Der frühere Generalsekretär des Finanzministeriums, Ex-Öbag-Chef und türkise Hauptbelastungszeuge, Thomas Schmid, ist weiterhin ÖVP-Mitglied, berichtet orf.at. "Die Mitgliedschaft von Thomas Schmid ist seit über einem Jahr ruhend gestellt", teilte die Partei demnach auf Anfrage mit.

Trotz seiner Chats, den Vorwürfen gegen seine Person und den Beschuldigungen, die er in seinem Geständnis gegenüber der Partei und ihren Vertretern aussprach, wurde Schmid folglich nicht aus der Volkspartei ausgeschlossen. Bei parteischädigendem Verhalten wäre ein solcher allerdings durchaus möglich. Sowohl Landesparteiorganisation als auch Bundesparteivorstand könnten Schmid aus der ÖVP werfen.

Die ÖVP übernimmt seit einem Vorstandsbeschluss im Jahr 2020 auch die Verfahrens- und Vertretungskosten von "hochrangigen Funktionsträgern". Ex-Parteichef Sebastian Kurz bekommt seine Anwaltskosten daher etwa bezahlt. Bei anderen beschuldigten ÖVP-Mitgliedern wie Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka oder die früheren Kurz-Gefährten Gerald Fleischmann oder Johannes Frischmann wollte die Partei bisher keine Auskunft geben.

Zumindest Schmids Anwalt dürfte die ÖVP aber nicht zahlen: Bereits vor seinem Geständnis wechselte er hinter dem Rücken seines bisherigen Anwalts zu einer neuen Kanzlei.