SchulstartFaßmann stellt Schulärzte für Impfkampagne ab

Sollten Landeshauptleute oder Gesundheitsminister zu Schulbeginn umfangreiche Impfkampagnen starten, stellt der Bildungsminister nicht nur Schulgebäude, sondern auch die Schulärzte zur Verfügung. Eine Verordnung ist bereits in Kraft.

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Bildungsminister Heinz Faßmann legt zu Wochenmitte seinen 4-Punkte-Plan für den Schulbeginn vor
Bildungsminister Heinz Faßmann legt zu Wochenmitte seinen 4-Punkte-Plan für den Schulbeginn vor © APA/HERBERT NEUBAUER
 

Einen Vier-Punkte-Plan für einen sicheren Schulbeginn will Bildungsminister Heinz Faßmann Mitte der Woche der breiten Öffentlichkeit präsentieren. Dieser umfasst Maßnahmen zu Masken, Tests, Luftfilter und Impfungen.

So macht sich Faßmann dafür stark, Anfang September österreichweit die Schulen für eine groß angelegte Impfkampagne zu öffnen. Die Impfungen sollen zu Schulbeginn im Turnsaal, in der Aula oder in anderen großeren Räumlichkeiten über die Bühne gehen. Nach Informationen der Kleinen Zeitung sollen auch die Schulärzte beigezogen werden. Die Entscheidung trifft die Gesundheitsbehörden.

Eine Verordnung des Gesundheitsministeriums über die etwaige Einbindung von Schulärzten in die Impfkampagne liege längst vor, heißt im Umfeld des Bildungsministers, wurde aber bisher nicht in Anspruch genommen. Rein rechtlich liegt der Ball bei den Landeshauptleuten oder dem Gesundheitsminister, ihnen obliegt es, die Schulärzte mit der Aufgabe zu betrauen.

Faßmann tritt dafür ausdrücklich ein. „Das Bildungsministerium unterstützt die Gesundheitsbehörden durch Bereitstellung von Räumlichkeiten an den Bundesschulen, wenn Impfaktionen an den Schulen durchgeführt werden“, so der Minister gegenüber der Kleinen Zeitung. „Wir unterstützten selbstverständlich auch eine Beiziehung der Schulärzte, wenn das Gesundheitsministerium einen Auftrag an die Schulärzte erteilt. Wir halten niederschwellige Impfangebote für die Jugendlichen für ausgesprochen wichtig.“

Bei den Luftfiltern plant Faßmann ein größeres Investitionsprojekt. Details werden noch unter Verschluss gehalten. Wo bauliche Veränderungen mit großem Aufwand verbunden sind, will man mit mobilen Geräten einsetzen.

Wie das „Profil“ bereits berichtet hat, will der Minister geimpfte Kinder von der Testpflicht ausnehmen. „Ein junger Mensch, der geimpft in der Klasse sitzt, soll etwas davon haben. Privilegien für Geimpfte: Das ist generell Regierungslinie“, so der Minister.

So wie im Frühjahr sollen auch ab Herbst die Schüler dreimal wöchentlich getestet werden, allerdings - und das ist eine logistische Herausforderung - mittels PCR-Test. Diese müssen im Labor ausgewertet werden, in Wien waren bereits Gurgeltests im Einsatz.

Geimpfte Kinder müssen nicht mehr in Quarantäne

Frankreich geht einen Schritt weiter. So hat dieser Tage der Bildungsminister verkündet, dass geimpfte Schulkinder bei Auftreten von Infektionen oder nach Ausbruch eines Clusters an der Schule nicht mehr in Quarantäne müssen. Nichtgeimpfte Schüler müssen hingegen von zu Hause aus per Distance Learning dem Unterricht beiwohnen.

Kommentare (2)
Ogolius
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Wenn ich…

.. hier diese dämlichen Kommentare lesen muss, bemerke ich immer mehr die schleichende Verdummung der Generationen. Dass bezüglich unserer herrschenden Pandemie keine evidenzbasierten Daten bestehen, ist Fakt. Die letzte unsere Menschheit ähnlich gewesene Bedrohung war die „spanische Grippe“, die bekanntlich mehr Menschenleben als der gesamte erste Weltkrieg gefordert hat. Erst mit der Möglichkeit einer Impfung wurden zB Polio und Kinderlähmung in unseren Breiten in den Griff bekommen. Wir als Kinder meiner Generation hatten Gottseidank diese Chance und das war gut so. Heute gibt’s einen „freien Denkraum“ und die sogenannte „freie Entscheidung“, nur das Gesellschaftsbild hat sich geändert - leider nicht nur zum Guten. Vielleicht ist es wieder an der Zeit, dass ein Gedanke an „ein bisschen Not tut gut“ Platz greift, es könnte einem gesunden Hausverstand dienlich sein.

Amadeus005
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Wieso wird das nicht schon jetzt gefördert?

Man könnte Schulaktionen starten. Würde die Schüler zu “ihrer” Schule motivieren. Und den Start im Herbst ruckelfreier machen.