Interview"Ärztinnen und Ärzte scheuen davor zurück, Unternehmer zu sein"

Bernhard Wurzer, der Chef der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) über Long Covid, Ärztemangel, den Umbau seiner Organisation und die Kritik des Rechnungshofs.

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Bernhard Wurzer Generaldirektor der ÖGK
© Akos Burg
 

Herr Generaldirektor Wurzer, zu den bekannten Krankheiten kommt noch Long Covid dazu.
BERNHARD WURZER: Seit März 2021 gab es ungefähr 3700 Arbeitsunfähigkeitsmeldungen aufgrund von Long Covid und derzeit sind 170 Personen arbeitsunfähig. Wir müssen also keine neuen Reha-Einrichtungen bauen, sondern die bestehende Infrastruktur nutzen.

Und die Mehrkosten?
Das kann man heute noch nicht sagen.

Der Bedarf an psychotherapeutischer Beratung, besonders bei Kindern, wird stark steigen.
Wir haben das Psycho-Therapie-Angebot auf 300.000 Stunden aufgestockt. Das gilt auch für die Kinder. Gleichzeitig haben wir die Kampagne Fit and Strong für Kinder und Jugendliche gestartet, um ihnen zu vermitteln, dass sie mit ihren Problemen nicht alleine sind. Dort werden auch Anlaufstellen genannt.

Die Impfbereitschaft stagniert, wie könnte man sie steigern?
Das ist eine große Herausforderung. Es gibt verschiedene Ansätze. Die Wirtschaftskammer schlägt etwa vor, Jugendlichen 100 Euro zu geben. Dem kann ich etwas abgewinnen, auch wenn ich grundsätzlich bei Geldgeschenken skeptisch bin.

Und die Doskozil-Lotterie, die auch Geimpfte inkludiert?
Auch darüber kann man diskutieren. Man könnte auch überlegen, Institutionen steuerlich zu fördern, die mit Ausschüttungen an ihre Mitarbeiter dafür sorgen, dass geimpft wird.

Von 75 geplanten Primärversorgungszentren (PHC) gibt es nicht einmal die Hälfte, warum?
Ärztinnen und Ärzte scheuen davor zurück, Unternehmer zu sein. Wir arbeiten an Modellen, die ihnen die Scheu nehmen: also weniger Bürokratie, weniger Risiko für die Gründer.

Der Rechnungshof kritisiert fehlende Daten zu Öffnungszeiten von Ordinationen. Was tun?
Wir sind dabei, einen ÖGK-Kompass zu entwickeln, das ist eine App, in der man genau diese Öffnungszeiten sichtbar macht und einen Vertragsarzt in der Nähe suchen kann.

Wie geht die Kassenfusion voran?
Wir sind dabei zu definieren, wie die Organisation 2025/26 aussehen wird, wie viele Abteilungen es dann noch geben wird. Da kristallisiert sich stärker heraus, dass die Kassen in den Bundesländern nicht mehr die alte Rolle spielen.

Das schmerzt?
Chronisch.

Funktioniert das neue Führungssystem in der ÖGK?
Es steht jetzt 6:6 zwischen Dienstgebern und Dienstnehmern, daher müssen wir mehr um einen Ausgleich ringen. Früher konnten die Kassen mit einem anderen Selbstbewusstsein auftreten.

Wie kann man die Kassenarztstellen attraktiver machen?
Wir müssen stärker die Vorteile der Kassenverträge hervorheben, da wäre auch die Standesvertretung gefragt. Ein Kassenvertrag ist ein sicherer Job mit gutem Einkommen. Ich glaube, dass das Thema Ärzte sich ein bisschen entspannt, da jetzt zunehmend Leute die Ausbildung zur Allgemeinmedizin machen und in die Lehrpraxis gehen.

Welche Lehren ziehen Sie aus der Fusion?
Wenn die ÖGK funktioniert, ist sie ein Rollenmodell, das heißt, man kann öffentliche Verwaltung fusionieren.

Kommentare (5)
argus13
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Wurzer

verzapft einen derartigen Schwachsinn (wohl roter Gewerkschafter, weil es chronisch schmerzt, wda sie nicht mehr Alleinherrscher sind). Er hat keine Ahnung wie eine Ordination funktioniert. Wenn ein niedergelassenen Arzt nicht unternehmerisch denkt oder einen Steuerberater hat geht er in Konkurs! Was glaubt Wurzer wie Abrechnungen funktionieren???? ÖGK soll endlich gute Bedingungen va. für Praktiker am Land, aber auch für Fachärzte schaffen. Warum gibt es so viel Wahlärzte, weil die sich das Kassensystem nicht antun und gut verdienen!

derdrittevonlinks
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Ärztinnen und Ärzte scheuen davor zurück, Unternehmer zu sein.

"Wir arbeiten an Modellen, die ihnen die Scheu nehmen: also weniger Bürokratie, weniger Risiko für die Gründer."

Tja, erschwerend zieht sich hinzu, dass der Strukturwandel im Straßenverkehr auf Grund rechnerisch schamloser Intensionen, Österreich als CO2 Sünder außen vor lässt, und somit die Unsicherheit zur Gründung eines Unternehmens, außer Onlineunternehmen, zur destruktiven Vision erhebt.

derdrittevonlinks
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Noch dazu ...

... sind Materialien am Weltmarkt Corona bedingt nicht wie im Selbstbedienungladen erhältlich.
Quasi das Containerschiff ist das Pferd der Technologie und es lahmt.
Was den Schluss zur Empathie erwirkt und der Absicherung durch Löhne, um die vorhanden Strukturen zu bedienen und zu erhalten, weil durch Corona der demographische Wandel auch auslässt.
Selbst Hilfspersonal für die Saisonen, ist in weiter Ferne.
Großbritannien sieht sich als Insel extrem gefordert Strukturen zu bedienen, zu erhalten, aber um das Bild fertig zu zeichnen, steigt der Mindestlohn, steigt die Wahrscheinlichkeit einem geringeren Stukturverlust entgegen sehen zu müssen, nicht wahr.

derdrittevonlinks
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"sich"

.... sich, außer Onlineunternehmen, zur destruktiven Vision erhebt.

neuernickname
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Zu den Kindern - gestern war ich so dumm, mich mit einem bekannten Foren-Experten

der sich sonst als eine Art "Fluchthelfer" sieht , über das Thema hier zu unterhalten.
Dessen Fazit - Die Schulen gehören wegen Covid zugesperrt, "wurst" ob das unpopulär ist, weil die Wissenschaft nachgewiesen haben soll, dass Kinder das Virus weiterverbreiten und es nur um Ansteckungen geht. Und außerdem wird die Impfung durch Delta ausgehebelt.
Ist also ganz offenbar vollkommen unwirksam

Schwurblerlatein wie es im Buche steht - das obligate "Kurz ist taulos und ein I...ot" stand natürlich auch in sämtlichen Postings, unseres Forenwissenschaftlers aber das wissma eh schon und ist ja der einzige Grund, warum der Impfologe (der von einer ausgehebelten Impfung daherlabert) hier überhaupt schreibt. Kickls "Kurz muss weg" scheint manchen den Restverstand gekostet zu haben.

Österreich ist - wie man an solchen Postings erkennen kann - ein extrem kinderfeindliches Land, dafür aber mit der höchsten Dichte an Sonder- und Spezialvirologen, da dürfen wir uns nicht wundern, dass Kinder immer mehr psychologische Betreuung brauchen.

Impgegner und wenn sie noch so "gebildet" sind, fordere ich auf, einfach mal die Klappe zu halten, wenns die Studienergebnisse zu der Impfung nicht begreifen können.
Das allein würde unsere Kinder schon schützen.