maßnahmen zu umgehen, bittet der Landeshauptmann, daran zu denken "wie denn ihr Beitrag dazu aussieht, Gesundheit und Leben in unserem Land zu schützen." Stelzer fordert einen Schulterschluss gegen das Virus.

2,5-G für FPÖ "äußerst kritisch"

Oberösterreichs Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner (FPÖ) sieht die Einführung der 2,5 G- Regel in der Gastronomie und anderen Bereichen "äußerst kritisch", bemühte sich aber, eher den Bund im Fokus zu behalten: Er habe Verständnis, dass bei der derzeitigen Entwicklung in den Spitälern "die Verantwortlichen im Rahmen der mittelbaren Bundesverwaltung etwas unternehmen müssen, um einer Überlastung des Gesundheitssystems entgegenzuwirken", schrieb er in einer Stellungnahme zu der von Stelzer angekündigten Landesverordnung.

2,5G in vielen Lebensbereichen sieht er aber sehr kritisch und will sich die Sache auch rechtlich noch ansehen. Haimbuchner moniert vor allem, dass sich Genesene nach 180 Tagen mit einem entsprechenden Antikörpertest nicht mehr freitesten können. "Das ist eine völlig unsachliche Behandlung der Genesenen und eine gesundheitspolitische Fehlentscheidung der Bundesregierung."

Aktuelle Entwicklung dramatisch

Das Dashboard des Landes wies am Donnerstag 164.362 Infizierte - davon 2.317 Neuinfektionen - sowie 364 (plus 16) Patienten auf Normal- und 62 (plus vier) auf Intensivstationen sowie drei Todesfälle aus. Das Bundesland ist regelmäßig Spitzenreiter bei der Zahl der Neuinfektionen, hinzu kommt die bundesweit niedrigste Durchimpfungsrate von 57,7 Prozent. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag (Stand Mittwoch) bei 660,5, im Bezirk Braunau überschritt sie sogar die 1.000er-Marke. Seit Donnerstag sind in elf der 18 Bezirke Ausreisekontrollen nötig.

Mitte nächster Woche dürfte die Inzidenz in Oberösterreich zwischen 820 und 1300 liegen. Aktuell liegt sie bei 660. Nur die baltischen Länder sowie Slowenien wiesen dann höhere Inzidenzen auf als Oberösterreich, in dem in elf von 18 Bezirken bereits Ausreisekontrollen existieren. Oberösterreich muss damit rechnen, vom deutschen Robert-Koch-Institut wie auch von anderen Ländern wieder auf die rote Liste gesetzt werden.

Wien, Vorarlberg, Kärnten als Sorgenkinder

In Österreich dürfte in den kommenden sieben Tagen die Inzidenz auf 620 anstiegen, am geringsten fällt sie in Wien (zwischen 250 und 450) aus. Nicht synchron verläuft die Auslastung der Intensivstationen. Mitte November wird, so das Prognose-Konsortium, Wien mit einer Wahrscheinlichkeit von 60 Prozent, Vorarlberg mit einer Wahrscheinlichkeit von 30 Prozent, sowie Kärnten und Oberösterreich mit einer Wahrscheinlichkeit von 25 Prozent die Auslastungsgrenze von 33 Prozent überschreiten.

Kommentare (19)
SoundofThunder
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😏

Tja,die roten Bundesländer zeigen es wie es geht. 😏

Immerkritisch
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Ein dreifaches BRAVO

Herr Stelzer - vor kurzem war die Lage für sie noch nicht besorgniserregend - wobei ein jeder normal denkender Mensch zu diesem Zeitpunkt schon gewusst hat, wie es sich entwickeln wird!

RonaldMessics
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Herbert Kickl....

....ist völlig entrückt. Seine Linie konfus, ja schon fast irre. Dieser Politiker gehört mit dem nassen Fetzen ......Rest erspare ich mir, und darf sich jeder selbst denken.

Zeitgenosse
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Es ist Bürgerpflicht sich impfen zu lassen , um seine

Mitmenschen zu schützen.
Unser Staat verpflichtet unsere jungen Männer durch die Wehrpflicht das Land und seine Volk vor Feinden zu schützen.
Zurzeit bedroht ein Feind namens Corona unser Land und hat schon 12000 Menschen das Leben geraubt, wir können nur mit einer Durchimpfung dieser Feind stoppen.
Wie unsere jungen Männer ihre Pflicht tun wäre es an der Zeit das auch die zivile Bevölkerung ihrer Verantwortung bewußt wird.
Gebt diesen Feind keine Chance und Möglichkeit mehr unser Land zu besetzen, lasst Euch impfen.
Vor 250 Jahren hat Kaiserin Maria Theresia ihre Kinder sowie Hofstaat mit dem Kuhpocken Vacin impfen lassen und den Anfang von der Ausrottung der Pocken gemacht.
Leute wir leben im 21zigsten Jahrhundert, vertraut der Wissenschaft sowie der Medizin.

RonaldMessics
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wieso schweigt....

der Hainbuchner, wieso schließt er sich nicht der Meinung seines Chefs an. Hätte er das Rückgrat, dann würde er aus der Koalition in OÖ austreten.
Genau diese Art von Politiker wie Hainbuchner zerstören seine Partei, was mir persönlich Wurst ist, aber er gefährdet auch das Ansehen der Politiker, das eh schon ziemlich ramponiert ist. Und es ist nun mal Tatsache, dass kein Land ohne Politiker führen kann, auch wenn es mal kurzfristig mit den Beamten nach der Kurz-Kickl-Regierung den Gegenbeweis gab. Aber es wundert schon, dass Beamte plötzlich so beliebt wurden.

Immerkritisch
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Ganz einfach:

MACHT ist GEIL

FRED4712
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für Leute wie Hain.....

fällt mir gar keine passende Bezeichnung ein.....wider besserem Wissen, stellt er sich aus opportunistischen Gründen hinter den chef dieser unnötigen Partei.....einfach charakterlos und ein teil des volkes trottet diesen I.... widerspruchslos hinterher.....vielleicht fangen die wenigstens im KH nachzudenken an

FRED4712
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jede gruppe der bevölkerung hat halt ihre Partei...

die .....ähh...merkwürdigen halt die rechte.....wer die wählt, , dem ist wirklich nicht mehr zu helfen

cleverstmk
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Wählerwille?

Das ist das Resultat, wenn man sich mit den Blaunen Impfgegnern ins Bett legt!

Hazel15
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OÖ: Hälfte der Patienten über 60 und geimpft

Nach Angaben Oberösterreichs sind rund 50 Prozent der Patientinnen und Patienten in den Spitälern über 60 Jahre und geimpft, wobei die Impfung in vielen Fällen mehr als sechs Monate zurückliegt. Die andere Hälfte der Patienten ist eher jung und ungeimpft.
Auch ein Vertreter der Med Uni gibt an, dass zunehmende Aufnahmen Geimpfter auf den Intensivstationen belegen, dass die Infektion auch unter Geimpften zirkuliert und dass auch hier schwere Verläufe möglich sind. Dies sei zu beachten. Seitens der AGES wurde angemerkt, dass es bei über 60-Jährigen zunehmend Hinweise auf abnehmende Immunität gibt.
Nicht die Impfgefgner sind die Gefahr, sondern vermehrt die Geimpften, bei denen die Wirkung schön langsam nachlässt, aber trotzdenm ohne Enschrenkungen sich bewegen können. Darum auch für Geimpfte PCR-Testpflicht!!!!

RonaldMessics
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@Hazel15

Wieder so ein Posting, dass sich nur an einem Status orientiert, und daher völlig wertlos ist in seiner Aussage.
Es gibt mehr zu beachten:
Wie wirkte im Einzelnen die Impfung
Wann war der Zeitpunkt der Impfungen
Wie baute der Körper als Individuum die Wirkung des Impfstoffes ab
Was sind die begleitenden zusätzlichen Erkrankungen

Dies alles wäre zusätzlich in einer guten empirischen Arbeit von ihnen notwendig, um die Lage in ein wissenschaftlich richtiges Licht zu rücken. Aber das werden sie niemals wollen, sie wollen als Trittbrettfahrer eine Kickl hinterherhecheln. Ein klassisches Phänomen von Parteisoldaten.

lapinkultaIII
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@Hazel15

Die Impfgegner sind keine Gefahr? In welcher Scheinwelt lebst du?

Zum wiederholten Male die offiziellen Zahlen der AGES:

Aktuelle Infektionszahlen, getrennt nach geimpft und ungeimpft:
Altersgruppe 12-17 geimpft - Inzidenz 103, nicht geimpft 1.032
Altersgruppe 18-59 geimpft - Inzidenz 220, nicht geimpft 850
Altersgruppe 60+ geimpft - Inzidenz 177, nicht geimpft 714

Stand Dienstag, 1.11.2021

FRED4712
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du übersiehst, dass

offensichtlich 30 % der Bevölkerung nur bis 3 zählen können, für mehr reicht der IQ nicht aus

SagServus
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...

Als Ergänzung gestern die Zahlen vom ORF.

Von 1 MIo. Geimpfte landen 13 mit Durchbruch auf der Intensiv.
Bei den Ungeimpften landen 73, also mehr als das 5 fache auf der Intensiv.

Und das Problem sollen die Geimpften sein?

GanzObjektivGesehen
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Für Ischgl, wo zwar stümperhaft aber ohne wirkliches Wissen...

....über die Gefahren dieser Erkrankung gehandelt hat, wird eine Amtshaftungsklage angestrengt.
Heute, mit dem jetzigen Wissensstand, ist eine Handlungsweise wie in OÖ, nicht nur von der, meiner Meinung nach völlig irren, MFG-Ansammlung sondern auch von der Landesregierung vorsätzlich und wahrscheinlich strafbar.

Das die Bevölkerung, wie auch im Rest von Österreich weder Hausverstand und soziales Verhalten, noch Die Fähigkeit desEigen- oder Fremdschutzes besitzt ist traurig.

Denn von wem immer, was auch immer erzählt wird, schützen müssen wir uns schon selbst.....

grundner10
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Wahlgewinner

Die echten Wahlgewinner waren die wirklichen Unfähigen - die MFG.

Baldur1981
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Kein Mitleid

Mein Mitleid mit Impfgegnern ist aufgebraucht.

WASGIBTSNEUES
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Unfähig

einfach nur Unfähig - aber Hauptsache die Wahl gewonnen!
Ja, ja die Pandemie ist vorbei - aber das Land steuert auf den 4. Lockdown zu.

Kariernst
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Richtig

Treffend formuliert und auf den Punkt gebracht. Wegen der Wahl gab es keine Maßnahmen trotz vieler Hinweise und Warnungen. Nur der Macht wegen eine Regierung mit der größten Hetzer Partei eingehen ergibt dieses Resultat ein Versagen auf allen Ebenen.
Wenn man das Interview mit der Gesundheitslandesräten in OÖ Heute ansieht und anhört dann weiß man warum.