OberösterreichSPÖ kritisiert Haimbuchners Impfstatus

Der oberösterreichische FPÖ-Chef Manfred Haimbuchner konnte mangels 2,5G-Nachweis nur virtuell an der Wohnbaukonferenz teilnehmen. Eine vollimmunisierte Landesregierung müsse selbstverständlich sein, sagt nun SPÖ-Klubchef Michael Lindner.

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Nach Covid-Erkrankung wieder genesen, aber wohl nicht geimpft: FP-Oberösterreich-Chef Manfred Haimbuchner.
Nach Covid-Erkrankung wieder genesen, aber wohl nicht geimpft: FP-Oberösterreich-Chef Manfred Haimbuchner. © APA/FOTOKERSCHI.AT/ANTONIO BAYER
 

Der stellvertretende Landeshauptmann Oberösterreichs, Manfred Haimbuchner (FPÖ) konnte an der Wohnbaureferenten-Konferenz vergangene Woche mangels 2,5G-Nachweis nur virtuell teilnehmen. Für die oberösterreichische SPÖ ist damit klar, dass der FPÖ-Chef wohl nicht geimpft sei. SP-Landesobfrau Birgit Gerstorfer fordert nun bei Corona auch verstärkt die Landespolitik in die Pflicht. 

Haimbuchner war im März des Vorjahres an Corona erkrankt und lag sogar auf der Intensivstation - sein Genesenen-Status ist damit laut geltender Rechtslage wohl bereits erloschen. Der FPÖ-Chef betont immer, "kein Impfgegner sondern ein Impfpflichtgegner" zu sein und will Antikörpertests mehr Bedeutung geben.

Nachweiskontrolle und Kritik

In der Landesregierungssitzung sei bisher noch kein Nachweis verlangt worden, berichtete Landesrätin Gerstorfer, es gelte aber 3G für alle Beschäftigten beim Land. Sie werde bei der nächsten Landesregierungssitzung hinterfragen, "ob alle einen 2G oder 2,5G-Nachweis haben". Zudem sei es ein schlechtes Signal gewesen, dass der Landtag im Oktober aus dem Corona-Ausweichquartier im U-Hof in das kleinere Landhaus zurückübersiedelt sei.

Gerstorfer kritisierte generell das schwarz-blaue Corona-Management in Oberösterreich: "Wir wollen immer Nummer eins sein in Oberösterreich, aber bei der Pandemie-Bekämpfung ist ein ganz anderes Bild zu sehen." Es gebe zu wenige Test- und spontane Impfmöglichkeiten, man brauche mindestens je eine pro Bezirk, zudem forderte sie erneut Anti-Corona-Zentren in jedem Bezirk, wo man neben Impfung und Testung auch Beratung bekommt.

Die - mittlerweile wieder abgeschafften - Ausreisekontrollen an den Grenzen der Hochinzidenzbezirke hätten Verunsicherung geschaffen, weil sie nicht sichtbar waren: "Es reicht nicht, vier Bundesheerler pro Bezirk abzustellen", so Gerstorfer.

Erklärung gegen "Impfgegner-Propaganda"

Klubvorsitzender Michael Lindner verwies angesichts einer Sieben-Tage-Inzidenz in Oberösterreich von rund 1.000 am Montag darauf, dass "eine immunisierte Landesregierung selbstverständlich sein muss". Er bastelt derzeit an einer gemeinsamen Erklärung der Landtagsparteien, die diese Vorbildrolle der Landesregierung und, dass "Landespolitiker die Impfgegner-Propaganda beenden", betont.

Auch ein Bekenntnis zu flächendeckenden PCR-Testmöglichkeiten, mehr Personal für die Krisenstäbe und bessere Einbindung diverser Stakeholder soll darin enthalten sein. Eine gemeinsame Erklärung würde allerdings die Zustimmung aller Fraktionen - auch der impfskeptischen MFG - brauchen, Lindner hofft aber zumindest auf einen Fünf-Parteien-Antrag der übrigen.

Corona im Wahlkampf verschlafen

Dass die Politik das Thema Corona im Landtagswahlkampf verschlafen hat, streitet man nicht ab, Gerstorfer verweist aber darauf, dass die SPÖ ihre Veranstaltungen stets mit hohen Sicherheitsstandards abgehalten habe. Die ÖVP, "die ja hauptverantwortlich ist, hat das Thema überhaupt nicht angesprochen".

Schlimmer als der Wahlkampf sei aber die Phase der Koalitionsverhandlungen gewesen, denn da seien die Zahlen schon wieder deutlich gestiegen. Es wäre den Verhandlungen zweier bei Corona "so konträrer Partner" wie ÖVP und FPÖ aber wohl abträglich gewesen, die Pandemie stärker zu thematisieren, meint sie. Schließlich mache das Thema auch nur eine halbe Seite im Koalitionsübereinkommen aus.

"Das gemeinsame Ziel in Oberösterreich ist, dass alle, die sich impfen lassen möchten, auch schnell zur ihrer Impfung kommen. Wir setzen alles daran, die Impfquote in Oberösterreich deutlich zu erhöhen", betonte indes ÖVP-Landesparteisekretär Florian Hiegelsberger in einer Aussendung. Der Anstieg bei den Impfungen in den vergangenen Tagen zeige, "dass der eingeschlagene Weg richtig ist".

Kommentare (10)
gonzolo
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Für wen der österreichische Steuerzahler da täglich in die Hackn geht und seinen Obolus abliefert, grenzt schon an Frotzelei und Verhöhnung. Haimbuchner hat ausschließlich deshalb überlebt, weil er wohl an alles angeschlossen und angekabelt war, was diese Geistesbrüder ja angeblich gar nicht brauchen, weil Corona ja eh nichts anderes als a Schnupfen sein soll - und dann hüpft er gerade noch von der Schaufel.

Aber wer meint, dass dann sowas wie Einsicht, Läuterung oder gar Demut kommt, kennt wohl nicht die DNA der blauen Rechtsstaats- und Demokratiezerstörer. Diese Asozialen legen dann auch noch ein Schäuferl nach – influencen weiterhin ihre orientierungslos rumflatternden Ankreuzler, dass sie wohl ja nicht zur Impfung gehen.

Überall wo FPÖler in „Amt und Würde“ gelangten, hinterlassen sie verbrannte Erde, Baustellen und Schuldenberge … Haider 11 Hypo-Pleite-Milliarden … ein anderer bettelt dann sogar öffentlich über die Medien … man gibt sich schon gegenseitig die Türschnalle bei Gericht in die Hand … in Graz versickerten gerade wieder mal 500.000 Euro im Blau-Sumpf … und wie hoch der Anteil an den mittlereile 37 Milliarden Covid-Schaden durch Kickl´s Kreuzzug gegen das Impfen beträgt, lässt sich gar nicht mehr abschätzen.

Ich möchte wissen, was Haimbuchners Schnupfen-Behandlung gekostet hat – und weil die Blauen ja so ehrbare und aufrechte Leut sind, sollte er die Kosten schnellstens an die Steuerzahler refundieren – andere brauchens dringend.

Und schmeißt ihn aus dem Landtag, wenn er jetzt sogar noch mit den G-Regeln rumfrotzelt.
Aber leider weiß man´s ja, wie das bei der ÖVP mit den roten Linien ist, die nicht überschritten werden dürfen ….

gehtso
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nun, wie wir inzwischen

wissen, können Langzeitfolgen auch im Gehirn nicht ganz ausgeschlossen werden..............

Kariernst
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Lächerlich

Dieser Mensch ist einfach lächerlich und dumm ich würde ein Behandlungsverbot für ihn aussprechen.
Mitschuld an dieser Situation ist der LH der nur um der Macht Willen mit dieser Partei eine Regierung bildet, denn laut dem LH sind in OÖ die Freiheitlichen anders als die restlichen mit Kickl man merkt bereits den Unterschied.
Der LH soll seinen Hut nehmen oder wenn er mutig ist sofort die Koalition mit diesen unbelehrbaren und Hetzern beenden, ein sofortiger fliegender Wechsel täte dem Land gut, doch dazu ist der liebe Herr LH viel zu feige duckt sich weg und sieht dabei zu wie die Bemühungen für eine Besserung sabotiert werden.
Und es sollte sofort keine Ausnahmen für Politiker oder Sportler geben, sind denn das andere Menschen oder besondere Menschen wo bleibt dabei die Vorbildfunktion.

iMissionar
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Was für eine Show

Der geehrte Abgeordnete Haimbuchner, mit Ach und Krach auf der Intensivstation ins Leben zurückgeröchelt, hat aus seiner wochenlangen Odyssee in die Unterwelt also nichts gelernt. Er sollte beizeiten bei seinen Grazer Kollegen anfragen, sodass auch ihm einige Silbermünzen zuteil werden. Denn 2 davon könnte er angesichts der Covid Lage für die Bezahlung der Überfahrt über den Styx schneller benötigen als ihm lieb ist.

Lodengrün
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Wenn schon

Hofer mit seiner Impfung der Partei in den Rücken gefallen ist kann er nicht auch noch den Ausritt machen. Immerhin hatte er mehr Courage denn dahingehend hörte man von Herrn Eustacchio nur: „Ist Privatsache“. Wenn aber jemand Salvini zu seinen Freunden zählt darf man ohnedies nichts erwarten.

itsok
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Hat als

Corona Intensivpatient nix daraus gelernt... FETZENDEPPERT!

Imandazu
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Haimbuchner: vom Intensivpatienten zum erstarkten Feind der Medizin

In der Wissenschaft besteht nahezu vollständiger Konsens über Ursachen und Auswege aus der Pandemie. Ihr stehen verantwortungslose Politiker gegenüber, die alles sabotieren, was die medizinische Forschung zum Wohl der Menschheit leistet. Erst wenn sie in der Intensivstation liegen, werden sie zu erbärmlichen Jammerlappen. Aber kaum wieder gesund, sind sie wieder die typischen FPÖ-Ungustln.

Imandazu
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Der Zustand der Politik ist generell miserabel. Aber die FPÖ

ist der absolute Tiefpunkt.

deCamps
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Aha. Eigentlich nichts Unbekanntes?

.
Die FPÖ und einige ihrer politischen in Funktionen aktiven Mitglieder wie auch Kickl spucken einerseits auf die Bürger dieses Landes, indem gemeingefährliche Ratschläge erteilt werden und andererseits wird auch fleißig in die eigene Kassa und in die der öffentlichen Hand gegriffen. Es gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung.

deCamps
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Haimbuchner?

Sorry. Eine letztklassige Verhaltensweise. Bereits ärmlich, aber schon erbärmlich zu nennen.