Spiegel-Interview Schallenberg: "Kurz kann absolut wieder zurück in die Politik"

Der neue Kanzler geht im "Spiegel"-Interview davon aus, dass er bis zum Ende der Legislaturperiode - voraussichtlich 2024 - im Amt bleibe. Der "abenteuerliche Versuch", unter Einbindung der FPÖ eine Vierparteienkoalition zu bilden, wäre zum Scheitern verurteilt gewesen. "Sie wäre bei der ersten Corona-Maßnahme auseinandergebrochen."

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Schallenberg in seinem neuen Büro
Schallenberg in seinem neuen Büro © (c) Georg Aufreiter
 

Bundeskanzler Alexander Schallenberg ist der Ansicht, dass sein Amtsvorgänger eines Tages wieder in die Politik zurückkehren könnte. Im Interview im neuen "Spiegel" meint Schallenberg auf die Frage, ob Sebastian Kurz je wieder ein Regierungsamt übernehmen könne: „Kurz kann absolut wieder zurück in die Politik.“ Es gelte immer noch die Unschuldsvermutung. Kurz sei immerhin „vor knapp zwei Wochen mit 100 Prozent der Stimmen zum Klubobmann und davor mit 99,4 Prozent zum Parteiobmann gewählt worden.“    

Vierparteienkoalition wäre auseinandergebrochen

Schallenberg geht allerdings davon aus, dass er selbst bis zum Ende der Legislaturperiode, die regulär 2024 endet, Hausherr im Kanzleramt bleibe. „Ich habe das Amt für die Dauer dieser Legislaturperiode übernommen.“ Er sei froh, dass der „abenteuerliche Versuch, eine Alternativregierung“ unter Einbindung der FPÖ und Herbert Kickl zu schaffen, gescheitert sei. Diese wäre bereits bei der „ersten Coronamaßnahme auseinandergebrochen.“

Kein tägliches Telefonat mit Kurz

Mit Kurz stehe er nicht im täglichen Telefonkontakt. „Wir hatten auch in der Vergangenheit gar nicht so oft Bedarf, unbedingt jeden Tag zu reden, weil wir in vielerlei Hinsicht sehr ähnlich gepolt sind.“ Ob es eine rote Linie gäbe, jenseits derer die Zusammenarbeit von Schallenberg mit Kurz undenkbar wäre, sollten neue Chats, neue Vorwürfe auftauchen? „Das sind Fragen, die unsere Parteigremien zu entscheiden hätten.“  

"Manche Nerven liegen blank"

In den Beziehungen zu den Grünen sei „natürlich etwas zerbrochen.“ Deshalb habe er mit Vizekanzler Werner Kogler ein Get-together vereinbart. „Wir müssen die Teamarbeit wieder hinkriegen. Manche Nerven liegen blank.“ Seine nach Amtsantritt getätigte Aussage, er gehe davon aus, dass an den Vorwürfen nichts dran sei, sei seine private Meinung gewesen: „Ich habe volles Vertrauen in die Justiz, sie funktioniert und ist unabhängig.“

"Schon lange nicht mehr in den sozialen Medien"

Seine Aufgabe sehe er jetzt darin, das „Schiff wieder in ruhigere Gewässer zu steuern. Die Menschen wollen jetzt Sacharbeit und dass es vorangeht mit unserem Land.“ Er habe den Vorteil, dass er vieles gar nicht mitkriege. „Ich bin schon lange nicht mehr in den sozialen Medien unterwegs. Ich sehe es nun als meine Aufgabe, Emotionen rauszunehmen.“ Als vor zwei Wochen der Anruf  kam, ob er das Amt übernehmen könne, habe er seinen Vater angerufen. „Er sagte: Es ist eine Ehre, in diesem Amt der Republik zu dienen. Und das ist auch mein Verständnis. Ich bin ein Teamplayer, auch wenn dieser Akt aus einer Krise geboren ist. Es ist eine Sondersituation, weil ich mitten im Sturm das Steuer übernommen habe.“

Inseratencausa: "Politik ist begründungspflichtig"

Ob das Verhältnis zwischen Politik und Medien in Österreich auf eine neue Basis gestellt werden müsse? „Das müssen wir uns in Ruhe anschauen, ohne Scheuklappen. Wir sind im Gegensatz zu Deutschland ein kleines Land, in dem sich viel in Wien konzentriert. Es gibt eine Nähe von Medien zur Politik, aber die Medien leben auch von dieser Nähe.“ Schallenberg verteidigt die Inseratenpolitik. „In einer Demokratie ist Politik begründungspflichtig und damit kommunikationsbedürftig. Die Pandemie ist ein gutes Beispiel dafür, da hat die Politik einen Informationsauftrag.“

Kommentare (99+)
Patriot
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Solange die Türkisen und Blauen an Hebeln der Macht sitzen,

wird ÖSTERREICH NIEMALS SAUBER !!!

Hazel15
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Kurz kann absolut wieder zurück in die Politik

Bei FPÖ statt Kickl, die Afd würde ihn auch nehmen.

mobile49
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sobotka fühlt sich "verpflichtet"

dem neuen UA als vorsitzenden vorzustehen .
wenn man es mit den "verpflichtungen" gegenüber dem volke nur ähnlich ernstnehmen würde
ironie off

mobile49
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und sobotka will "selbstverständlich" den vorsitz des neues UA

übernehmen .
no na - dann kann das dubiose "spiel" von neuem beginnen !

weiter unten schreibt lieschen ( richtigerweise ) von "selbsterkenntnis zur weiterentwicklung der eigenen persönlichkeit"
bei dieser türkisen truppe hat man noch nie davon gehört - wozu auch .
im türkisen einheitsklumpen gibt es anscheinend keine persönlichkeit - und schon gar keine "eigene" - die man weiterentwickeln könnte
punkt
ironie off

imogdi
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Wer ist .... KURZ

War er der Naderer seiner ÖVP, der Jung-Johannes?
Ich kann mich nicht mehr erinenern - Wann war das?
Also : Johannes Kurz, Bundeskanzler - oder Johannes, kurz Bundeskanzler ...?

Hauptsache ist, dass solche Burscherln nicht mehr uns Österreicher ver A ........ schen können!

Oder eh Seine Wähler*innen

susa18
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"...weil wir in vielerlei Hinsicht sehr ähnlich gepolt sind..."

Na ja, das lassen wir am besten so stehen.

mangogue
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Würde ihn nie wieder wählen

Ja ich gebe es zu, ich hab mich von dem Rattenfänger blenden lassen. Ja, ich habe Kurz gewählt. Aber mittlerweile habe selbst ich mitbekommen, was für ein verkommenes Weltbild der gute Mann vertritt.
Deshalb: nie wieder Kurz! Und selbst wenn sie es hinkriegen und er in allen Punkten freigesprochen wird, ein solches Polittheater brauche ich nie mehr.

SoundofThunder
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Sie sind Lernfähig.

Und das haben Sie vielen Voraus.

lieschenmueller
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Sich irren ist menschlich, daraus Konsequenzen ziehen

eine Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit.

Die Fähigkeiten haben leider nicht alle. Die reden sich Blender und Mobber noch immer schön.

future4you
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Nein!

Ich habe Hr. Kurz seinerzeit gewählt. Neben dem ungustiösen Verhalten, vor allem aber auch wegen seiner unverständlichen Haltung zum wichtigsten Thema unserer Zeit, der Umwelt („es braucht keine Einschränkungen, die Technologie wird alles retten) ist er für mich nicht mehr wählbar. Aber ich alleine werde das natürlich nicht entscheiden.

neuer mann
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werter herr kanzler - für altkanzler kurz ists vorbei!

ich finde es befremdlich, dass es leute gibt, welche dem exkanzler noch die stange halten - nach all dem, was neben dem strafrechtlich zu prüfenden, über kurz publik georden ist.

gRADsFan
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Wann wird der tadelige Kurz endlich ausgeliefert?

Flucht in die Immunität?

schteirischprovessa
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Sobald dies rechtlich möglich ist.

Je früher desto besser. Denn dann kann die Aufklärung beginnen, an dessen Ende entweder die Schuld oder die Unschuld von Kurz festgestellt wird.
Sollte Kurz schuldig gesprochen werden, wird wohl seine politische Karriere endgültig beendet sein.
Wird er jedoch von allen strafrechtlichen Vorwürfen freigesprochen, wird er wohl wieder Spitzenkandidat der ÖVP werden und wie ein Wirbelwind über die Parteien der Jagdgesellschaft fahren, dass denen hören und sehen vergeht.

SoundofThunder
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Provessa

Dann erklären Sie uns warum deine ÖVP alle Termine abgelehnt hat.

lieschenmueller
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Und wo bleibt für den steirischrovessa

der Anstand, die Moral?

Wenn Sie Kurz eine solche trotz allem zusprechen, wie sind Sie dann persönlich gepolt?

In Richtung "heute würde er das nicht mehr sagen" - "unschön" - "ungut"?

Widerwärtig und tief wie sonst kaum was, DAS wären Bezeichnungen in Richtung dieser Kurz-Geschichten!

schteirischprovessa
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Was die Herren Krainer, Hafenecker und Frau Krisper im letzten Jahr von sich gegeben haben,

und zwar nicht in privaten Chats sondern Medien gegenüber hat noch viel weniger mit Anstand zu tun, von den Ergüssen der beiden Polemiker Kickl und Leichtfried gar nicht zu reden.
Wer Anstand in der Politik sucht, wird nicht fündig werden, egal bei welcher Partei er sucht.

Lodengrün
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Ordinär mein @provessa

waren sowohl Leichtfried und Kickl noch nicht. Das Benehmen aber des ganzen Hohen Hauses ist aber grundsätzlich letztes Niveau. Ich hätte als NR Präsident schon längst den Handyempfang dort abgestellt.

Lodengrün
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@Lieschen

Wenn mir bekannt wird das der Kollege, Freund/…. über einen gemeinsamen Bekannten sich schriftlich geäußert hat er wäre ein A, dann ist er mir suspekt. Eine Befürwortung für eine Beförderung etc. darf er sich von mir nicht mehr erwarten. So sehe ich, sieht die Mehrzahl der Österreicher, Herrn Kurz. Wir brauchen nicht einmal das gerichtliche Urteil. Unser @provessa klammert sich halt an die Hoffnung das die WKStA unnötig Staub aufwirbelte, er sich rausreden kann. Uns reicht was wir haben.

lieschenmueller
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@Lodengrün

Wenn der das über einen gemeinsamen Bekannten sagt, ist man selbst der Nächste, den eine solche Person so betitelt. Halt nur mit anderem Ansprechpartner.

Und ich verbitte mir von gewissen Usern die ständige Wiederholung, jeder würde so etwas tun.

Ich bin persönlich - außer mit Familienangehörigen - über dieses Chat-Alter heraus. Aber man kann mir glauben, bevor ich beruflich jemals eine Kollegen oder Vorgesetzten schriftlich so betitelt hätte, wäre ich vorher in die Mürz gehüpft.

Lodengrün
3
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Genau @lieschen

habe schon manche Schlacht beruflich und privat geschlagen. Aber sowohl meine Gegner als auch ich kamen nie in diese Schiene.

Irgendeiner
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Martin, paß auf, daß die Heldenträume nicht knapp

werden,wie beim alten Wecker und Martin,der Maßstab für Politiker ist nicht daß einer nicht strafrechtlich verurteilt ist,da würd ich schon etwas höher ansetzen.Und den Wirbelwind würd ich doch gern mal sehen,könnt nur dann eine Orkanwarnung kommen,man lacht.Und Martin,vergiß nicht, fast das ganze Land ist jetzt rot,eine Mehrheit,Basti fecit.

voit60
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die ÖVP freut sich zwar über den Fortschritt der Untersuchung

versucht aber die Auslieferung im Immunitätsausschuss zu verzögern. Weil man ja so froh ist.

Apulio
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Ist ein Clubobmann

oder Parteiobmann kein Politiker?

Peterkarl Moscher
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Wahrheit tut weh !

Wenn sich die Partei von Kurz nicht trennt, dann ist diese Partei mit 11 % Politisch tot.

Adiga
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politisch tot

Die ÖVP hat sich das Totsein längst und redlich verdient.

SoundofThunder
2
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😏

Desto früher desto besser. Diese Partei gehört entsorgt.

 
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