Leitartikel Zu beklagen, dass die Impfgegner falsch abgebogen sind, ist kein politisches Programm

Der neue Kanzler muss den Versuch wagen, die festgefahrenen Fronten bei der Impfpflicht aufzubrechen. Empören darf man sich über Kickl, der nicht aus Überzeugung, sondern aus politischem Kalkül agiert.

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Es war nicht die Angelobung, wie wir sie in den letzten Jahren zur Genüge kennengelernt haben, wo die Schönheit der Verfassung und anderes beschworen wurde. Unweigerlich tun sich Parallelen zur Amtseinführung im Jahr 2000 auf, nur wählte der neue Kanzler nicht den unterirdischen Gang, wie es Wolfgang Schüssel getan hatte, sondern ging erhobenen Hauptes über den Ballhausplatz – begleitet von einem gellenden Pfeifkonzert von zwei-, dreihundert Impfgegnern, bewacht von ebenso vielen Polizisten, die die aufgeladene Atmosphäre offenbar unterschätzt hatten.

Kommentare (10)
himmel17
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Virologie ist extrem schwierig zu verstehen

Da glaubt man lieber an Sterndeutern, Energetikern, Wunderheilern, Trump, Belakowitsch, Kickl usw...

8,2 Milliarden verimpfte Impfdosen machen sicher!

Geht hin und lasst euch endlich stechen! Es tut nicht einmal weh und hat noch niemanden geschadet!

VH7F
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Jaja, Erfolgsstory Impfung

Den Geimpften muss man sagen, dass sie nicht wirkt und alle 3-6 Monate eine Auffrischung nötig ist. Den Ungeimpften muss man sagen, dass sie wirkt? Ein Zwickmühle?

joulrich
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90% 30-40+ und 95% 60+

Der Punkt mit 90% ist zu allgemein, wenn man jetzt nur die Auslastung der Intensivbetten als LockDown Auslöser nimmt, geht es um eine Impfrate von 90% von 30/40 bis 59 und 95% in der Gruppe ab 60.

Ab 80 sind wir da insbesondere bei Männern gut dabei. Über 95% haben einen aktiven Impfschutz, die Fälle auf den Intensivstationen sind im Verhältnis zum Risiko der Gruppe niedrig. Scheinbar hat hier die Message 2020 gewirkt, dass gerade diese Gruppe stark betroffen ist.

Im Gegensatz zu anderen Ländern haben wir ein großes Problem in den wichtigen Gruppen 60-69 und 70-79, da ist unsere Impfrate gegenüber Schweden, England, Dänemark usw. katastrophal. Vor allem Wien sticht hier negativ heraus, müsste man mehr auf Migranten, die schon länger hier wohnen zugehen, wie das in Dänemark gemacht wurde.
Die Gruppe 40-59 hat bei uns in einigen Bundesländern teilweise eine richtig schlechte Impfquote, entsprechend machte diese Altersgruppe bei der höchsten Auslastung in Oberösterreich am 30. November 31% der 134 Intensivstation COVID-Fälle aus.

Unter 30 ist die Chance auch ohne Impfung auf der Intensivstation zu laden so gering, dass es für die Gesamtsituation unerheblich ist, ob 50/70/90% der Altersgruppe geimpft sind.

Long COVID ist ein ganz anderes Thema, grundsätzlich ist das für mich insbesondere bei Kindern aber eine einfache Risikoabwägung der Eltern (1-2% Chance auf Long COVID) oder eine weit geringe Chance auf eine seltene schwerere Impfnebenwirkung, sollte eindeutig sein.

Morpheus17
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Impflicht Sackgasse

Bei Demos mit 40.000 Personen greift eben die Schubladisierung ins rechte Eck nicht mehr. Die Regierung bewirkt sogar das Gegenteil. Die Politik verliert den Zugang zu zuvielen Menschen. Ein Gesetz zu beschließen, dass für mehr als eine Million Österreicher zu einer Strafe führen wird, scheint mir nicht zielführend. Was will die Regierung? Spalten, spalten, spalten???

Pelikan22
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Wie schauts denn beim Sicherheitsgurt aus?

Da fragt niemand, dass Gurtenpflicht herrscht und Negeranten bestraft werden!

ber
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Re: müssen 90 Prozent geimpft werden

Und das mindestens alle 5 Monate!

SagServus
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...

Zuerst sollt ma mal 90 Prozent inkl. 3. Impfung zusammenbringen und dann schau ma weiter.

Lt. diversen Forschern könnte es auch sein, dass dann eine Auffrischungsimpfung in längeren Intervallen möglich wäre da die Beanspruchung des Immunsystems durch die hohe Impfrate weitaus niedriger ist als jetzt.

aposch
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Beschämend

Es ist ein Zeichen der heutigen Zeit, dass die geistige Gesinnung zunehmend unerträglich und beschämend wird. Es wird immer alles kritisiert, ob Gut oder Schlecht. Niemand überlegt, was würde ich stattdessen tun an deren Stelle und welche Auswirkungen könnte es haben.
Die vielen Demos sind kontraproduktiv und kosten Riesensummen, zeigen aber ein erschreckendes Bild von Egoismus und Gewaltbereitschaft.

EvilC
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Verhärtete Fronten, kann man laut Politologen…

…. nur von innen heraus aufbrechen. Was schwierig wird, vor allem mit der FPÖ. Ich bin aber überzeugt davon, dass es doch einige in den FPÖ Reihen gibt, die mit der Kickl Coronapolitik nicht einverstanden sind. Die müsste man bearbeiten. Wie? weiß ich leider nicht. Da hoffe ich auf das politische Können der Protagonisten.
Einen Kniefall vor 40.000 irre Geleiteten kann sich die Regierung auch nicht erlauben, denn das wäre ein Schlag ins Gesicht all jener, die seit Beginn sämtliche Maßnahmen mittragen. Und das ist die Mehrheit der Bevölkerung.

Pelikan22
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Jetzt sind ihnen die Augen aufgegangen, Herr J.!

Endlich einmal eine klare Meinung und Ansätze einer Lösung! Anscheinend gehts nicht ohne Holzhammer. Denn die so genannte "Gegenseite" ist nicht bereit einzulenken und an einer Lösung mitzuarbeiten. In unserer Familie gibts derzeit drei Mitglieder, die nicht nur dreimal geimpft sind, sondern sich zusätzlich positiv bei der Pflege der Eltern infiziert haben. Wir stolpern von einer Quarantäne zur anderen! Zum Glück fast ohne Symtome!