Künftig drei Tage WertekursGeflüchteten werden auch Praktika bei Feuerwehr, Rettung & Co angeboten

Aus einem werden drei Tage bei den Wertekursen. Bisher 75.000 Teilnehmer, 45 Prozent davon Frauen. Freiwilligenengagement wird als Schlüssel zur Integration gesehen und soll gefördert werden.

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MEDIENTERMIN BUNDESMINISTERIUM FUeR INNERES (BMI) ANL. DES SICHERHEITSGIPFELS ZU MASSNAHMENPAKET ZUM SCHUTZ VON FRAUEN UND MAeDCHEN VOR GEWALT: RAAB
Integrationsministerin Susanne Raab: © APA/GEORG HOCHMUTH
 

Die Werte- und Orientierungskurse des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) werden ab Jänner 2022 von acht auf 24 Stunden erweitert, aus einem werden drei Kurstage. Dies verkündeten Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP) und ÖIF-Direktor Franz Wolf am Dienstag im Wiener Integrationszentrum. Die Kurse gibt es seit 2015. Seit 2017 sind sie verpflichtend für Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte, die Sozialhilfe beziehen und 15 Jahre alt sind.

"Deutsch lernen ist das wichtigste", sagte die Integrationsministerin den neun Kursteilnehmenden, die sie bei einem ersten 24-stündigen Pilotkurs im Integrationszentrum besuchte. "Zum zweiten geht es darum, in den Arbeitsmarkt integriert zu werden", betonte Raab bei der anschließenden Pressekonferenz. Man solle Österreicherinnen und Österreicher kennenlernen, am besten über Freiwilligenarbeit.

Daher werde dies, "Freiwilliges Engagement und kulturelle Aspekte des Zusammenlebens", auch einer der neuen Schwerpunkte im Programm. Es werde die Möglichkeit geben, Praxistage bei der Bergrettung, dem Roten Kreuz oder der Freiwilligen Feuerwehr zu absolvieren. Weiters gibt es noch "Deutschlernen, Bildung und Arbeitsmarkt" sowie "Verfassungswerte und rechtliche Integration".

Was österreichische Werte denn wären und ob diese nicht sehr subjektiv seien, fragte eine Journalistin. Raab entgegnete, diese seien die Prinzipien, auf die die Bundesverfassung fuße. "Die sind nicht an den Haaren herbeigezogen." Ausgearbeitet wurden die Kursinhalte von einer Expertengruppe unter der Leitung von Rechtsphilosoph Christian Stadler.

"Wir unterstützen und fördern Integration, aber wir fordern Integration auch ein." Gleichberechtigung sei ein sehr wichtiges Thema, dass Frauen die gleichen Rechte in Österreich haben, dass man gegen die patriarchale Kultur in den Herkunftsländern ankämpfe. Auf die Nachfrage eines Journalisten, ob hier nicht ein verzerrtes Bild der österreichischen Gesellschaft gezeigt werde, mit Blick auf Femizide oder patriarchale Tendenzen, wich die Ministerin aus: "Man darf auf keinem Auge blind sein", entgegnete sie sehr allgemein.

Die Teilnehmenden selbst haben sich laut ÖIF-Direktor Wolf jedenfalls mehr Stunden gewünscht. Dies bestätigte auch eine Studie des Soziologen Kenan Güngör, in der auch die Zufriedenheit der Teilnehmenden festgestellt wurde.

Der Großteil der bisher über 6.000 angebotenen Kurse mit mehr als 75.000 Teilnehmenden wird konsekutiv gedolmetscht. 52 Prozent aller Kurse wurden ins Arabische, 36 Prozent in Dari/Farsi übertragen. Weitere Sprachen sind Paschtu, Somali, Russisch, Französisch und Englisch. Der Frauenanteil liegt bei rund 45 Prozent. Neben den Werte- und Orientierungskursen gibt es zudem noch Vertiefungskurse. Daran haben bisher über 47.000 Personen teilgenommen.

Kommentare (8)
logon 1
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ja freilich.

Und mit dem 3-Tage -Kurs verschwinden die eingeprägten Kindheits-und Jugendmuster der Herkunftsländer.
Ganz schön einfältig.

Irgendeiner
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Naja,Frau Raab,nichts dagegen zu sagen Ankömmlinge in Allgemeinnütziges zu integrieren,ich hoffe sie erreichen auch die 5000 unbegleitenden Jugendlichen die Nehammer und Sie postuliert hatten und die niemand sonst finden

konnte,Wahrheit ist ein hoher Wert in sich.Und Werte,die auf der Verfassung beruhen, da hama das was man einen Kategorienfehler nennt,da ist ein Unterschied zwischen Werten und Recht,ein gesellschaftlicher Wertewandel Frau Raab,kann sich auch unter stabilem Recht vollziehen,das zieht dann meistens irgendwann nach,abgesehen davon werden Werte ansozialisiert nicht akademisch unterrichtet und wenn sie brilliant über Kant und Scheler parlieren können müssens trotzdem keine Werte haben.Und auch Rechtskenntnis bis auf höchstes akademisches Niveau garantiert keinen Wertbesitz.Und um wem Werte zu vermitteln brauchts auch Vorbilder die ebendiese zeigen und vorführen,sollte auch nicht jeder versuchen.Und was die Gleichbehandlung der Frauen betrifft da sollte man doch nicht so tun als wäre das von Alters her ein integraler Bestandteil unserer kulturhistorischen Entwicklung gewesen,das läßt sich mit Kreiskys Famillienrechtsreform in den 70ern konkret datieren,was sie als promovierte Juristin wissen müssen und das ist nicht so lange her, Frau Raab,daß mans als Fahnderl gegen andere verwenden kann.Aber Hauptsache die Asylberechtigten werden nicht bei den Türkisen sozialisiert, der Werte wegen mein ich.

Zwiepack
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Migranten zu Feuerwehr, Rotes Kreuz, etcv

Im sinne echter Integration finde ich den Ansatz sehr gut!

smithers
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Ein Praktikum bei Exekutive und Justiz wäre sicher noch für viele interessant.

Vem03
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Eventuell

Auch einen Thermenaufenthalt…

deCamps
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Da dürfte aber die Quote der Arbeitslosen der Asylberechtigten beim AMS schön langsam erheblich unter 60% fallen.

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Eine gute Sache. Der Großteil der bisher über 6.000 angebotenen Kurse mit mehr als 75.000 Teilnehmenden wird konsekutiv gedolmetscht. 52 Prozent aller Kurse wurden ins Arabische, 36 Prozent in Dari/Farsi übertragen. Weitere Sprachen sind Paschtu, Somali, Russisch, Französisch und Englisch. Der Frauenanteil liegt bei rund 45 Prozent. Neben den Werte- und Orientierungskursen gibt es zudem noch Vertiefungskurse. Daran haben bisher über 47.000 Personen teilgenommen.
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Das ist schon seit Jahrzehnten bekannt. Die Frage stellt sich, ob hier auch die Bereitschaft gegeben ist? Ohne der Sprache geht gar nichts. "Deutsch lernen ist das wichtigste", sagte die Integrationsministerin den neun Kursteilnehmenden, die sie bei einem ersten 24-stündigen Pilotkurs im Integrationszentrum besuchte.

Vem03
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Ist

ein Wirtschaftszweig geworden

Sam125
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Vem03 für den wir aufkommen müssen!

Doch bald wird sich das ja eh ändern und die Hauptsprache wird in Österreich Arabisch sein und die anderen Mitmenschen mit anderen Sprachen müssen sich danach richten! Danke für alles und dass das unsere Kinder und Enkelkinder dann auch noch erleben dürfen!