Am dritten Verhandlungstag im Prozess gegen Ex-Grünen-Politiker Christoph Chorherr und weitere Angeklagte kam es zu einer überraschenden Wende im Prozess. Ein Schöffe gab an, dass einer der Berufsrichter auf die Frage, wie lange die Verhandlung dauern werden, "so lange, bis alle verurteilt sind" geantwortet habe. Er wolle deshalb wegen der aus seiner Sicht vorliegenden Vorverurteilung zurücktreten. Der vorsitzende Richter sprach wiederum von einem Hörfehler.

Auf Nachfrage der Anwälte bestätigte ein Ersatzschöffe, dass dies "alle Schöffen gehört" haben. Andere geben an, sich nicht zu erinnern oder dies nicht gehört zu haben. Nach kurzer Beratung beantragten die Anwälte aller Angeklagten den Ausschluss des beisitzenden Richters.

Auch Tojner bekannte sich nicht schuldig

Der Richtersenat hatte sich im Anschluss zur Beratung zurückgezogen und den Antrag der Anwälte abgewiesen. Es liege keine Befangenheit, sondern wohl ein Missverständnis vor. Es folgte die Befragung von Chorherr durch den Staatsanwalt.

So wie zuletzt Chorherr hat sich auch der Industrielle Michael Tojner heute nicht schuldig bekannt. Er beteuerte, dass Spenden, die er getätigt hat, nicht in Zusammenhang mit dem umstrittenen Heumarkt-Bauprojekt gestanden seien.