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Wahl-Podcast im ZugHofer: "Auffallend, dass 'Einzelfälle' immer mit der FPÖ verbunden wird"

Nach Ende der Ära Strache versucht Norbert Hofer, die FPÖ zwischen Rechtsaußen und Pragmatikern zusammenzuhalten. Wie er von Ibiza erfahren hat, was seine erste Reaktion war – und wo er seine Zukunft sieht, erzählt er im Kleine-"WahlCast".

Norbert Hofer im einstündigen Podcast Gespräch im Zug von Wien nach Linz.
Norbert Hofer im einstündigen Podcast Gespräch im Zug von Wien nach Linz. © 
 

Von dem Ibiza-Video, das seinen Lebensplan für die nächsten Jahre über den Haufen werfen sollte, hat Norbert Hofer nicht aus der eigenen Partei erfahren – sondern von Sebastian Kurz, jenem Mann, den er nun im Wahlkampf in einer ironischen „Paartherapie“ davor bewahren will, „nach links zu kippen“.

Er erfuhr davon erst in den Morgenstunden des 17. Mai: an jenem Tag, an dem „Süddeutsche“ und „Spiegel“ das Video von den Exzessen Heinz-Christian Straches und Johann Gudenus’ schließlich am Abend veröffentlichen sollten. „Ich hab an diesem Tag in der Früh einen Flug nach Innsbruck vorbereitet“, erzählt Hofer. Damals war er noch Infrastrukturminister und hatte einige Termine in Tirol zu erledigen. Bei den Berechnungen für den Flug – der passionierte Pilot wollte selbst fliegen – bemerkte er, dass Kurz in der vergangenen Nacht mehrmals versucht hatte, ihn am Handy zu erreichen.

„Ein Anruf um Mitternacht, einer um 0.40 Uhr. Ich hab ihm dann gleich ein SMS geschickt, dass ich jetzt erreichbar bin – er hat dann gleich angerufen“, erinnert sich Hofer: Was mach ma jetzt?, wollte der damalige Bundeskanzler wissen – „ich hab ihm gesagt, ich flieg nach Innsbruck. Und er hat gemeint, nein, wegen des Videos. So habe ich das erste Mal davon gehört.“

Was folgte, ist bekannt: Am Abend sah Hofer – plangemäß in Innsbruck – das Video. „Ich war sauer. Richtig sauer, dass es möglich war, dass so was entsteht, dass so was gesagt wird.“ Und noch in dem Moment habe er gewusst, „was jetzt auf mich zukommt“.

Hofer im Gespräch mit den Kleine-Redakteuren Georg Renner und Christina Traar
Hofer im Gespräch mit den Kleine-Redakteuren Georg Renner und Christina Traar Foto © Akos Burg

Der erfolgreichste Freiheitliche

Spätestens heute, wenn er auf dem Parteitag der Freiheitlichen offiziell zum Nachfolger Heinz-Christian Straches an der Parteispitze gewählt wird, ist klar, was damit gemeint ist: Hofer, 48 Jahre alt und mit seiner Kandidatur zur Bundespräsidentschaft 2016 der erfolgreichste FPÖ-Wahlkämpfer aller Zeiten – er unterlag Alexander Van der Bellen, erhielt aber 2,1 Millionen Stimmen – führt die Partei in die Nationalratswahl und in die folgenden Koalitionsverhandlungen.

Es ist ein Bruch gegenüber seinem Vorgänger Strache, der der Partei 14 Jahre lang vorgestanden ist. Wo er immer wieder gepoltert hatte, gibt sich Hofer als ruhig und freundlich, inszeniert sich als Brückenbauer, der die Zusammenarbeit mit anderen Parteien sucht – aktuell mit niemandem mehr als mit Kurz und seiner ÖVP, um die Koalition fortzusetzen, die nach Ibiza zerbrochen ist.

Wie das damit zusammenpasst, dass er und die FPÖ Kurz wenige Tage später gemeinsam mit SPÖ und Jetzt das Misstrauen ausgesprochen haben? „Wenn der FPÖ ein Minister aus der Regierung gekickt wird, kann man nicht davon ausgehen, dass wir umgekehrt allen anderen das Vertrauen aussprechen“, sagt Hofer in Hinblick auf seinen Klubobmann Herbert Kickl, an dessen Position als Innenminister die Koalition zerbrochen war – er weiß, die Partei kann in dieser sensiblen Zeit keinen internen Konflikt brauchen, muss Einigkeit demonstrieren.

Der kleinste gemeinsame Nenner der Rechten

Umso mehr, als die FPÖ heute weit auseinanderliegende Flügel hat: den harten, rechten Kern in Wien und Niederösterreich, der in den Oppositionsjahren gelernt hat, wie viel Erfolg man mit deftigen Ansagen und Attacken haben kann – und einen rechtspragmatischen Flügel in den Bundesländern, wo manche Gefallen daran gefunden haben, in Landesregierungen zu sitzen.
Hofer gilt zwischen diesen Lagern als kleinster gemeinsamer Nenner – nicht zuletzt, weil er ein exzellenter Redner ist, der solche Differenzen mit rhetorischen Techniken wegerklären kann:

Gespaltene Flügel? „Freiheit ist unser höchstes Gut, wir sind kein monolithischer Block.“ Aktionen wie das Schild „Ausreisezentrum“, das Kickl an Asylquartieren montieren ließ? „Zunächst muss man sagen, Asyl heißt Schutz auf Zeit.“ FPÖ-„Einzelfälle“ von Unterkunft für die Identitären bis zum „Rattengedicht“? „Was mir auffällt, ist, dass der Begriff Einzelfälle immer mit der FPÖ verbunden wird. Erlauben Sie mir, obwohl ich nicht gerne auf andere Parteien zeige, auf die SPÖ zu schauen ...“

Und was kommt nach der Wahl? „Sollte die Koalition fortgesetzt werden, werde ich die Regierung nicht nach drei Jahren verlassen, um abermals bei der Präsidentschaftswahl anzutreten“, verspricht Hofer. Langfristig sei sein Plan für nach der Politik jedenfalls, auch hauptberuflich Pilot zu werden, vielleicht sogar Fluglehrer: „Ich hab aber den Verdacht, dass es noch viele Jahre dauern wird, bis es so weit ist.“

Was sind Podcasts?

Podcasts sind Audio-Gespräche, die in Serie erscheinen und ein bestimmtes Setting haben – im Fall unseres WahlCast eine Zugfahrt mit den Spitzenkandidaten. Sie lassen sich auf allen Geräten mit Internetzugang hören. Podcasts sind größtenteils gratis. Alles, was Sie dazu brauchen, ist eine Podcast-App. Davon gibt es unzählige, die meisten davon sind kostenlos

Kommentare (30)

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satiricus
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Einzelfälle + FPÖ = Monopol

Oder nicht?

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eston
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Auch Hofer ist nur ein Einzelfall

das nette aber falsch-unehrliche Gesicht der Partei

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paddington1
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Hauptberuflich Pilot? Fluglehrer?

Ich dachte mir immer, um diese Tätigkeiten ausüben zu können, müsste man gewisse körperliche Voraussetzungen erfüllen. Hat Hr. Hofer nicht einen Anspruch auf eine Berufsunfähigkeits-Pension, die er derzeit als Politiker nicht bezieht? Sollte dieser Anspruch wirklich existieren, stellt sich schon die Frage, wie er sich diese Berufswünsche erfüllen möchte ODER wird ihm diese dann wegen nicht mehr vorliegender Berufsunfähigkeit wieder aberkannt?

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satiricus
0
2
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"Sie werden sich noch wundern, was alles möglich ist"

Schon wieder vergessen?

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SoundofThunder
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NoNaNet!

😏😏😏

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SoundofThunder
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Und wer hat immer behauptet:

Das ist nur ein Einzelfall!! Ihr habt ja das Urheberrecht daran.

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Irgendeiner
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Naja,jetzt kriegts neben dem frechen Eristiker der

mit hohlen Phrasen alles umdefiniert und wegfuchtelt auf der blauen Seite auch noch den NLP-Adepten,einen rhetorisch geschult untergriffigen der ebenfalls alles umdefiniert und faselt,ein Beispiel dafür ist schon die Sache mit den Einzelfällen umzudrehen die ja nur eine spöttische Beschreibung dessen sind was eben nicht einzeln auftritt sondern regelmäßig und zu unterstellen, daß das der Bias geschuldet ist nur bei den Blauen hinzusehen, sowas wie Waldhäusel oder Landbauer müßte man aber anderso erst erfinden.Und ich weiß, die meisten werden dem nicht gewachsen sein und durch das Geschwafel durchblicken,weil wir es auch hier haben und die wenigsten es zu sehen vermögen.Und wem die Phrase die Realien verkleistert der ist hilflos.

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fortus01
7
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also spricht der Herr

Kreide - Norbert, der es mit seiner sozialen IBIZA Partei wieder einmal (mit Hilfe der Medien) geschafft hat, aus den Tätern Opfer zu machen.
Es ist bezeichnend für die politische Kultur dieses Landes, dass weniger über den Inhalt dieses Videos duskutiert wird, wo die wirklichen Absichten der Spitzenvertreter der sozialen IBIZA Partei zu Tage kommen, als über dessen Entstehung.
Mit dieser Einstellung wäre aus "Watergate" auch kein politische Erdbeben geworden.
Es ist auch äußerst unglaubwürdig, dass die beiden Herren Strache und Gudenus die einzigen in der sozialen IBIZA Partei sind, die diese Ansichten vertreten.

Die Diktion "Einzelfälle" stammt übrigens nicht von den "Linken", sondern wurde von der sozialen IBIZA Partei ins Leben gerufen, außerdem ist der Kreide - Norbert nicht der "moderate" Teil der solzialen IBIZA Partei, er ist derjenige, der das Parteiprogramm geschrieben hat.
Im übrigen bin ich immer noch der Meinung, dass Herr Strache und Herr Gudenus wegen Hochverrats angeklagt werden müssen.

PS:
Warum fragen die Redaktuere nicht nach, wenn es öffentlich wird, dass der "BIMAZ", Herr Kickl der bislang teuerste Inneminister aller Zeiten war, und er war nicht die Ausnahme, das ganze Kabinett Kurz I hat die Personalkosten in die Höhe getrieben, wo ist hier das Sparen im System?

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H260345H
4
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FPÖ und Einzelfälle sind untrennbar verbunden,

darum wird die Abkürzung FPÖ ja zuweilen so interpretiert:
FalottenParteiÖsterreichs, eben weil in KEINER anderen Partei so viele Verurteilte bzw. auf ihr Urteil wartende Personen zu finden sind!
Die SUMME der EINZELFÄLLE = REGIERUNGSUNTAUGLICHKEIT!

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CuiBono
7
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Glaubt er das wirklich?

Er, der "Kreidefresser" Hofer, dass die "Ideen", die Strache und Gudenus da auf Ibiza ernstlich zu realisieren versuchten, dass also die Entwicklung und Verfolgung dieser "Ideen" auf diese beiden Politvögel beschränkt war und ist?
???
Und dann auch noch, dass er - Hofer - von Kurz über das Video informiert wurde?
Das sollen die Österreicher auch für bare Münzen nehmen?

Hält Hofer die Wähler tatsächlich für so blöd?

Ich glaube das nicht und die Wahlen werden es wohl zeigen.
Schaun wir mal an, wie die ausgehen.
Soviel rotzfreche Zumutung gehört an der Wahlurne bestraft.

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styrianprawda
6
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...dass der Begriff Einzelfälle immer mit der FPÖ verbunden wird.

Welche solcher permanenten "Einzelfälle" gibt es in anderen Parteien?

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X22
5
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Unschlüssige Sachlage: Für mich, ist es eine unschlüssige Sache, man geht 15 Jahre einen gemeinsamen Weg, sieht sich fast täglich, unterhält sich über Gott und die Welt, plant die Zukunft für Österreich nach einer gemeinsamen ideologischen Ausrichtung und dann der Vorfall Ibiza

Wurde man wirklich hintergangen oder wurde man von Grund auf ausgeschlossen von diesen Machenschaften, beides führt für mich zu einer Abneigung, Ablehnug der Personen, egal was diejenigen geleistet haben, die Personen müssen erstmal mein Vertrauen wieder erlangen, wie ist die Frage, von heute auf morgen, geht's nicht, möglich ist es, aber das bedarf Zeit und dementsprechende Handlungen. Naja, das spielt sich auf der persönlichen Ebene ab, parteipolitisch ist m.M. nur eine klare Trennung, die Lösung.
Bis jetzt ging ich vom Nichtwissen aus, ist es glaubwürdig, es müssen ja nicht Eins zu Eins die selben Vorstellungen, wie die, die in dem Ibizavideo gezeigt wurden, sein. Es gibt sie die außerparteilichen Vereinskonstruktionen, die zwar Offiziell nicht der Partei zuordenbar sind, jedoch dem entsprechen, wie es der Strache sinngemäß gemeint hatte, "Sponsort die Vereine, die Meinungsrichtung geben wir vor, sie sollen unsere Linie bestätigen und verbreiten, gesetzlich im grünen Bereich liegen, die Gegenleistungen vollziehen wir dann, wenn wir in politischen Positionen sind, die es ermöglichen", nur sollte man halt nicht die Zusammenhänge erkennen. Weiß Hofer, Kickl nichts von diesen Vereinen, ich kann es mir nicht Vorstellen, da sie genau auf diversen Veranstaltungen und Publikationen dieser Vereine erscheinen, man könnte schelmisch meinen, sie haben ein "Stenzel Syndrom", Bsp. der Verein "Franz Dinghofer Institut", wer sponsort diese Vereine und welche Gegenleistungen bekommen sie?

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Viertelputzer
3
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Einzelfälle

Wenn ich mich recht erinnere, wurde dieses Wort ja stets von der FPÖ ins Spiel gebracht.
Die Geister., die er rief...

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schteirischprovessa
30
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Mit den Einzelfällen hat der Hofer wohl unrecht.

Die SPÖ Langenzersdorf ist kein Einzelfall, dazu sind dort zu viele Dinge passiert, die nicht zu geschehen haben.

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harri156
8
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Also der BK ruft einen seiner Minister an,

und dieser schreibt ihm Stunden später eine SMS , dass er nun geruht einen Anruf des Kanzlers entgegenzunehmen ...... Was wäre gewesen, hätte es für Österreich eine Hilfe des Ministers bedurft...... Oder hatte der Minister sein Handy wieder auf dem Gehsteig geparkt?

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Trieblhe
9
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Naja nach der Aussage war das nach Mitternacht

Irgendwann muss jeder wohl schlafen. Sie etwa nicht?

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sandor026
5
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Blumentopf

Vielleicht hatte er es gerade im Blumentopf 😁

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Lobo17
31
12
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Vollkommen richtig!

Würden alle Parteien bis hin zu den einfachen Mitgliedern derartig durchleuchtet werden, wie dies bei der FPÖ geschieht, müssten wir wohl täglich solche "Einzelfälle" von SPÖ und ÖVP lesen. Jeder Österreicher, der nicht auf einem Auge blind ist, kennt die Wahrheit und lässt sich nicht mehr manipulieren. Ich mache mir große Sorgen um unser schönes Österreich, denn unter Kurz (ohne FPÖ) wird es große Veränderungen geben, die leider nur Verschlechterung bedeuten!

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gberghofer
0
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Bei der FPÖ braucht man nicht so tief graben

Da findet man für die Medien ein großes Betätigungsfeld. Teile der FPÖ vor allem Burschenschafter werden immer wieder am Nationalsozialismus anstreifen. An erster Stelle ist da "Olympia" zu nennen.

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styrianprawda
7
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@Lobo17

Mimimimimi!

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GordonKelz
7
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EIN TRAUERSPIEL.....

...wie überhaupt solche Leute dazu kommen
in Österreich irgendetwas zu sagen zu haben!
Sie wurden leider gewählt, also steckt ein Kern dieses Charakters bei den Wählern.
Denken Sie nach, und machen Sie bitte solch schwerwiegende Fehler nicht mehrmals. Was so eine Fraktion Österreich bringt, sehen Sie ja nur all zu deutlich!
Gordon Kelz

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brosinor
5
14
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Was ich immer sage:

Die Leute wählen am liebsten Personen in denen sie sich selbst wiederfinden!
Daher sehe ich schwarz für Österreich! Oder blau, noch schlimmer!

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altbayer
6
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Einzelfälle ?

Wäre es Herrn Ing. Hofer lieber, ,man würde alle Einzelfälle zu einem "Einzigartigem Großen" zusammenführen?
…….
Ok, das könnte jetzt nicht ganz die richtige Fragestellung gewesen sein!

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3770000
8
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Strache hat Hofer dumm sterben lassen.

Schon peinlich, dass Hofer von Kurz über das Video informiert werden musste. Der Herr Strache hatte nicht einmal soviel Charakter, seinen Parteivorsitzenden zu informieren.

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Trieblhe
1
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Der Parteivorsitzende war schon immer informiert,

weil das war Strache ja selbst 😉

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mapem
7
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In der Tat, Herr Hofer … sag ich hier ja auch schon jahrelang …

ist echt auffällig, dass so „Einzelfälle“ immer mit der FPÖ in Verbindung stehen …

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