Vier-Punkte-Plan für SchulenWöchentliche PCR-Tests und Luftreiniger in stickigen Klassen

Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) hat am Mittwoch den Fahrplan für den Herbst in den Schulen präsentiert. Das Ministerium setzt verstärkt auf PCR-Tests, ein gezieltes Abwassermonitoring, Luftreinigungsgeräte und das Impfen.

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Bildungsminister Faßmann möchte, dass sich alle Schüler wöchentlich mit PCR-Tests testen.
Bildungsminister Faßmann möchte, dass sich alle Schüler wöchentlich mit PCR-Tests testen. © APA/HERBERT NEUBAUER
 

Elternvertreter, Schüler und Lehrer haben lange einen Fahrplan für den Herbst gefordert, nun ist er da. Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) stellte am Mittwochvormittag den Plan vor, der sich auf vier Punkte stützt.

Zentrales Element sind wöchentliche PCR-Tests für alle Schülerinnen und Schüler. In Zusammenarbeit mit der Post werden die Tests ins nächstgelegene Labor geliefert. Zusätzlich müssen sich Schüler zwei Mal pro Woche wie im vergangenen Schuljahr mit einem Antigen-Test testen. Virologin Dorothee von Laer hält diese Vorgehensweise für sinnvoll: "Antigentests zeigen nämlich sehr gut, ob jemand infektiös ist." Geimpfte Schüler müssen sich nach einer Sicherheitsphase am Schulstart nicht mehr testen. Sollte es die regionale Infektionslage erlauben oder erfordern, kann das Testprogramm in einzelnen Bezirken oder Schulen zurückgefahren bzw. ausgebaut werden. Genaue Schwellenwerte werden aber noch ausgearbeitet.

Abwassermonitoring und Luftreiniger

Der zweite Punkt im Plan ist ein gezieltes Abwassermonitoring. 116 Kläranlagen liefern regelmäßig Proben ab, damit können rund 75 Prozent aller Schüler abgedeckt werden, so Faßmann. Das sei ein "perfektes System für eine Früherkennung der Infektionslage", sagte Mikrobiologe Norbert Kreuzinger von der TU Wien. Der Vorteil der Abwasseranalyse sei zudem, dass die Lage abseits der individuellen Tests und Inzidenzen beurteilt werden kann. So sind die Kläranlagen Frühwarn- und Entwarnsystem zugleich. Neben der Abwasseranalyse soll eine Stichprobe von 300 Schulen die Gurgelstudie aus dem Vorjahr fortsetzen. Zeigen diese eine ansteigendes Risiko, werden Einzeltestungen bei allen Schülerinnen und Schülern durchgeführt.

Vielfach gefordert wurden Luftreinigungsgeräte in Klassenzimmern. Diese würden erwiesenermaßen die Viruslast im Raum senken, so der Bildungsminister. Derzeit würden die Schulerhalter ihre Schulen auf Räume überprüfen, die schlecht gelüftet werden können oder in denen die Aerosolausbreitung stärker ist - wie etwa Musikzimmer, in denen gesungen wird. Für diese Räume fördert der Bund die Anschaffung von Luftreinigungsgeräten mit einem Volumen von rund 10 Millionen Euro.

Abschließend erhofft sich Minister Faßmann auch eine hohe Durchimpfungsrate in jenen Schulstufen, für die bereits ein Impfstoff zugelassen ist. Diverse Aktionen der Länder bei Vereinen oder vor Discos begrüßt Faßmann daher sehr. 30 Impfbusse werden auch die Sommerschulen im Land ansteuern.

Sicherheitsphase zu Schulbeginn

Bereits bekannt war, dass die ersten beiden Wochen des Schuljahres als Sicherheitsphase geführt werden. Dann werden alle Schüler drei Mal in der Woche getestet, egal ob geimpft oder nicht. Außerdem müssen die Schüler in diesen beiden Wochen in den Schulen Masken tragen - am Platz können sie dann abgenommen werden. Eine Maskenpflicht nach dieser Sicherheitsphase soll nach der regionalen Infektionslage verordnet werden.

Dass allgemeine Ziel ist laut Faßmann, dauerhaften Präsenzunterricht sicherstellen zu können. Sollten Cluster in Schulen auftreten, ist aber nicht ausgeschlossen, dass einzelne Klassen oder Schulen geschlossen werden, so Faßmann. Die allgemeine Infektionslage sei aber nicht mehr allein ander Sieben-Tage-Inzidenz zu bewerten. Virologin von Laer sagte, man könne sich eine höhere Inzidenz im Herbst leisten, weil eine solche nicht mehr gleichbedeutend mit einer höheren Sterblichkeit sei.

 

Für den obersten Lehrervertreter Paul Kimberger (FCG) enthält der Vier-Punkte-Plan "jene Dinge, die notwendig sind für einen guten Schulstart". Handlungsbedarf sieht Kimberger noch bei der Abstimmung zwischen Bildungs- und Gesundheitsressort etwa bei der Frage der Quarantäneregeln. "Da haben wir im vergangenen Schuljahr teilweise Chaotisches erlebt." Auch Fragen wie Grenzwerte, ab denen Masken- oder Testpflicht eingeführt oder verschärft wird, seien noch offen.

Vielfach kritisch sieht der Bundeselternverband (BEV) die Vorgabe, dass Geimpfte sich nach der zweiwöchigen Sicherheitsphase zu Schulbeginn nicht testen müssen. Immerhin sei eine Übertragung auch durch Geimpfte möglich, damit schaffe man einen "Unsicherheitsfaktor", weil man Cluster übersehen könnte, sagt Christoph Drexler. Die Impfbusse sehen die Elternvertreter als organisatorische Erleichterung positiv, die Entscheidung für eine Impfung müsse allerdings freiwillig bleiben.

Die Bundesjugendvertretung (BJV) sieht die Impfkampagne schon in der Sommerschule als wichtigen Schritt für die Sicherheit der Bildungseinrichtungen. Allerdings sei es unerlässlich, den jungen Menschen jugendgerechte Informationen für eine fundierte Entscheidung zur Verfügung zu stellen. Zusätzlich fordern die Jugendvertreter präventive Vorkehrungen wie zusätzliches Personal und externe Räumlichkeiten, falls Schulklassen wieder aufgeteilt werden.

Opposition: Präsenzunterricht "Grundvoraussetzung"

Die Opposition ist von Faßmanns Plänen nicht voll überzeugt. Präsenzunterricht sei "absolute Grundvoraussetzung", sagt etwa Neos-Bildungssprecherin Martina Künsberg Sarre. Dass es nach für die Zeit nach der zweiwöchigen Sicherheitsphase keine konkreten Pläne für bestimmte Szenarien gebe, sei zu wenig, kritisiert Künsberg Sarre und fordert einen lanfristigen Plan. Eine "Garantieerklärung für offene Schulen" fordert auch der Bildungssprecher der Wiener FPÖ, Maximilian Krauss. Sein Pendant auf Bundesebene, Hermann Brückl, kritisiert die geplanten Privilegien für Geimpfte als "Spaltung der Gesellschaft".

Die SPÖ sieht im Plan durchaus gute Ansätze, Bildungssprecherin Petra Vorderwinkler gibt dem Fahrplan aber nur ein "Genügend". Die Pläne würden nur halbherzig umgesetzt werden. "Es stünden ganze Ferraris für unsere Kinder zur Verfügung, wir könnten sie uns leisten, kaufen aber immer nur einen Reifen und hoffen, dass dieser dennoch ins Ziel rollt", sagt Vorderwinkler. Christian Moser, Geschäftsführer von SOS kinderdorf wünscht sich weitere Unterstützung, "um die enormen Versäumnisse dieser Zeit aufzuarbeiten und langfristige Folgeschäden zu verhindern", so Moser in einer Aussendung. Das Problem der psychischen Belastung würde nach wie vor unterschätzt werden. In eine ähnliche Kerbe schlägt auch die Arbeiterkammer. Es sei nach wie vor offen, "wie Corona-Bildungslücken geschlossen werden sollen", schreibt Gabriele Schmid, Leiterin der AK-Bildungsabteilung.

Kommentare (45)
marcneum
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Ich liebe es...

Seit Beginn der Pandemie erfinden Sie immer wieder Zahlen. Zu Beginn, haben diese vielleicht noch eine Spur an Glaubwürdigkeit gehabt, aber jetzt... 100% der Kinder hätten Nebenwirkungen... Diese Aussage ist selbst für sie mehr als lächerlich.

Summerrain777
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So ein Schwachsinn

Wir lassen unsere Kinder sicher nicht impfen

peter800
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Na

Dann lasst sie halt nicht impfen. Aber halt sie bitte von meinen fern

Summerrain777
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Sehr gerne

Sehr gerne, wir schwimmen nicht mit dem Mainstream mit

Pelikan22
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Aber die Arzt- und Spitalskosten ...

dürf ma zahlen. Habens a Anrecht darauf?

checker43
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Dann

bitte auch auf der Autobahn auf der anderen Fahrbahn fahren. Nicht angurten und keine Mainstreammedizin in Anspruch nehmen.

marcneum
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@Summerrain

Ja genau darum geht es Ihnen nämlich. Nicht, ob die Impfung gut und wirksam ist, sondern einfach nicht Mainstream, weil das ist schlecht... Ihre Kinder tun mir echt leid! Nicht nur, weil sie nicht geimpft sind, mehr noch wegen ihnen...

Summerrain777
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Hirnlos

Wer ein Hirn hat, möge es einschalten

DavidgegenGoliath
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@marc

Da Kinder nicht von der Krankheit betroffen sind, könnte man die Wirksamkeit der Impfung auch nicht überprüfen! Wie auch?

champion1of1truth
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Ja peter

Und du hälst deine Kinder von meinen fern.

DavidgegenGoliath
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@peter

Warum?

Hapi67
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4 Punkte Plan

für nachhaltige und sinnlose Geldverschwendung.

Im Ernstfall wird dann auf das Standardprozedere, sprich Schließung zurückgegriffen.

Vielen Dank

mahue
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Manfred Hütter: Einstellung der Eltern

Kinder von Impfkritikern haben mehr Druck, obwohl sie vielleicht sich anders entscheiden würden.
Das hat nichts mit Obsorge zu tun, sondern das dominante Verhalten der Eltern ist gleich schädlich für die Entwicklung der Kinder wie durch Helikoptereltern. Zuerst wurde meine Frau beschäftigt in einem REHA-Zentrum über den Arbeitgeber geimpft. Fast gleichzeitig ich freiwillig beim Hausarzt. Für unseren 13 Jahre alten Sohn war die Impfung klar, sogar sein Wunsch, und hat schon die zweite Impfung erhalten. Wird es im Herbst in der Schule leichter haben (nach der heutigen Pressekonferenz von Bildungsminister Fasslabend).

wolff02
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Ich hoffe es

das wir zurück zur Normalität kommen allein es ist nur eine Hoffnung. Allein die Hausaufgaben wie zum Beispiel den Einbau von Luftreinigungsgeräten in den Schulen in den Ferien hat das Ministerium unterlassen zur Zeit erhebt man mal gemütlich wo und in wieviel Räumlichkeiten das gewünscht wird. Ich denke am Anfang wird man es versuchen bei den geimpften Kindern mit geringeren Einschränkungen aber wenn bemerkt wird dass solches Handeln Mühsam ist werden die Einschränkungen wieder für alle gelten.

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13jährige müssen vor allem vor sich selber geschützt werden

Man fragt 13jährige auch nicht, ob sie gerne ein Auto lenken oder sich Heroin hineinspritzen wollen ("deine Entscheidung").

Teenager sind extrem beeinflussbar; wenn die Eltern sich heraushalten, machen es halt andere, für die das Kindeswohl nicht an erster Stelle steht.

mahue
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Manfred Hütter: an GlebNershin

Auf Ihren Kommentar findet man keine vernünftige Antwort. Die von Ihnen angesprochenen sicher bestehenden Probleme sind nur die Bestätigung meiner Kommentare. Vorbild sind die Eltern ob Kinder in eine schiefe Lage geraten oder nicht. Sprechen, verstehen und nochmals sprechen und verstehen wenn sie Sorgen haben, aber auch ihre eigenen vernünftigen Ideen und Interessen unterstützen.

lombok
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@mahue

Super! Wunderbar für Sie!

Wir sind auch geimpft, leider kann unsere 8jährige Tochter noch nicht geimpft werden. Aber wur sind zuversichtlich, dass auch das bald möglich sein wird.

Pelikan22
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Mir hamms ja!

Früher war'n in oana Klass mehr als 35 Kinder. Heut werd'n durchschnittlich 15 Schüler unterrichtet. Und da hilft koa richtiges Lüften? Da brauch ma "Luftreiniger"? Nach de kritisierten Masken, de a Schweinegeld kostet hab'n und bei denen wieder a paar si deppat verdient haben, kommen jetzt Filteranlagen. Wer verdient si denn jetzt a goldene Nasen, Herr Minister Faßmann?

lombok
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@pelikan

Es geht um Klassen, die schlecht bzw. nicht gelüftet werden können. Sie dürften einen anderen Text gelesen haben, als wir.

ichbindermeinung
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Reinigungsgeräte um 10 Millionen Steuergeld....

kein Problem, die österr. Parteienförderungen um die genannte Summe kürzen

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