Streifzug durch die Geschichte der KPÖHelmut Konrad über die KPÖ: Vom Trabanten Moskaus zur Graswurzelbewegung

Mit ihrer unverbrüchlichen Treue zur Sowjetunion sackten die Kommunisten in Österreich zur Bedeutungslosigkeit ab. Bis sie sich in Graz als Nothelfer neu erfanden. Ein Streifzug durch die Geschichte der KPÖ.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
Elke Kahr 2016 bei der Mitgliederversammlung
Elke Kahr 2016 bei der Mitgliederversammlung © APA/Erwin Scheriau
 

Als sich in ganz Europa die Arbeiterbewegung in Sozialdemokraten und Kommunisten spaltete, nahm Österreich eine Sonderstellung ein. Der Linken in der späten Habsburgermonarchie war es erspart geblieben, 1914 für oder gegen die Kriegskredite zur Führung des Ersten Weltkriegs stimmen zu müssen – der österreichische Reichsrat war zu dieser Zeit, seit März 1914, auf unbestimmte Zeit vertagt worden und sollte bis 1917 nicht mehr zusammentreten. So blieb der Sozialdemokratie die Gretchenfrage der Haltung zum Krieg zumindest offiziell erspart. Und während sich fast überall sonst nach 1918 Sozialdemokraten und Kommunisten heftig bekämpften, blieb die österreichische Arbeiterbewegung in einer Partei vereint. Die österreichischen Kommunisten, die mit ihren Roten Garden 1918 noch für Unruhe sorgten, errangen in der Ersten Republik nie einen Sitz im Parlament oder im Wiener Gemeinderat.

Zwischen 0 Uhr und 6 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.

mahue
0
7
Lesenswert?

Manfred Hütter: schreibe es nochmal, rüttle an einem seit 1989 diskutierten Tabu

Wohin sind die SED-Millionen der alten DDR ins Ausland und welchem Land verschwunden und gebunkert. Bis heute nicht geklärt.

Toyota11000
7
11
Lesenswert?

KP

wählt man weil man VEBs, Genossenschaften und Kolchosen, Überführung von Privateigentum in staatliches will, nicht wegen Kahr.

Lodengrün
0
3
Lesenswert?

Verstaatlichung

also. Interessant, interessant.

neuernickname
6
7
Lesenswert?

Und ich sage deutlich. Es war FRAU KAHR und nicht die KPÖ die gewählt worden ist.

Frau Kahr hätte als Bürgerliste Elke Kahr auch die 28 % bekommen, vielleicht sogar mehr - weil ja die Wähler von ÖVP und SPÖ daheim geblieben sind am Sonntag.

Aber - Frau Kahr hat für die KPÖ kandidiert.
Und wie man auch hier im Forum sehen kann, die Kommunisten heften diesen "Sieg" auf die roten Fahnen.

Und das ist das eigentliche Problem dieser Wahl. Die Wähler haben eine Partei gewählt, und wollten eine Person wählen.

Da diese Person nun das Schicksal von mindestens 450000 Menschen (Graz endet nicht an der Stadtgrenze) maßgeblich bestimmen wird, sollten sich die Kommunisten mit dem Kommunismus zurückhalten. Das Interview mit Krotzer lässt allerdings anderes vermuten für Graz und das Umland - denn die Auswirkungen von kommunistischer Doktrin, werden nicht nur die Grazer zu spüren bekommen.

Und das macht MIR persönlich Sorgen - denn die Speckgürtler, die teilweise noch in Graz ihr Wahlrecht ausüben, leben bei uns im Ort und genießen die "Natur", die sie kräftig verbaut haben. Und da bin ich jetzt neugierig, wie es weitergehen wird in Graz.

antela
0
7
Lesenswert?

Der "Spe-nahe" Konrad hat in seiner Analyse

eines elegant umschifft. Es ist gerade das abgehobene Unvermögen seiner Fraktion und deren Salonsozialismus, die den Aufschwung der KP ermöglichten. Die Kurzanalyse Schützis (die Sozis sind schuld) ist insofern berechtigt, als durch deren jahrzehntelanges Versagen eine neue sozialdemokratische Partei ermöglicht wurde. Nichts anderes als reine Sozis mit einer Schutzmantelmadonna als Chefin sind die Grazer Kummerln.

zweigerl
0
12
Lesenswert?

Eine Ergänzung

IN einem Punkt ist die sehr gute Analyse noch ergänzungsbedürftig: Es ist kein Verdienst der österreichischen Geistesgeschichte, dass jener intellektuelle Strang der KPÖ, der sich in einem Ernst Fischer beispielsweise personalisierte, ausgetrocknet wurde. Die hemdsärmeligen Arbeiter- und Gewerkschaftsführer, wie Koplenig, Olah oder Benya, haben sich durchgesetzt. Das geistige Potential in komministischen Kreisen des Nachkriegsösterreich kann man noch heute in alten Nummern des "Neuen Österreich" nachlesen. Die KPÖ der Muhri und Baier war dann wirklich ein moskauorientierter phantasie- und geistloser "Stalinismus" und versank zu Recht in die Bedeutungslosigkeit. Ein paar unserer Künstlerikonen, wie Jelinkek und Turrini, haben das nicht sogleich gecheckt.

alsoalso
2
15
Lesenswert?

Pendel schlägt zurück

Ja die "kleinen Leute" wurden und werden von "Hochgebildeten Managern" unterschätzt. Das zeigt sich bestens wenn man die Umfragen vor der Grazer Wahl und das Wahlergebnis vergleicht. So daneben gehaut haben sie noch nie! Bei ÖVP und KPÖ um 10% verschätzt!

Vielgut1000
2
14
Lesenswert?

ES gibt ja vor jeder Wahl Unentschlossene bei den Umfragen.

Diese Unentschlossenen und auch die Wahlbeteiligung werden von den Instituten falsch eingeschätzt. So dient jede Verlautbarung der Wahlumfragen von den Medien nur zur Manipulation des Wahlvolkes. Das sollten auch die Medien wissen - die Medien tun aber so, als wüßten sie dies nicht.