Der Mord an einer 13-Jährigen in Wien lässt Kanzleramtsministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) wieder das Thema Sicherungshaft aufnehmen. In den "Vorarlberger Nachrichten" (Freitag-Ausgabe) meint sie: "Bei besonders gefährlichen Rechtsbrechern wird man sich überlegen müssen, ob man sie verwahrt. Das muss diskutiert werden."

Edtstadler geht es hier um die Zeit, bis entschieden ist, ob ein Straftäter das Land verlassen muss: "Was tut man mit denen, bei denen der Asyl- oder Schutzstatus aberkannt wird, die man aber aus völkerrechtlichen und internationalen Vorgaben nicht abschieben kann."

Skepsis

Äußerst skeptisch zeigte sich in einer ersten Reaktion die SPÖ. "Die ÖVP müsste endlich die bestehenden Rechtsmittel anwenden, bevor sie neue fordert", lehnt SPÖ-Sicherheitssprecher Reinhold Einwallner den Vorstoß ab: "Die Verdächtigten waren klare Fälle für die Schubhaft. Warum diese nicht zum Einsatz kam, hat Innenminister Karl Nehammer, der für das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA) zuständig ist, zu erklären."

FPÖ-Chef Herbert Kickl warf Bundeskanzler Sebastian Kurz und dessen ÖVP ein "doppeltes Spiel" vor. Alle wichtigen Maßnahmen der FPÖ wie die Sicherungshaft seien vom VP-Chef permanent hintertrieben worden: "Und heute stellt er sich her und spielt den großen Beschützer der Österreicher", empörte sich Kickl. Die FPÖ werde diese "Heuchelei" in der kommenden Plenarsitzung thematisieren und auch eine Schweigeminute für jene Frauen fordern, die Opfer von Gewalttaten durch Asylanten geworden seien.